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Kapitän Owen Honors hat nun wieder Zeit, um mit seiner Kamera zu spielen. (Bild: US Navy)

Kapitän Owen Honors vom Flugzeugträger USS Enterprise ist von der US Navy suspendiert worden, weil er in Videos für das Bord-TV gegen Schwule gehetzt hat.

Die Zeitung "Virginian-Pilot" hatte am Freitag die Videoclips aus den Jahren 2006 und 2007 publik gemacht. Honors, zum Zeitpunkt der Ausstrahlung Erster Offizier auf der Enterprise, hatte im internen Fernsehprogramm des Flugzeugträgers Sendungen für mehrere tausend Matrosen produziert. Darin hat er unter anderem Konkurrenten und Gegner als "Fags" (Schwuchteln) diffamiert (queer.de berichtete). Alle überregionalen Zeitungen und Nachrichtensender berichteten über die Videos.

Nach heftiger Kritik hat die Marine die Videos am Wochenende als "nicht akzeptabel" bezeichnet und eine Untersuchung angekündigt. Am Montagabend wurde dann bekannt gegeben, dass der Kapitän solange beurlaubt wird, bis die Untersuchung beendet ist. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sei es nun "wahrscheinlich", dass Honors aus der Marine entlassen wird.

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Kultur in der US Navy ändert sich

"Die Marine hat wahrscheinlich anfangs gehofft, dass der Fall keinen großen Staub aufwirbelt", erklärte Michael Corgan, ein früherer Marineoffizier, der nun als Professor an der Boston University arbeitet, gegenüber dem Nachrichtensender MSNBC. Corgan erklärte, dass Honors offenbar nicht erkannt habe, dass sich die Kultur innerhalb der US Navy ändere. Immerhin sei seit Jahren die Abschaffung von "Don't ask, don't tell" debattiert worden. Vor zwei Wochen unterzeichnete Barack Obama schließlich ein entsprechendes Gesetz (queer.de berichtete). Aber die Aufhebung des Homo-Verbots sei nicht der Auslöser für die öffentliche Empörung: "Was er getan hat, wäre auch schon vor 30 oder 40 Jahren dumm gewesen", so Corgan.

Homo-Gruppen lobten die Marine für die eingeleiteten Schritte gegen Honors: "Wir haben hier einen 49 Jahre alten Marine-Kapitän, der sich wie ein 19-jähriger Junge verhält, der erstmals weit weg ist vom Elternhaus", erklärte Aubrey Sarvis von der Organisation Servicemembers Legal Defense Network, die schwulen und lesbischen Soldaten beisteht. "Für ein solch kindisches Verhalten gibt es keinen Platz bei den Streitkräften", so Sarvis.

Die USS Enterprise ist der erste atomar betriebene Flugzeugträger. Als sie 1961 in Dienst gestellt wurde, war sie das größte Kriegsschiff der Welt. Im vergangenen Jahrzehnt wurde sie bei den US-Kriegen in Irak und Afghanistan eingesetzt. Der mehrfach ausgezeichnete frühere Kampfflieger Honors wurde am 6. Mai 2010 zum Kapitän des Schiffes ernannt. (dk)

Direktlink | Eines der Videos in voller Länge (einige Gesichter und Schimpfworte wurden vom "Virginian-Pilot" entfernt)
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#1 MarekAnonym
  • 04.01.2011, 13:50h
  • Richtig so!

    Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Hass gegen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle nicht akzeptiert wird und Folgen hat!

    Das muss ebenso verfolgt werden, wie ähnliche Hetze gegen Farbige, Frauen, Behinderte, etc.
  • Direktlink »
#2 stromboli
  • 04.01.2011, 15:27hberlin
  • genau darauf hat es hinaus zu laufen: jeder muss wissen, wenn er sich über eine ihm missliebige minderheit erhaben fühlt, muss er seinen stuhl räumen!
    Und man stelle sich vor: ein ganzes militärisches leben mit dem triumpf der führung eines der größten schiffe der welt , für ein paar dumm witze aufs spiel gesetzt...
    nun:
    Denken, fühlen, sagen kann er was er will, muss aber die konsequenzen ebenso tragen!

    Vorbild sein zu wollen, schließt ALLE der mannschaft mit ein!
    Der soll über 5000 leute führen, ihnen das gefühl von schutz und würde verleihen... das ist so schief gegangen wie nur möglich, dem hätte man nicht mal mehr verantwortlichkeit fürs deck feudeln übertragen können!
    So gehts, wenn man auf see in den wind scheißt...
    der dreck kommt allemal zurück!
  • Direktlink »
#3 VolumePro
  • 04.01.2011, 15:36hMönchengladbach
  • Die Entscheidung der Marine ist wichtig und richtig.
    Sie wird weitreichende Auswirkungen auf das gesamte US-Militär haben, denn jetzt wird sich kein Kommandant oder sontiger Offizier mehr trauen irgendwelche verletzende Äußerungen zu tätigen.
    Dieses wird die Disziplin stärken.
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