https://queer.de/?13556
- 24. Januar 2011 2 Min.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad verteidigt die Todesstrafe gegen Homosexuelle (Bild: Wiki Commons / Daniella Zalcman / CC-BY-2.0)
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bekräftigt, dass in seinem Land Schwule und Lesben aus gutem Grund verfolgt würden.
Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, ging Ahmadinedschad bei einer Rede an lokale Würdenträger in der Stadt Yazd auf das Thema Homosexualität ein. Er erinnerte dabei an seinen Auftritt in der New Yorker Columbia University vor drei Jahren: "Dort haben sie mich gefragt, warum ich gegen Homosexuelle im Iran vorgehe. Ich habe geantwortet, dass wir nicht viele Homosexuelle im Iran haben, weil wir glauben, dass sich dieser Akt gegen den menschlichen Geist und die Menschlichkeit richtet".
Bei seinem umstrittenen Auftritt 2007 hatte Ahmadinedschad noch darauf beharrt, dass sein Land frei sei von Homosexuellen. Damals sagte er: "Im Iran haben wir keine Homosexuellen wie in Ihrem Land. Wir kennen dieses Phänomen nicht. Ich weiß nicht, wer Ihnen erzählt hat, dass wir so etwas haben" (queer.de berichtete). Nachdem diese Aussage weltweit als albern kritisiert worden war, sagte Ahmadinedschad, dass es im Iran nicht viele Schwule gebe, weil das Land moralische Regeln achte. Ein Jahr später beschrieb der Präsident im US-Fernsehen Homosexualität als "hässliche Sache", da die meisten Menschen diese "nicht mögen" (queer.de berichtete).
Gelebte Homosexualität wird im Iran mit dem Tod bestraft. Es ist unklar, wie viele Menschen nach diesem Gesetz hingerichtet wurden. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass Gerichte gegen mehrere tausend Homosexuelle die Höchststrafe ausgesprochen haben. Viele schwule und lesbische Iraner versuchen daher, durch Flucht in den Westen dem Regime zu entkommen. Im vergangenen Jahr hat der oberste britische Gerichtshof entschieden, dass auch "diskrete" Homosexuelle im Iran gefährdet seien und Asyl erhalten müssten (queer.de berichtete). (dk)














