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  • 02. Februar 2011 38 3 Min.

Anderson Cooper nach der Attacke

Der amerikanische Journalist Anderson Cooper ist bei seiner Berichterstattung für CNN von Kairos Tahrir-Platz von einer wütenden Menge attackiert worden. Der 43-Jährige, der in ruhigen Zeiten eine Primetimesendung in der US-Version des Kanals moderiert, erhielt von Anhängern des Präsidenten Husni Mubarak rund zehn Schläge auf den Kopf.

Auch der Kameramann wurde attackiert, die Leute versuchten, seine Kamera zu zerstören. Das Team konnte sich in ein Hotel retten, wo es die Berichterstattung weiterführte. Auch andere Journalisten wurden am Mittwoch zwischen den heftigen Ausschreitungen angegriffen und verließen den Platz.

Der Angriff hatte offenbar nichts mit der sexuellen Orientierung Cooper zu tun, sondern mit der Wut auf Berichterstatter. Auch wenn sich Cooper nie mit Worten geoutet hat, gilt er als einer der bekanntesten Schwulen Amerikas; beim Empfängen tritt er oft in männlicher Begleitung auf. Details über sein Privatleben verstießen gegen seine journalistische Neutralität, sagte er einmal zu dieser Haltung. Auch äußerte er die Befürchtung, seine sexuelle Orientierung könne ihm bei Berichten aus dem Mittleren Osten oder Afrika Probleme bringen.

Direktlink | Anderson Cooper berichtet über den Angriff

Lage spitzt sich zu

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen oppositionellen und regierungstreuen Demonstranten in Kairo wurden am Mittwoch bis zum frühen Abend hunderte Gegner von Ägyptens Präsident Mubarak verletzt. Damit eskaliert die Lage weiter, trotz der Ankündig von Mubarak, bei der nächsten Wahl nicht anzutreten. Medien berichten, unter den Krawall schlagenden "Demonstranten" seien Polizisten in Zivil, die "Tagesschau" spricht von "Mubaraks Kavallerie".

Nach anfänglichen Zögern haben sich westliche Regierungen, auch die deutsche, hinter die Mubarak-Gegner gestellt. "Jetzt ist die Stunde des Dialogs, jetzt ist die Stunde des demokratischen Wandels", sagte Außenminister Guido Westerwelle am Mittwoch in Berlin. Der Verzicht von Mubarak auf eine weitere Amtszeit sei "ein Schritt, der den Weg frei macht für einen politischen Neuanfang". Auf einen sofortigen Rückzug des Präsidenten oder auf die Frage, wer das Land führen solle, ging Westerwelle nicht ein.

Westerwelles Meinungswandel

Der Außenminister hatte das Land erst im letzten Mai offiziell besucht und auch ein Gespräch mit Mubarak abgehalten, den er als "einen Mann von großer Weisheit" lobte, der die Zukunft fest im Blick habe. Während er Journalisten erzählte, auch die Menschenrechtsfrage angesprochen zu haben, findet sich in der Pressemitteilung des Auswärtigen Amts dazu nichts.

Erst zum Jahreswechsel hatte Westerwelle Urlaub in Ägypten gemacht (queer.de berichtete), wenige Tage, nachdem der Menschenrechtsausschuss des Bundestages schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Homosexuelle in dem Land festgestellt hatte (queer.de berichtete). Schwule würden von der Polizei in Fallen gelockt und zu Haftstrafen von drei bis sechs Monaten verurteilt, stellten die Abgeordneten fest.

Im ägyptischen Strafgesetzbuch gibt es kein ausdrückliches Verbot von Homosexualität. Allerdings wird oft ein Gesetz, das "unmoralisches und sittenwidriges Verhalten" verbietet, gegen Schwule angewandt. Auch werden teilweise HIV-Positive inhaftiert. (nb)

-w-

#1 gniwerj
  • 02.02.2011, 17:23hdortmund
  • Westerwelle überdenkt etwas? Respekt!
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#2 herve64Ehemaliges Profil
  • 02.02.2011, 17:41h
  • Antwort auf #1 von gniwerj
  • Ach, Blödsinn! Das ist doch das klassische FDP-Verhalten: man dreht mal wieder das Fähnchen nach dem Wind, um in Zukunft auch ja möglichst viel Einfluß zu haben.
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#3 gniwerj