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  • 10. Januar 2011 40 2 Min.

Teilnehmer beim CSD Tel Aviv 2008 (Bild: AmitLev / flickr / by 2.0)

Eine neuen israelischen Studie besagt, dass Schwule kurz vor der Volljährigkeit ihre Homosexualität akzeptieren - bis zum Coming-out vergehen allerdings noch einmal mehr als vier Jahre.

Die Untersuchung wurde vom schwul-lesbischen Zentrum Hoshen durchgeführt, berichtet die Tageszeitung "Haaretz". Insgesamt befragten Forscher 617 Schwule, Lesben und Bisexuelle in einem elektronischen Fragebogen.

Demnach merkten die Befragten erstmals mit 11,5 Jahren, dass sie anders fühlen als ihre Mitschüler. Ihre Heterosexualität bezweifeln Jungs schon früher als Mädchen - Schwule im Alter von 14,5 Jahren, Lesben mit 18 Jahren. Mit ihrer Homosexualität im Reinen sind Schwule schließlich mit 17, Lesben mit 21. Erst nach weiteren 4,5 Jahren (Lesben: 3,5 Jahre) wagen sie aber, ihre Homosexualität öffentlich zu machen.

Das Coming-out verläuft in den meisten Fällen nach dem gleichen Schema: Zunächst vertrauen sich junge Schwule, Lesben und Bisexuelle einem Freund an, als nächstes dann ihrer Mutter. Erst später erzählten drei Viertel der Befragten ihrem Vater von ihrer Homosexualität, danach - wenn überhaupt - den Arbeitskollegen.

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Bisexuelle leben versteckter

Große Unterschiede gibt es bei der Antwort auf die Frage, ob man sich "mit Sicherheit" mit seiner sexuellen Orientierung abgefunden hat: Das sagen 80 Prozent der Schwulen, 75 Prozent der Lesben, aber nur 51 Prozent der Bisexuellen. Völlig offen lebten demnach 60 Prozent der Lesben, 55 Prozent der Schwulen und 33 Prozent der Bisexuellen.

Laut Mitautor Guy Shilo von der Tel Aviver Universität dürften die Zahlen denen in anderen westlichen Ländern ähneln - gerade in US-Studien sei es zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen. "Der Prozess beginnt mit der Pubertät. Das verstärkt die Sicht, dass es sich hierbei um einen angeborenen körperlichen Prozess handelt, der unabhängig ist von sozialen Faktoren." Allerdings konnten in der Studie nur Menschen befragt werden, die relativ weit in ihrem Coming-out-Prozess vorangeschritten sind. Homosexuelle, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten, seien für Studien schließlich nicht erreichbar, so Shilo. (dk)

-w-

#1 GeorgFalkenhagen
  • 10.01.2011, 17:26hBremen
  • Tja, unsere statistische Dunkelziffer ist eben(t) ne janz spezielle. Und das ist auch nicht nur gut so, sondern auch ausgesprochen bezaubernd ...
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#2 chris
  • 10.01.2011, 17:31h Dortmund

  • Gibt es denn tatsächlich noch Zweifel daran, dass die Sexualität angeboren ist? Also ich habe mich schon in der Grundschule für die Pimmelchen meiner Freunde interessiert. Gespielt habe ich (achtung Klischee!) aber meist mit Mädchen. Jungs waren mir immer zu grob und zu gemein ^^. Erster Sex mit 12, Coming-Out mit 19 erst bei Kollegem dann bei Mutter.
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#3 DenWeg
  • 10.01.2011, 18:42h
  • habe meine homosexualität ebenfalls mit 17 akzeptiert, geoutet auch mit 17 bei einer freundin und dann nach und nach dem weiteren engen freundeskreis, komplett geoutet allerdings noch nicht.
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