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- 20. Januar 2011 2 Min.

Roger Helmer will Homosexuellen die Möglichkeit geben, "normal" zu werden. (Bild: Conservative and Unionist Party)
Der konservative EU-Abgeordnete Roger Helmer sorgt in seiner Heimat England für Aufregung, weil er die "Heilung" von Homosexuellen mit geschlechtsanpassenden Operationen gleichsetzt.
Am Sonntag twitterte der Parlamentarier, der die Region East Midlands in Straßburg vertritt: "Warum ist es in Ordnung für einen Chirurgen, eine Geschlechtsumwandlung durchzuführen, aber es ist nicht in Ordnung, wenn ein Psychiater versucht, einen Homosexuellen mit dessen Zustimmung 'umzudrehen'".
Diese Aussage führte zu Empörung unter Homo-Aktivisten. So erklärte Jonathan Finney, der Sprecher der schwul-lesbischen Gruppe Stonewall: "Es ist enttäuschend, dass ein gewählter Abgeordneter diese so genannten Therapien unterstützt, obwohl sie vollständig diskreditiert sind." Schwule und Lesben müssten gleich behandelt werden wie Heterosexuelle "und nicht von einer Minderheit von Psychiatern zu einer irrigen Behandlung genötigt werden", so Finney.
Konversionstherapie ist Humbug

Wenn Politiker twittern... (Bild: Twitter)
Alle weltweit führenden Psychologenverbände lehnen die so genannten Konversionstherapien ab. Sie ist dennoch insbesondere in den USA unter evangelikalen Christen populär. Der amerikanische Psychologenverband warnt jedoch, dass sich die sexuelle Orientierung nicht durch Therapien ändern lasse - vielmehr würden diese psychologische Probleme verursachen, die in vielen Fällen zum Selbstmord führten.
Helmer verteidigt seine These jedoch gegenüber Kritikern: "Ich bin immer wieder überrascht, wie eine schrille Minderheit sofort ihre Empörung zum Besten gibt", sagte der Abgeordnete am Mittwoch. "Ich vergleiche nur einen Homosexuellen, der sich wünscht, kein Homosexueller zu sein und einer Frau, die sich wünscht, ein Mann zu sein", so Helmer. Homosexualität bezeichnete er dabei als "Lifestyle Choice". Er selbst wisse nicht, ob die Konversionstherapie erfolgversprechend sei, setze sich aber dafür ein, dass unglückliche Schwule und Lesben eine Wahl haben sollten.
Die oppositionelle Labour-Partei kritisierte die Äußerungen des Europaabgeordneten scharf und forderten Konsequenzen von Premierminister David Cameron. Ein Sprecher des Regierungschefs erklärte daraufhin kurz: "Wir können solche Aussagen nicht dulden". Über mögliche Konsequenzen sagte er nichts.
Die britischen Konservativen, denen auch Helmer angehört, sind 2009 aus der Europäischen Volkspartei ausgetreten, der auch CDU und CSU angehören. Statt dessen haben sich die Torys den der Allianz der Europäischen Konservativen und Reformisten angeschlossen, die sich euroskeptischer geben und Homosexualität verurteilen. Neben der britischen Regierungspartei stellt die polnische Partei "Recht und Gerechtigkeit" von Jaroslaw Kaczynski die meisten Abgeordneten der Fraktion. Die Nationalkonservativen haben 2008 durchgesetzt, dass sich Polen nicht an die EU-Grundrechtecharta halten muss. Grund: Darin ist auch der Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben enthalten (queer.de berichtete). (dk)














