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- 25. Januar 2011 3 Min.

Im britischen Fernsehen war der umstrittene Hintern sogar in den Trailern zu sehen
MTV könnte seine Version der britischen Jugendserie zensieren, nachdem dem Sender Kinderpornographie vorgeworfen wird.
Von Norbert Blech
Es ist nun auch schon wieder vier Jahre her, dass aus England eine Jugendserie kam, die uns den Atem raubte: "Skins". Witzig, sexy, traurig, unvorhersagbar. Und schwul, später lesbisch. Nun ist am letzten Montag in Amerika eine eigene Version angelaufen und sorgt für mächtig Wirbel.
Bereits im Vorfeld hatte das konservative Parents Television Council (PTC) gewarnt, die MTV-Serie sei - angesichts der vermeintlichen Fülle von Sex, Drogen und Gewalt - die "gefährlichste Show für Teenager". Nach der ersten Folge und weiterem Aufschrei von PTC folgten Werbekunden dem Aufruf der Moralwächter und stornierten ihre Buchungen, darunter Subway, Taco Bell, Wrigley und General Motors.
Damit wird die Serie zu einem Problem für MTV, trotz Traum-Quoten in der Primetime. Und damit nicht genug: Angesichts der für nächsten Montag geplanten dritten Folge, in der ein 17-jähriger Schauspieler mit nacktem Hintern durch die Gegend läuft und an anderer Stelle eine gespielte wie verkleidete Erektion hat, erhob das PTC den Vorwurf der Kinderpornographie und forderte Kongress und Justizministerium zu einer Untersuchung auf. Seitdem ist "Skins" ein riesiges Debattierthema in US-Nachrichtensendungen, wo sich die wenigsten Stimmen auf die Seite der Serie schlagen.
MTV unter Druck

Die Jugendlichen von "Skins USA"
Laut "New York Times" haben Senderverantwortliche einige Krisen-Treffen abgehalten und die Produzenten angewiesen, die erotischen Szenen nachträglich zu reduzieren. Der nackte Hintern wird wohl ebenfalls der Schere zum Opfer fallen, obwohl BBC America bei der Austrahlung der britischen Serie die Originalszene zeigte (Schauspieler Joe Dempsie war zu dem Zeitpunkt schon 19, zeigte dafür aber mehr als nur den Hintern).
Bei all der Aufregung: "Skins USA" bleibt in der Freizügigkeit deutlich hinter dem britischen Original zurück, man sieht keinen nackten Frauenbusen und hört selbst ein Piepgeräusch statt eines "fuck". Auch wurde die Rolle des schwulen Teenagers gestrichen, wofür "Skins USA" immerhin eine lesbische Storyline parat hält.
Schlechte Kopie
Man sollte ohnehin nicht vergessen, dass es bei "Skins", dessen fünfte Staffel am Donnerstag in England startet, nicht nur um Sex geht, sondern um gute Geschichten. "Party Animal" Chris, dessen nackter Hintern so umstritten ist, entwickelte sich in den zwei britischen Staffeln zum vielleicht wichtigsten Charakter einer Serie, die aufgrund ihrer Tiefe etliche Preise im Bereich TV-Drama einheimste.
Bis dahin hat die amerikanische Version noch einen langen Weg, wie die erste Episode verdeutlichte, die eine bemerkenswert schlechte Kopie des Originals war: fast gleicher Inhalt, nur mit Cheerleading, zu penetranter wie unwichtiger Hintergrundmusik und häufiger Nennung des Begriffs "Dude".
Und Schauspielern, die zu sehr an das Original erinnern, um ein Eigenleben zu entwickeln. Doch bereits in der zweiten Folge, in der es um ein bisexuelles oder lesbisches Mädchen geht, wurde es individueller, erzählender, mit einer überraschenden Rede einer Oma und dem netten wie unwahrscheinlichen Zug, das die US-Teens plötzlich Northern Soul tanzen, ursprünglich populär in den 60ern. In Nordengland.
(Fast) keine Aufregung über "Shameless USA"

Zwei schamlose Paare, oben in Manchester, unten in Chicago
Es ist keine Leichtigkeit, eine Serie von einem Land ins andere zu übertragen (in Deutschland, wo die britische Serie im Pay-Sender Fox lief, scheiterte schon die Synchronisation von "Skins"). Dass man es aber schaffen kann, zeigt derzeit der US-Kanal Showtime, der bereits das ebenfalls britische "Queer as folk" erfolgreich importierte und nun seit zwei Wochen seine Version der britischen Unterschichten-Serie "Shameless" ausstrahlt.
Die hat auch einen schwulen Teenager, Ian, der weit entfernt von gängigen Klischees ist und auch in der US-Besetzung überzeugend rüberkommt. Obwohl die Serie freizügiger ist als "Skins" (es gibt u.a. auch hier einen nackten Hintern, und der gehört der Entdeckung Justin Chatwin), hat es darüber noch keine Aufregung gegeben. Im amerikanischen Schwulenblog "Queerty" motzten allerdings Leser, sich nach der ersten Folge keine weiteren anzusehen. Weil soviel geraucht wird.
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Folge 78: Sommersonnenwende – Ein rechtskonservativer Großgrundbesitzer versucht unerwünschte Bewohner aus seinem Dorf zu verdrängen, darunter auch das lesbische Paar Ingrid und Constanze.
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aber was kümmert es uns?! mtv wird eh niemand mehr sehen...zumindest nicht mehr in europa.
mtv ist ja jetzt hier paytv...und die zielgruppe hat eben nunmal selten paytv für sich.