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FPÖ-Klubobmann (Fraktionschef) Gottfried Waldhäusl sieht in der Anerkennung von Schwulen und Lesben eine Gefahr für die heterosexuelle Familie

Der niederösterreichische FPÖ-Fraktionschef
Gottfried Waldhäusl hat am Donnerstag im Landtag kritisiert, dass der Staat - statt heterosexuelle Familien zu unterstützen - das Geld für "Schwuchteln" ausgibt.

Das Parlament in der Landeshauptstadt St. Pölten debattierte über ein Sparbudget und Kürzungen bei Familienleistungen. Dabei erklärte der 45-jährige Landwirt: "Ja, da seid ihr Euch einig wenn es um die Schwuchteln geht, aber wenn es um die Familien geht, da ist kein Geld vorhanden". Nach dieser Aussage erhielt Waldhäusl einen Ordnungsruf vom stellvertretenden Landtagspräsidenten Alfredo Rosenmaier (SPÖ). Auch der ÖVP-Fraktionschef kritisierte die Wortwahl seines Parlamentskollegen scharf.

Homo-Aktivisten zeigten sich empört. Peter Traschkowitsch, Bundeschef der SPÖ-Gruppe Sozialdemokratie und Homosexualität (SoHo) nannten die Aussagen "homophob und diskriminierend". "Dieser FPÖ-Politiker ist zwar für seine dreisten 'Kraftausdrücke' berüchtigt, trotzdem darf man hier nicht zur Tagesordnung übergehen". Politiker trügen schließlich auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. "Das muss auch in ihrer Wortwahl zum Ausdruck kommen. Verhetzungen sind absolut unzulässig", so Traschkowitsch.

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Waldhäusl: "Schwuchtel" ist keine Beleidigung

Waldhäusl versteht indes die Aufregung nicht: "Es war eine emotionale Diskussion im Landtag, wo man durchaus auch ein bisschen härter reingehen kann", verteidigte er sich. Das Wort "Schwuchtel" werde ohnehin zu ernst genommen: "Für mich ist das kein Schimpfwort, sondern Umgangssprache", erklärte Waldhäusl. Es handele sich dabei auch nicht um eine Beleidigung von Schwulen.

Die rechtspopulistische FPÖ gilt als homofeindlichste der fünf im Wiener Nationalrat vertretenen Parteien. In der Vergangenheit hat Parteichef Heinz-Christian Strache Homosexualität als "Krankheit" bezeichnet (queer.de berichtete) und Schwulen und Lesben jegliches Recht auf Anerkennung ihrer Partnerschaft abgesprochen. Seine Partei war der größte Gegner der Einführung von eingetragenen Partnerschaften, die in Österreich seit dem 1. Januar 2010 möglich sind. (dk)

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#1 julian21
  • 28.01.2011, 17:43h
  • Wie hohl kann man eigentlich sein?

    "Für mich ist das kein Schimpfwort, sondern Umgangssprache"

    Seit wann entscheidet eine einzelne Person darüber, was Umgangssprache ist? Vielleicht unterhält er sich ja mit seinen nazistischen Bauernkollegen so abfällig, aber die Definitionsmacht sollten - gerade in Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit - immer noch die haben, die mit dem Ausdruck adressiert werden.

    Das ist auch gut vergleichbar mit dem, was Volker Kauder gesagt hat: "Kinder würden sich kein homosexuelles Elternpaar aussuchen". Wenn man so anfängt zu argumentieren, muss man eigentlich nur ein Stückchen weiter denken und man wäre bei Hartz IV-Empfängern, Immigranten, oder gar bei Behinderten.

    Bei diesem Nobody genauso: Wenn er uns schon als "Schwuchteln" bezeichnet und es als nicht beleidigende Umgangssprache bezeichnet, will ich nicht wissen, mit was er (v.a. privat) noch um sich wirft. Da ist das N-Wort für Schwarze sicher noch die leichtere Kost.

    Aber dass dieser Nobody nicht nur rethorisch nicht viel aufm Kasten hat, sieht man wunderbar hier:

    www.youtube.com/watch?v=mDIP9Mc2J10

    Auslachen ausdrücklich erlaubt.

    Hat der Typ keine Facebook-Seite? Schade.
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#2 germknödelAnonym
  • 28.01.2011, 18:13h
  • Antwort auf #1 von julian21
  • "Wenn man so anfängt zu argumentieren, muss man eigentlich nur ein Stückchen weiter denken und man wäre bei Hartz IV-Empfängern, Immigranten, oder gar bei Behinderten."

    Dann reicht's nimmamehr für...

    www.rezeptewiki.org/wiki/Buchteln

    Hier wurde schon vonderleyenfies Füllung und Vanillezucker gestrichen. Butter eh schon, klar.
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#3 Danny_Wilde
  • 28.01.2011, 18:21h
  • "Für mich ist das kein Schimpfwort, sondern Umgangssprache"

    Und genau das ist das Problem, Herr Waldhäusl!
    Wenn schon Politiker so etwas vorleben und solche Beleidigungen als Umgangssprache bezeichnen, dann ist es auch kein Wunder wenn sich das Klima in der Bevölkerung dahingehend entwickelt und solche Beleidigungen (was sie natürlich sehr wohl sind) salonfähig werden.
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