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- 17. Januar 2011 3 Min.

Sir Ian McKellen (hier beim CSD Manchester 2010) (Bild: Man Alive! / flickr / by 2.0)
Ian McKellen findet, dass die Bibel eigentlich ein ganz interessantes Buch ist, wenn die homofeindlichen Stellen entfernt worden sind - in Hotels reißt er daher selbst entsprechende Passagen heraus.
Von Dennis Klein
In Sachen Homo-Rechte haben sich die großen Kirchen in aller Welt immer wieder als Bremser erwiesen. Ob die USA, Spanien, Italien oder Deutschland - die Führung aller großen Kirchen warnen immer wieder vor der Ausweitung von Homo-Rechten, etwa bei der Öffnung der Ehe. So kritisierten etwa die Kirchen in Berlin, dass die Stadt Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellen wolle - die Protestanten bemängelten, dass dadurch "traditonelles Kulturgut" kaputt gemacht werde, die Katholiken halten Homosexuelle generell nicht für ehefähig (queer.de berichtete). Übergriffe auf Schwule und Lesben oder die Selbstmordserie unter homosexuellen Jugendlichen lassen die meisten Bischöfe und Pfarrer dagegen kalt.
Der britische Schauspieler Ian McKellen ("Herr der Ringe", "X-Men", "The Da Vinci Code") macht den Quelltext für die Kompromisslosigkeit der Kirchen verantwortlich, wenn es um Menschenrechte von Schwulen und Lesben geht. Im Interview mit dem US-Magazin "Vanity Fair" bekräftigte der 71-Jährige, dass er in Hotelräumen nach wie vor eine Stelle aus dem 3. Buch Mose herausreiße: "Es ist der Text bei Levitikus 18:22, gegen den ich mich verwahre", so McKellen. Er sei ein großer Bücherfan und lese alles, was ihm vor finden könne. In seiner Toleranz gebe es aber auch Grenzen: "Ich will nicht, dass gemeine, schwulenfeindliche Sätze 30 Zentimeter von meinem Kopf entfernt liegen... Ich respektiere Bücher, aber ich respektiere nicht diesen Satz. Ich hab nichts gegen das Buch als Ganzes."
Verurteilt Bibel Homosexualität?

Gerade in den USA ist die "Holy Bible" aus Motel- und Hotelzimmern nicht mehr wegzudenken (hier mit der mormonischen Fortsetzung "Das Buch Mormon")
Bei Levitikus heißt es: "Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel". Dabei handelt es sich um den meistzitierten Bibel-Abschnitt zum Thema Homosexualität. In der Vergangenheit hat dieser Satz Todes- oder Gefängnisstrafen für Schwule und Lesben gerechtfertigt. Liberale Bibel-Ausleger sind dagegen überzeugt, dass der Verfasser mit diesem Satz Inzest oder Kindesmissbrauch kritisieren wollte, aber nicht Homosexualität per se.
Es werden aber auch andere Teile der Bibel von den gegenwärtigen Kirchenfürsten als Verbot von Homosexualität interpretiert. Im 1. Buch Mose (Kapitel 19) steht etwa, dass die Bewohner von Sodom offenbar mehrere Männer vergewaltigen wollen. Daraufhin bot der christliche Held Lot heterosexuellen Ersatz an: "Ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt".
Mit anderen Teilen der Bibel hat McKellen kein Problem: "Es ist mir egal, ob es ein biblischen Verbot von Schalentieren gibt oder ob es dort untersagt wird, eine bestimmte Kleidung zu tragen. Ich werden nur ungehalten, wenn es heißt, dass Männer sich nicht lieben können." Bei Levitikus sind außer dem Homo-Verbot noch mehrere andere Vorschriften erlassen worden. So dürfen sich Christen etwa nicht tätowieren lassen, nicht am Samstag arbeiten und auch keine Nahrungsmittel mit Blut essen. Anders als bei Homosexualität werden diese Verbote allerdings selbst von vielen Fundamentalisten nicht ernst genommen.
Levitikus fürs Badezimmer
In der Vergangenheit hat McKellen das "Buch der Bücher" bereits wiederholt als interessantes Lesematerial bezeichnet ("It's a jolly good story"), dabei aber immer wieder die Homophobie in der Bibel kritisiert. So hätten ihm Fans bereits vor zwei Jahren 40 Seiten des schwulenfeindlichen Levitikus-Textes zugeschickt, die sie aus Hotels "erbeutet" hatten. Der Schauspieler erzählte gerührt, dass sie dabei die Seiten zusammengebunden hätten, so dass McKellen sie sich im Badezimmer aufhängen konnte.
McKellen setzt sich bereits seit seinem Coming-out Ende der 1980er Jahre in Großbritannien für Homo-Rechte ein. So war er einer der Mitbegründer der noch immer einflussreichen englischen Homo-Gruppe Stonewall. Mit den christlichen Legenden hat McKellen dagegen nicht viel am Hut: In Interviews bezeichnete er sich als Atheisten.














In Wirklichkeit ist die gleichgeschlechtliche Liebe eine Gabe Gottes, die durch patriachalische Herrschaftsstrukturen immer wieder verleugnet wird.
Wenn ich gegenüber solchen Personen, die ja ach so "Nächstenliebend" sind, davon spreche, dass es eine Gabe Gottes ist, so zu lieben, gehen diese Herrschaften regelmäßig an die Decke.
Hab das in diversen Bibelkreisen schon gemacht.