https://queer.de/?13390
- Von Micha Schulze
21. Dezember 2010 2 Min.
Die Tage von Guido Westerwelle als Vorsitzender der FDP scheinen gezählt – die als Außenminister wohl leider (noch) nicht. Dabei hat der 50-jährige Politiker in dieser Funktion am meisten enttäuscht.
Jüngstes Beispiel: Westerwelle erholt sich von den Rücktrittsforderungen seiner Parteifreunde ausgerechnet im homophoben Ägypten, schnorchelt zusammen mit seinem Lebenspartner Michael Mronz im Roten Meer.

Von allen Stränden dieser Welt musste sich der schwule Außenminister ausgerechnet ein Land aussuchen, das Homosexualität mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Ein Land, in dem Verhaftungen und Folter von Schwulen auf der Tagesordnung stehen. Ein Land, in dem die Polizei sogar Gay-Chaträume überwacht und Männer gezielt in die Falle lockt.
Hat Guido Westerwelle nie die schrecklichen Berichte von Human Rights Watch gelesen? Nicht mitbekommen, dass selbst das Europäische Parlament Ägypten mehrfach wegen seiner Schwulenverfolgung verurteilt hat?
Nicht im ägyptischen Luxushotel wäre der deutsche Außenminister deshalb gefragt, sondern bei den schwulen Opfern in den Gefängniszellen und bei den mutigen Engagierten vor Ort.
Zu Recht fordern das Portal Gayegypt.com und andere Organisationen einen Boykott von Reisen nach Ägypten und von ägyptischen Waren. Mit seinem Urlaubsziel hätte Westerwelle ein deutliches Signal setzen können – doch wie so oft ging er mit schlechtem Beispiel voran.
Foto: michaelthurm / flickr / cc by-nd 2.0















die weihnachtsgans schwimmt vor ihrer nase !