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- 26. Januar 2011 2 Min.

Johanna Gräfin von Westphalen: "Ja" zum Leben, "ja" zu AIDS? (Bild: Screenshot)
Mit glatten Lügen versucht die katholische Aktivistin, Männern die Benutzung von Kondomen auszureden - und nimmt damit HIV-Ansteckungen billigend in Kauf.
Von Dennis Klein
Seit Mitte der 1980er Jahre kann man in Deutschland nicht mehr durch die Stadt laufen, ohne mit Kondomwerbung oder der Botschaft "Gibt Aids keine Chance" zu begegnen. Seither haben sich zwar zehntausende Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Im Vergleich zu anderen Ländern weist die Bundesrepublik aber eine der niedrigsten Infektionszahlen aus. Menschen werden in unzähligen Präventionskampagnen über die Gefahren beim Sex aufgeklärt und wissen, wie sie diese minimieren können - Haupthilfsmittel ist hier nach wie vor das Kondom.
Hier wird die Gräfin patzig: "Kondome schützen nicht", argumentiert Westphal in einem Zeitungsinterview allen Ernstes. Gegenteilige Behauptungen seien lediglich "Propaganda der Homosexuellen-Lobby und [von] komisch gestrickten Leuten wie Rita Süssmuth". Die Seniorin, die die unbefleckte Empfängnis in der Bibel fraglos als Wahrheit akzeptiert, treibt damit ein gefährliches Spiel. Um das eigene Dogma durchzusetzen, ist sie bereit, wissenschaftliche Fakten zu ignorieren und mit der Gesundheit junger Menschen zu spielen. Ein paar HIV-Infektionen mehr oder weniger - für die Gräfin sind das offenbar nur Kollateralschäden.
Die Anti-Süssmuth
Dabei ist die ihr verhasste Rita Süssmuth ein gutes Beispiel dafür, wie mitfühlend und pragmatisch eine gläubige Katholikin beim Thema HIV sein kann. Das ehemalige Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken wurde als Bundesfamilienministerin mit Aids konfrontiert - und setzte auf Aufklärung und Beratung. Deshalb wurde ihre 2004 die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks mit folgender Begründung übergeben: "Rita Süssmuth hat dazu beigetragen, dass die Immunschwächekrankheit Aids nicht mehr als Problem einer Minderheit, sondern als gesamtgesellschaftliche Herausforderung wahrgenommen wird". Diesen Fortschritt will Johanna Gräfin von Westphalen rückgängig machen. Die 74-Jährige versucht daher, die jungen, leicht beeinflussbaren Pfadfinder von ihrer Kondom-These zu überzeugen. Die Pharmaindustrie wird's freuen, denn diese Jungs sind die Aids-Patienten von morgen.
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Aber wie in so mancher blauen Blutlinie rächt sich die jahrhundertelange Inzucht mit geistiger Degeneration!