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  • 10. Januar 2011 29 3 Min.

Daniel Hernandez Jr. bei einem im Wahlkampf 2010 aufgenommenen Bild mit der Abgeordneten Gabrielle Giffords (Bild: privat)

Ein schwuler Praktikant leistete erste Hilfe, nachdem ein 22-Jähriger die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords ins Gesicht geschossen hatte - die homofreundliche Politikerin überlebte schwer verletzt.

Der 22-jährige Waffennarr Jared Lee Loughner hatte die 40-Jährige am Samstag bei einer Veranstaltung in Tucson (Arizona) mit einem gezielten Kopfschuss niedergestreckt. Der Einzelgänger verletzte weitere zwölf Personen, sechs Menschen fanden den Tod.

Wie am Sonntag bekannt wurde, verdankt Giffords ihr Leben einem ihrer Praktikanten: Der 20-jährige Daniel Hernandez Jr. stand zehn Meter von seiner Chefin entfernt, als diese von der Kugel getroffen wurde. Er eilte sofort zu ihr und presste seine Hand auf die Wunde auf ihrer Stirn, um die Blutung zu stillen. Außerdem hielt er sie aufrecht, damit sie nicht an ihrem eigenen Blut erstickt. Nachdem die Rettungskräfte eingetroffen waren, fuhr er mit ihr ins Krankenhaus und hielt dabei ihre Hand. Hernandez hat zum Zeitpunkt des Anschlages erst seit fünf Tagen für die Abgeordnete gearbeitet.

Youtube | Daniel Hernandez Jr. bei CNN

Giffords setzt sich für Homo-Rechte ein


Giffords ist seit 2007 Abgeordnete im Repräsentantenhaus. 2010 gewann sie mit 48,8 Prozent der Stimmen knapp vor dem Republikaner Jesse Kelly (47,3 Prozent) (Bild: United States Congress)

Giffords gilt als gemäßigte Demokratin, die sie auch für Homo-Rechte eingesetzt hat. So sprach sie sich etwa für die Abschaffung von "Don't ask, don't tell" aus. Aus der Statistik der Human Rights Campaign geht hervor, dass sie in 81 Prozent der Fällen für die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben gestimmt hat. "Gabby Giffords unterstützt Homo-Rechte und ist eine prinzipientreue Führungspersönlichkeit für Arizona", erklärte die HRC am Sonntag.

Die 40-jährige Politikerin war auch für Konservative wählbar, weil sie in einigen Kernthemen republikanische Ansichten übernahm. So spricht sie sich etwa für das Recht der Amerikaner aus, Waffen zu besitzen und in der Öffentlichkeit zu tragen. Republikaner kritisierten sie allerdings scharf für ihre Unterstützung der Gesundheitsreform, die Präsident Barack Obama vergangenes Jahr durchs Parlament brachte. In der aufgeheizten politischen Atmosphäre wurde Giffords dann zu einer der Hauptgegner der Konservativen, was viele Aktivisten der Partei in martialischen Posen zum Ausdruck brachten: So ist ihr Wahlkreis auf Sarah Palins Website mit einem Fadenkreuz eines Zielfernrohres versehen. Jesse Kelly, ihr republikanischer Gegner im Wahlkampf 2010, ließ sich auf Wahlplakaten sogar mit einem Maschinengewehr ablichten.

Beobachter haben den aggressiven Wahlkampf der Republikaner bereits zuvor für gewalttätige Ausschreitungen verantwortlich gemacht. So haben Unbekannte im vergangenen Jahr mit Schrotkugeln auf das Wahlkampfbüro der Politikerin geschossen und dabei Sachschäden verursacht.

Motiv noch unklar


Sarah Palin: Das Fadenkreuz gegen Giffords und 19 weitere Demokraten. (Bild: SarahPAC)

Noch ist das Motiv des Täters unklar. Er hat im Internet allerdings Spuren hinterlassen, die ihn als Verschwörungstheoretiker entlarven. So fürchtete er - wie viele in Milizen organisierte rechtsradikale Amerikaner - dass die Bundes­regierung die Bevölkerung manipulieren und kontrollieren will. Seine Waffe kaufte er legal, nachdem er einen "Background Check" bestanden hatte.

Die Miliz-Bewegung ist besonders stark in Arizona. Hier fürchten viele Aktivisten eine Überfremdung durch mexikanische Einwanderer. In der Debatte geht es dabei weit schriller zu als im deutschen Streit um islamische Migranten. So hat Arizona im vergangenen Jahr ein Gesetz eingeführt, nach dem spanisch aussehende Menschen von der Polizei mehr kontrolliert werden sollen als Mitglieder der Mehrheitsbevölkerung. (dk)

-w-

#1 RabaukeAnonym
  • 10.01.2011, 12:53h
  • Erstmal ist es wichtig, dass die Frau noch am Leben ist. Ob sie nun von einem "Schwulen" oder anderen Mensch gerettet worden ist, spielt doch keine Rolle! Das die Leute immer ein Drama 15 draus machen und eine Urkunde mit Goldrand "beanspruchen", unglaublich. Ich denke, Jeder hätte erste Hilfe geleistet. EGAL, welcher Neigung und Geschlecht.
  • Direktlink »
#2 RIXFOX
  • 10.01.2011, 13:08hBerlin
  • Zitat:
    So spricht sie sich etwa für das Recht der Amerikaner aus, Waffen zu besitzen und in der Öffentlichkeit zu tragen.

    Ironie des Schicksals....

    Jetzt hat ihr so ein öffentlicher Waffenträger ins Gesicht geschossen.
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#3 deltorAnonym