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  • 23. Januar 2011 11 2 Min.

Wie fühle ich mich heute: Mann, Frau, dazwischen? (Bild: CS)

Transgender, trans­identisch, queer, drag? So vielfältig die Lebensweisen, so verwirrend die Begriffe. Queer.de bringt Licht ins Wörter-Dickicht.

Von Carsten Weidemann

Seit Jahren treibt die LGBT-Community konservative wie schlichte Gemüter zur Verzweiflung. Denn deren in schwarz-weiß gemalten Vorstellungen einer bipolaren Welt steht eine kunterbunte lebendige Szene mit unterschiedlichen Identitäten und Lebensweisen gegenüber. Das gilt besonders für die Sektion, in der die erste Silbe "Trans" lautet. Was dahinter steht, entscheidet über die jeweilige Definition dessen, was gemeint ist und womit man sich identifiziert. Die Vielfalt der Worte überfordert selbst aufgeschlossene Menschen ab und an.

Aufklärung kommt überraschenderweise von der "Anti­diskriminierungs­stelle des Bundes" (ADS). Die Einrichtung, die mit der Einführung des Allgemeinen Gleich­behandlungs­gesetztes (AGG) 2006 ins Leben gerufen wurde, hatte sich in der Vergangenheit eher durch Untätigkeit ausgezeichnet. Doch mit dem Führungswechsel vor einem Jahr hat sich das geändert. ADS-Leiterin Christine Lüders stellte noch kurz vor Silvester 2010 eine wissenschaftliche Untersuchung vor, die die Diskriminierungssituation von Trans*Personen analysiert und dokumentiert.

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Die Antidiskriminierungsstelle checkt Diskriminierung

Jannik Franzen und Arn Sauer, die die Expertise verfasst haben, kommen dabei unter anderem zu dem Schluss, dass für viele Trans*Personen die Änderung ihres Vornamens und des Geschlechtseintrags in offiziellen Dokumenten unabdingbare Voraussetzungen für ihr Wohlbefinden, ihre soziale und ökonomische Teilhabe sowie nicht zuletzt für den Schutz vor Diskriminierung sind.

"Trans*Personen" ist dabei ein neuer Oberbegriff, den wir wohl in Zukunft häufiger lesen und hören werden. Der Link zur Studie findet sich unten. Und in der Galerie dokumentieren wir die in der Expertise erklärten "Trans"-Begriffe.

Galerie:
Das ultimative Trans-ABC
16 Bilder
-w-

#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 23.01.2011, 15:43h
  • ... fand es sehr schlimm, das selbst bei den gaygames cologne, die medizinische Definition der Geschlechtszugehörigkeit herangezogen wurde, um zu klären, wer bei welchem Wettbewerb mitmachen durfte... sehr ätzend!

    Bleibt zu hoffen, dass endlich dieses bescheuerte Schwanz-ab-Schwadronieren ein baldiges Ende findet. Wie ich bereits in den Neunzigern in der Rosa Zone /Queer titeln durfte: "Ein Schwanz allein macht keinen Mann" und ist zudem kein Grund, das Leben nicht femin leben zu dürfen.

    Deshalb: Ein Hoch auf den Damen-Penis!
    Und danke für den Text...
    Grüße aus Berlin
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#2 FloAnonym
  • 23.01.2011, 16:50h
  • Ich selbst bin zwar schwul und kann mir auch nur eine Beziehung zu einem anderen schwulen (oder notfalls bisexuellen) Mann vorstellen, aber dennoch freue ich mich immer über Drag Queens, Transsexuelle, Transgender, etc.

    Alles, was unsere Welt bunter und vielfältiger macht ist mir willkommen.
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 24.01.2011, 00:54h
  • "Aufklärung kommt überraschenderweise von der "Antidiskriminierungsstelle des Bundes" (ADS). Die Einrichtung, die mit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes (AGG) 2006 ins Leben gerufen wurde, hatte sich in der Vergangenheit eher durch Untätigkeit ausgezeichnet. Doch mit dem Führungswechsel vor einem Jahr hat sich das geändert."

    Das soll wohl ein schlechter Witz sein.

    Die "ADS" ist so untätig wie eh und je, oder seht ihr irgerdwo eine breitenwirksame Kampagne gegen Homophobie, wie sie in Zeiten einer ganz neuen Qualität der offenen Schwulenfeindlichkeit gerade unter Jugendlichen lebenswichtig wäre?

    In anderen EU-Ländern klagen Antidiskriminierungsstellen sogar für betroffene Diskriminierungsopfer und ziehen mitunter bis vor den Europäischen Gerichtshof.

    Und wenn hierzulande nach vier Jahren mal eine halbwegs relevante "Studie" in Auftrag gegeben wird, soll das gleich eine angemessene Funktionserfüllung dieser Alibi-Institution sein?

    Sogar Nicht-EU-Länder wie Brasilien verfügen inzwischen über einen "Nationalen Rat gegen Diskriminierung von LGBT", in dem 15 zivilgesellschaftliche Organisationen aktiv an der Formulierung von Regierungspolitiken beteiligt werden.

    Von nationalen Programmen zur Bekämpfung von Homophobie in den Schulen ganz zu schweigen.

    Immer häufiger fragt man sich, was gewisse Teil der hiesigen "Community" davon haben, kontinuierlich die Tatsache zu verschleiern, dass Deutschland skandalöses Schlusslicht in Sachen Diskriminierungsschutz und Aufklärung nicht nur in West- und Nordeuropa ist.
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