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  • 10. Januar 2011 14 2 Min.

Mordopfer Carlos Castro, Hauptverdächtiger Renato Seabra

Der 65-jährige portugiesische Promi-Reporter und Homo-Aktivist Carlos Castro ist am Freitag in New York ermordet worden. Tatverdächtig ist sein 21-jähriger Freund, Reality-TV-Star und Model Renato Seabra.

Castro wurde nackt und blutüberströmt im 34. Stock des InterContinental-Hotels am Time Square in Manhattan gefunden. Er war Ende Dezember mit Seabra nach Amerika geflogen, um dort das neue Jahr zu feiern und Broadway-Musicals anzusehen. Die beiden Portugiesen waren erst seit zwei Monaten ein Paar. Castro gehörte in Portugal zu den bekanntesten Reportern. So verfasste er als einer der ersten ein Chronik der Lissaboner High Society. Zu seinem engen Freundeskreis gehört unter anderem der frühere Premierminister und Präsident Portugals, Mário Soares.

Der Mord wurde von einer Freundin Castros aufgedeckt, mit der er und Seabra am Freitag zum Essen verabredet waren. Als nur Seabra erschien und verdächtige Bemerkungen machte ("Carlos wird sein Zimmer nicht mehr verlassen"), alarmierte sie das Hotel. Ein Angestellter öffnete gegen 19 Uhr Ortszeit das Zimmer und fand die verstümmelte Leiche vor. US-Medien berichten, dass Castros Hoden offenbar bei einem Kampf mit Splittern eines Weinglases abgetrennt worden waren. Der 65-Jährige starb offenbar an schweren Kopfverletzungen. Nähere Einzelheiten sollen nach der Obduktion bekannt gegeben werden.

Youtube | Bericht im portugiesischen Fernsehen

Nach der Tat Selbstmordversuch

Seabra wurde schließlich in einem New Yorker Krankenhaus festgenommen. Er wollte hier Schnittwunden an Händen und Gesicht versorgen lassen. Laut Polizei habe er die zunächst Tat bestritten und versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Inzwischen hat er laut Medienberichten aber zugegeben, seinen Partner umgebracht zu haben.

Zeugen sagten nach dem Mord aus, dass es am Freitag im Zimmer des portugiesischen Paares einen lautstarken Streit gegeben haben. Portugiesische Medien berichten, dass Seabra dabei gesagt habe: "Ich bin nicht schwul, ich mach's bloß fürs Geld". Es gibt nun Spekulationen darüber, dass Seabra die Beziehung mit Castro nur eingegangen ist, um seiner Modelkarriere zu helfen. (dk)

Youtube | Renato Seabra bei einer Model-Show

#1 yomenAnonym
#2 Timm JohannesAnonym
  • 10.01.2011, 16:46h
  • Unfassbar und schlimm, was da geschehen ist.

    ---
    Und es wirft wieder -egal ob hetero oder bi - ein Schlaglicht auf das Beziehungsverhältnis von Menschen, die Generationen (!) vom Alter auseinander liegen. Damit meine ich nicht den Altersabstand von 10, 15, 20 oder 25 Jahre...alles noch kein Thema.

    Aber hier ist es das Doppelte an Jahren: 44 Jahre ! Der junge Mann hätte auch den Altenpfleger geben können.

    So traurig und bedauerlich es im Alter auch sein kann ("nicht sein muß"), das man allein ist (Tod des langjärigen Partners, gescheiterte Beziehung, usw.), so sollte man/frau sich doch nicht der Illusion hingeben, das es sich bei solchen Altersabständen von über 40 Jahren um wahre Liebe handelt. Ich glaube an die Dauerhaftigkeit dieser Beziehungmodelle in der Regel nicht und verfüge hierzu über einige Erfahrungswerte ("sowohl hetero als auch homo"), die diese Haltung von mir bestätigt haben.

    Ich frage mich dann immer, warum können solche älteren Sugardaddys nicht einen annähernd gleichaltrigen Freund (wobei ich alles bis 25 Jahre jünger als okay noch finde) sich suchen oder eine Alters-WG ala "Golden Girls" aufmachen: warum muss es ausgerechnet der 40 Jahre jüngere Mensch sein.

    Die Antwort, die ich solchen Männern früher aus Neugier gestellt habe, lautete: "weil sie Gleichaltrige/annährend Gleichaltrige sexuell nicht interessant finden". Sehr bedenklich empfand ich immer diese Aussage, als ich jung und noch Single war.

    Oftmals geht es nämlich in solchen Fällen in Wahrheit, um das Geld, um die Aufenthaltsberechtigung in Deutschland, um beruflichen Erfolg, aber es geht nicht um die Liebe zueinander.

    Gleichwohl wünsche ich jedem generationenübergreifenden Paar viel Glück, auch wenn ich an die Dauerhaftigkeit ihrer Beziehung nicht glaube.
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#3 FritzFixAnonym
  • 10.01.2011, 16:57h
  • Dass diese Beziehungen nicht auf die Ewigkeiten angelegt sind, wissen, wenn sie klug sind, beide Partner. Und dass Glück im besten Fall einen Moment, darstellt auch. Und wenn sie ganz klug sind, dann können sie sich sogar vorstellen, dass hinter den Welt des braven Homospießbürgers, da wo der sich nicht mehr hintraut, noch ganz andere Freuden lauern. Dort findet nämlich niemand was dabei, dass 40 Jahre dazwischen liegen. Wenn man allerdings als katholisch erzogener, portugiesisch stämmige Provninzmaus mit hübsch Body und nicht ganz so klugen Köpfchen sich auf so etwas einlässt, geht das schief. Sehr sogar. Und der alte Herr ist über seine Eitelkeit gestolpert. Auch das solls öfters geben. R.I.P, Carlos.
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