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- 30. Januar 2011 6 Min.

Traumhintern: Manche Pölsterchen kriegt man selbst mit härtestem Training nicht weg
Auch der männliche Hintern ist inzwischen zum einträglichen Geschäft der Schönheitschirurgen geworden. Welche Risiken bergen Po-Straffung und Implantate?
Von Dennis Klein
Nicht nur der Busen, auch der Po sowie die angrenzenden Oberschenkel sind inzwischen zum einträglichen Geschäft der Schönheitschirurgen geworden. Vermehrt nehmen auch Männer die Angebote wahr, ihren Hintern mit chirurgischen Eingriffen verschönern zu lassen. Eine Oberschenkel-, Po- oder Gesäßstraffung ist hierfür der Ausweg.
Und wirklich - manche Pölsterchen kriegt man selbst mit härtesten Training nicht weg. Insbesondere Menschen, die viel Gewicht verloren haben, leiden unter überschüssiger Haut. Denn wenn über Jahre eine Fettschicht angegessen wurde, dehnt sich die Haut und vergrößert damit ihre Oberfläche. Selbst wenn man dann dank Disziplin und Training den Weg zurück zum Idealgewicht findet, ist noch viel überflüssige Haut am Körper, die unschön herunterhängt. Die einzige Möglichkeit, diese loszuwerden, ist der Schönheitschirurg.
Im Alter verliert die Haut an Elastiziät
Zudem verliert die Haut mit dem Alter an Elastizität. Ist die "Elastizitätsgrenze" erreicht, zeigen sich zuerst im Bereich der Oberschenkel-Innenseiten Hautüberschüsse, die weder durch Diät noch durch Sport beseitigt werden können. Dieser natürliche Alterungsprozess ist keine Krankheit - und daher bezahlen Krankenkassen auch nichts für eine solche Operation.
Ist die Haut noch relativ elastisch, aber erscheint der Hintern einfach zu fett, ist nur eine Fettabsaugung notwendig. Ansonsten muss der Bereich gestrafft werden. Das heißt, überschüssige Haut wird hinausgeschnitten und die übriggebliebenen Teile werden wieder zusammengenäht. Hierbei unterscheiden die Mediziner zwischen drei verschiedenen negativen Veränderungen von Fettgewebe und Haut: Die "Reithose" ist eine Fettansammlung an der Oberschenkel-Außenseite. Sie tritt allerdings vor allem bei Frauen auf und ist die häufigste Ursache für eine OP in diesem Bereich. Außerdem gibt es Hautschlaffheit an der Oberschenkel-Innenseite und Hautschlaffheit im Gesäßbereich, also direkt an den Backen.
Silikon wird in die Pofalte gespritzt

Mit Po-Implantaten wird der Hintern als breiter und sportlicher empfunden
Zudem sind Po-Implantate in Mode gekommen für diejenigen, die ihren Hintern als zu wenig ausgeprägt empfinden. Dadurch wird der Hintern breiter und wird als sportlicher empfunden. Hier setzt der Chirurg einen Schnitt in die Pofalte und legt Silikon-Implantate ein. Das Prinzip ist genau das gleiche wie bei Brustvergrößerungen.
Die schöne neue Welt der Schönheitschirurgie hat (leider) mehr als nur einen Haken. Zum ist man mit jeder Operation einige tausend Euro los, zum anderen gibt es keine Garantie, dass das Ergebnis auch wirklich zufrieden stellend ist. In manchen Fällen kann es zu ernsten Entzündungen kommen, die noch über Monate andauern. Im schlimmsten Fall führt die Operation zum Tode.
Mehrere tausend Euro für einen Knackarsch
Zu den Kosten: In Deutschland muss man für eine solche OP mindestens 5.000 Euro verbuchen. In amerikanischen Luxuskliniken beträgt der Preis oft ein Vielfaches, dafür wird jeder Patient gehegt und gepflegt. Für Preisbewusste bieten sich aber Osteuropa und Asien an. In vielen Ländern hat sich eine ganze Industrie entwickelt, die zum Discount-Preis westliche Touristen operiert. Das muss nicht immer gefährlicher sein als zu Hause, allerdings sollte man sich vorher über die Sicherheitsstandards informieren. Gerade in Thailand, dem Paradies für Schönheits-OPs, sind diese hoch und mit deutschen Standards zu vergleichen.
Die Preise sind dafür um einiges tiefer - und meist auch recht transparent. So wirbt eine erfolgreiche Prager Klinik mit einer detaillierten Preisliste in Euro, bei der sich jeder vorher genau ausrechnen kann, wie viel die Operation kostet. Die Konsulation vor der OP beläuft sich auf 50 Euro, die Tests auf 200 Euro. Eine Vollkörpernarkose schlägt mit 480 Euro zu Buche, die eigentliche Straffung gibt es dann zwischen 980 und 1.180 Euro. Stoffverbände, die die nächsten Wochen getragen werden müssen, kosten noch einmal 100 Euro. Dazu kommt die stationäre Aufnahme in der Klinik (3 Tage á 70 Euro), Phyisotherapie (40 Euro) sowie Medizin (70 Euro). Summa Summarum ergibt das in dieser schicken Innenstadtklinik einen Gesamtpreis von rund 2.200 Euro.
Manchmal übernimmt der Operateur eine Garantie für den Erfolg. Falls man noch mal unters Messer muss, werden keine Extrakosten verursacht. Man sollte sich hierbei vor der Operation informieren, was im Preis inbegriffen ist. Sonst muss man unter Umständen das Sparbuch der Oma plündern.
Die Heiliung nach der OP kann Monate dauern

Vor eine Po-OP sollte man sich gründlich beraten lassen
Nicht vergessen werden sollten die Gefahren eines solchen Eingriffs. Immerhin handelt es sich hier um eine Operation, bei der unter Vollnarkose der Körper aufs Schärfste verletzt wird - und sich davon erst wieder erholen muss. Es kann also in den Wochen nach der OP zu Einblutungen kommen. In Einzelfällen macht das Bluttransfusionen notwendig, da auch schon während der Operation ein erheblicher Blutverlust auftritt. Manchmal muss auch ein Bluterguss (Hämatom), der sich unter der Haut gebildet hat, operativ entfernt werden. In den Tagen und Wochen nach dem Eingriff kann ein starkes Spannungsgefühl auftreten. Die Wunde braucht schließlich Monate, um wieder zu verheilen. Selbst sechs Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus treten daher oftmals noch Schmerzen auf, speziell wenn man die Wunde nicht die ganze Zeit ruhig hält. Und das ist bei Oberschenkel oder Gesäß so gut wie unmöglich. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Infektion oder zu einer Blutvergiftung kommen, die dann unter Umständen lebensbedrohlich sein kann. Auch eine Thrombose (Blutgerinsel in den Venen) oder eine Embolie (Verschluss eines Blutgefäßes) sind - wie bei allen Operationen - möglich. Diese Komplikationen treten allerdings höchst selten auf - meist aber in Kliniken, in denen sich die Ärzte nicht an alle Regeln des Gewerbes halten.
Zudem kann das Ergebnis auch nicht wie gewünscht sein. Es kann zu Narbenwucherungen kommen, die oft auch mit einer Hautverfärbung einhergehen. Und dann sieht der Po nicht unbedingt besser aus als vorher! Neben Bewegungseinschränkungen tritt oftmals auch ein Taubheitsgefühl der Haut auf. Manchmal ist das permanent, manchmal kehrt das Gefühl nach einigen Wochen zurück. Denn bei der Operation werden unweigerlich auch Hautnerven durchtrennt.
Raucher und Säufer haben schlechte Karten
Zu beachten ist hierbei insbesondere, dass bei Rauchern die Wundheilung länger dauert. Das liegt daran, dass das Laster auch die Durchblutung stört. Im Extremfall kann das sogar zum Absterben der Haut führen. Eine kurzfristige Reduktion der Zahl der Zigaretten bringt hierbei übrigens nichts. Daher empfehlen die meisten Ärzte, zwei Wochen vor bis vier Wochen nach der OP überhaupt nicht zu rauchen, um die Risiken zu minimieren. Auch auf weitere Einschränkungen muss man sich gefasst machen: So darf man während des Heilungsprozesses keinen Alkohol trinken. Auch vom Autofahren wird abgeraten, da die Reaktionsfähigkeit noch über Wochen vermindert sein kann. "
Wer diese Risiken in Kauf nehmen will, sollte sich erst einmal mit dem Hausarzt seines Vertrauens auseinander setzen. Denn der weiß oft mehr über persönliche Einschränkungen - beispielsweise Vorerkrankungen - die eine solche OP erschweren könnten. Zudem sollten nach der Operation ruhigere Wochen anstehen, in denen man sich erholen kann. Ein Bauarbeiter oder ein gestresster Manager könnte nicht Tage nach dem Eingriff wieder in seinen Job zurückkehren. Denn dann würde sich das Risiko exponentiell erhöhen. Und außerdem kann das Ergebnis danach einfach schlecht aussehen. Dann wäre die ganze Tortur umsonst gewesen.
Die Illustrationen sind dem hervorragenden Bildband "Rear View II" von Steven Vaschon entnommen. Der Fotograf porträtiert seine Modelle am liebsten von hinten. Erschienen ist der Band im Bruno Gmünder Verlag. Er hat 96 Seiten und kostet 26.95 Euro
Links zum Thema:
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Leute macht ein paar Kniebeugen täglich und der Knackarsch kommt von allein!
Wer seine Gesundheit wegen solcher Oberflächlichkeiten aufs Spiel setzt, hätte kein Mitgefühl meinerseits im Notfall.
Siehe kürzlich verstorbene Silikontussi Cora Dingens