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- 21. Juli 2004 2 Min.
FDP-Chef Guido Westerwelle hat sich am Montag erstmals öffentlich mit seinem Lebensgefährten gezeigt. Beim Geburtstagsempfang von CDU-Chefin Angela Merkel in Berlin saßen der 43-jährige Ex-Spaßpolitiker und der sechs Jahre jüngere Michael Mronz nebeneinander in der ersten Reihe. Entsprechende Fotos veröffentlichte am Mittwoch die "Bild"-Zeitung. Mronz ist Geschäftsführer des traditionellen Reittuniers CHIO in Aachen, zuvor war der 36-Jährige Manager der Kölner Basketballmannschaft "RheinEnergie".
Richtig offen ist das Coming-out jedoch nicht. Ein FDP-Sprecher wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP nicht zum Auftritt des Paares am Montagabend äußern: "Privatleben ist Privatsache, zumal dann, wenn jemand wie FDP-Chef Guido Westerwelle sein Privatleben niemals selbst zum Gegenstand öffentlicher Bericherstattung gemacht hat." Auch Michael Mronz wollte nichts sagen. "Bitte haben Sie Verständnis dafür. Ich habe mich bisher nicht zu meinem Privatleben geäußert und werde dies auch in Zukunft nicht tun", sagte er dem Kölner "Express".
Von Westerwelle war erwartungsgemäß auch nichts zu hören. "Ich lebe mein Leben und mehr sage ich dazu nicht", reagierte Westerwelle laut dpa am Mittwoch in Berlin auf die Reporter-Frage, was er von den Schlagzeilen der Boulevard-Presse über seine Liebesbeziehung zu einem 36-jährigen Geschäftsmann halte. Erst im Juni hatte er gesagt: "Ich bleibe bei der Erkenntnis, wenn man die Medien einmal in sein Schlafzimmer einlädt, bekommt man sie dort nie wieder heraus." Der bekannteste offen schwule Politiker, Berlin Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), hatte nach seinem legendären Coming-out seinen Freund offiziell vorgestellt - ins Schlafzimmer der beiden durfte jedoch auch die schwule Presse noch nicht schauen.
Der FDP-Politiker (und Westerwelle-Gegner) Wolfgang Kubicki gratulierte Westerwelle über "Focus Online" dennoch zu dessen Outing. "Ich freue mich für Guido, dass er einen Lebenspartner gefunden hat. Denn nichts ist wichtiger im Leben eines Politikers als eine stabile Zweier-Beziehung." Das Outing zeige, "wie unverkrampft unsere Gesellschaft mittlerweile mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen umgehen kann", so Kubicki.
Gerüchte und Gewissheiten hatte es im Fall Westerwelle immer gegeben. Erst vor wenigen Wochen hatte der "Spiegel" berichtet, Westerwelle habe erstmals einen männlichen Begleiter zu einem Unionsführungstreffen mitgebracht. Kameras waren damals nicht dabei. (nb)
21. Juli 2004, akt. um 15.30h
Links zum Thema:
» s.a.: Westerwelles stilles Coming-out (28.6.04)













