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  • 31. Januar 2011 29 2 Min.

Graeme Obree bei der Rad-WM in Bogota 1995 (Bild: Numerius / flickr / by-nd 2.0)

Der ehemalige Radweltmeister Graeme Obree hat sich als schwul geoutet - in einem Interview erklärte der Schotte, dass er aus Verzweiflung über seine Sexualität zwei Selbstmordversuche unternommen habe.

"Ich wurde aufgezogen von der Nachkriegsgeneration. Damals sind Schwule ins Gefängnis gesteckt worden. Ich wuchs auf im Glauben, dass es besser ist, tot zu sein als schwul", sagte der 45-Jährige gegenüber dem Boulevardblatt "The Scottish Sun". Bis vor wenigen Jahren habe er daher das Thema Homosexualität verdrängt: "Ein Schwuler zu sein, war für mich einfach undenkbar."

Obree führt zwei Selbstmordversuche in den Jahren 1998 und 2001 auf die Unterdrückung seiner Sexualität zurück. Der damals verheiratete Vater zweier Kinder ist bereits seit Jahrzehnten wegen Depressionen in Behandlung, sprach aber erstmals 2005 mit einer Psychologin über Homosexualität. "Menschen fragen: 'Wie kann man schwul sein und gleichzeitig verheiratet sein und Kinder haben? Meine Psychologin sagte mir damals, ich habe war auf dem psychischen Stand eines 13-Jährigen und habe alles abgeblockt."


Obree in einem Foto von 2009

Nur kurze Zeit nach dem Gespräch mit der Psychologin offenbarte Obree seine Homosexualität gegenüber seinen Eltern und seiner Frau, von der er inzwischen geschieden ist. Das sei für alle Beteiligten eine schwierige Zeit gewesen: "Es gab viele Tränen, aber die Beziehung zu meinen Eltern hat sich dadurch verbessert. Wir haben darüber geredet und sind jetzt viel glücklicher."

Als Radfahrer wurde Obree vor allem wegen seiner spezielle Sitzposition berühmt, bei der die Arme komplett an der Brust anlagen und der gesamte Oberkörper vornüber ragte. Er stellte 1993 einen Weltrekord in der Einerverfolgung auf. Im selben Jahr sowie 1995 gewann er zudem den Weltmeistertitel in dieser Disziplin. Sein Leben wurde 2006 in dem Film "Flying Scotsman - Allein zum Ziel" von Regisseur Douglas Mackinnon verfilmt. Im Dezember 2009 wurde Obree in die "British Cycling Hall of Fame" aufgenommen. (dk)

#1 tobiasAnonym
  • 31.01.2011, 16:31h
  • traurig aber typisch: ein erwachsener 45jähriger Mann "entdeckt" seine Homosexualität und alles macht im verklärenden Rückblick Sinn und scheint eine eindeutige Ursache zu haben: Suizidversuche, Depressionen, psychisches Zurückgebliebensein - und jetzt endlich das schwule Glück, alle waren traurig, sind jetzt aber froh und alles passt.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 31.01.2011, 16:42h
  • Der alltägliche Wahnsinn in der Sport-, Film-, Fernseh-, Musikindustrie.

    Mit verheerenden Folgen für die Selbstverleugner selbst und vor allem für die ganze Gesellschaft, für männliche Jugendliche,

    die dringend schwule Identifikationsfiguren fernab der massenmedial inszenierten Klischees und Stereotype brauchen.

    Das sollten sich alle, die sich an diesem perversen Versteckspiel beteiligen (z. B. auch die sonst so aufklärerischen Boulevardmedien, die bis jetzt noch jede Bettgeschichte oder Romanze irgendeines HETERO-Promis durchgenudelt haben)

    und es weiterhin als "völlig normal" und/oder legitim verkaufen wollen, mal sehr gründlich überlegen.

    So langsam sollten wir uns ein Zeitziel setzen und alles dafür tun, dass es auch erreicht wird:

    Noch maximal zwei Jahre bis zum kollektiven Outing der ersten schwulen Profi-Fußballer!
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#3 eMANcipation*Anonym