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- 28. Januar 2011 2 Min.

Auf den Rastplätzen der A42 sollen die sieben jungen Männer geschätzte 100 bis 150 Cruiser überfallen haben. (Bild: Wiki Commons / Jochen Jansen / CC-BY-SA-3.0GFDL)
Sechs Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren haben am Donnerstag bei einem Prozess vor dem Landgericht Bochum zugegeben, gezielt schwule Cruiser auf der A42 überfallen, ausgeraubt und geschlagen zu haben.
Die Halbwüchsigen aus schwierigen Verhältnissen sorgten zwischen Mai und September 2010 für Angst und Schrecken an Parkplätzen der Autobahn A42 in der Region Herne/Castrop-Rauxel. Die Polizei konnte schließlich sechs Jugendliche als Täter ermitteln und festnehmen - ein mutmaßlicher siebter Täter ist noch auf der Flucht (queer.de berichtete). Bei dem Prozess haben die Jugendlichen Gewalttaten in fünf Fällen sowie sechs Diebstähle, die ihnen zur Last gelegt werden, zugegeben. Die Polizei schätzt, dass sie insgesamt für 100 bis 150 Taten verantwortlich sind. Wie die "Ruhr Nachrichten" berichten, sahen die Täter die Beleidigung von schwulen Cruisern als Spiel an: "Erst wollten wir die Männer nur ärgern, haben sie ausgelacht oder mit Mais beworfen", erklärte einer der Angeklagten beim Jugendprozess. "Später haben wir sie dann verarscht, indem wir vorgespielt haben, auch wir wären homosexuell."
Vorgehen wurde immer brutaler
Zunächst sollen sie auf Cruiser zugegangen sein und sich als Callboys ausgegeben haben. Sobald ein Mann mit ihnen ins Geschäft kommen wollte, grapschten sie nach Geld, Handy oder anderen Wertgegenständen und entfernten sich schnell vom Tatort. Weil die Cruiser nach Berichterstattung in der Presse auf diese Masche aufmerksam wurden, änderten die Angeklagten ihre Taktik: Sie verübten fortan Blitzüberfälle und gingen immer brutaler zu Werke. So setzten sie Totschläger und Pfefferspray ein, mindestens einem Opfer schlugen sie mit einem Gegenstand aus Metall mit voller Wucht auf den Kopf. "Wir waren halt dumm, brauchten Geld, um Party zu machen und für Drogen", sagte einer der Angeklagten.
Die Opfer sollen ab Dienstag vor Gericht vernommen werden. Allerdings leidet noch einer der Überfallenen nach der Tat an "ernsthaften gesundheitlichen Problemen" und muss wahrscheinlich im Krankenhaus vernommen werden. Von den sechs Angeklagten befinden sich derzeit vier in Untersuchungshaft. (dk)













