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- 22. Januar 2011 2 Min.

Schade, die Dschungelcamp-Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow werden jetzt keine Witze mehr über den Vornamen des Weddingplaners aus Olpe machen. Froonck Matthée (im Foto über die Ziege gebeugt) wurde am Freitagabend rausgewählt, obwohl er doch - so gab er sich überzeugt - als Stimmungskanone so wichtig ist für das Team sei. Das Publikum hat sich gegen den Dschungelanimateur entschieden, und der ist ganz traurig: "Es wurmt mich kolossal, dass ich als erster gehen muss, zumal ich jetzt auch keine Dschungelprüfung mehr machen konnte, das hätte ich gerne mal ausprobiert."
Mit Froonck verschwindet auch das rosa Element im Busch. Andere versuchen derweil erfolgreich, alten Gerüchten entgegenzutreten. Sonja Zietlow brachte es auf den Punkt: "Es gibt ja noch zwei, die was beweisen wollen: Jay Khan, dass er total auf Frauen steht und Katy Karrenbauer, dass sie total - nicht auf Frauen steht."
Zum Abschied von Froonck hier noch einmal der schräg-böse Dialog zwischen Dirk und Sonja aus der ersten Sendung:
Sonja: "Also Frank ist jetzt Teamchef."
Dirk: "Froonck! Es heißt Froonck!"
Sonja: "Und wieso das? Kommt der aus Froonkreich?"
Dirk: "Nee, aus Olpe. Also aus dem Verdun des Sauerlandes. Oder heißt es vielleicht jetzt Oelpé?"
Sonja: "Aber warum ist der Froonck jetzt hier? Ist Froonck etwa bloonk?"
Dirk: "Hat er kein Geld auf der Boonk?
Sonja: "Wir werden es wahrscheinlich in den nächsten 16 Tagen erfahren. Zumindest hat Froonck schon mal die ersten Patienten zum Arzt geschickt."
Dirk: "Oh mon Dieu, sind sie etwa kroonk?
Sonja: "Nein, es ging um die Dschungelprüfung!"
Dirk: "Gott sei doonk!"
Vor seiner eigentümlichen Namensumbenennung machte sich der frühe Dschungel-Ausreißer als Frank Mathee einen Namen als Weddingplaner. in einer TV-Show brachte er unzählige Paare mit ausgefallenen Hochzeiten vor den Altar. Auch schwule und lesbische Paare kamen bei ihm unzter die Haube.















Jetzt kann Klemmschwester Jay Khan endlich ungestört seine gesellschaftlich verordnete und vom Markt geforderte Heterosexualität unter Beweis stellen.
7,95 Millionen Zuschauer,
"45,6 % Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren."
Was hat wohl größeren Einfluss auf die Fremd- und Selbstwahrnehmung der jungen Zuschauer?
Die Ausdünstungen des Papstes oder solche heterosexistischen Inszenierungen?
Im Kern propagieren sie ja dasselbe bzw. es läuft auf dieselbe Zwangsjacke hinaus. Allerdings ist die hier diskutierte Plattform weitaus wirkungsvoller.
Ich bin gespannt, ob wir in Deutschland auch noch eine schwule Bewegung erleben, die endlich eine quantitativ wie qualitativ angemessen Repräsentation von Schwulen im Fernsehen einfordert.
Der vorliegende Müll ist jedenfalls das beste Beispiel dafür, wie (Hetero-) Sexismus, die Unterdrückung und Stigmatisierung von männlicher Homosexualität in unserer massenmedial gesteuerten Welt das Bewusstsein schon von Vorpubertierenden bestimmen.