Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?13621
  • 03. Februar 2011 22 2 Min.

Die Mona Lisa und "mon salai"

Das berühmteste Frauen-Portrait der Welt, die Mona Lisa von Leonardo da Vinci, könnte womöglich einen Mann darstellen. Das behauptet der italienische Kunsthistoriker Silvano Vinceti.

Modell für das Gemälde könnte da Vincis Lehrling und Geliebter Gian Giacomo Caprotti gestanden haben. Weitere Gemälde des Künstlers, darunter "Johannes der Täufer" oder "Der fleischgewordene Engel", zeigten Ähnlichkeiten in den Nasen- und Mundpartien.

Der Lehrling, auch bekannt unter dem Spitznamen Salai, arbeitete von seinem zehnten Lebenjahr an 25 Jahre mit dem Künstler zusammen. Die beiden hätten ein "mehrdeutiges Verhältnis" gehabt und seien wahrscheinlich Liebhaber gewesen, sagte Vinceti italienischen Medienberichten zufolge. Gesichert ist, dass Salai als Modell und Muse fingierte. Neu ist die Theorie auch nicht: Bereits der erste Biograph von da Vinci (1452 - 1519), Giorgio Vasari (1511 - 1574), erwähnt bereits die These.

Schau mir in die Augen

Doch Vinceti will neue Beweise gefunden haben: Das Gemälde der Mona Lisa erhalte einen versteckten Hinweis auf die Beziehung, sagte der Vorsitzende des Nationalen Komitees für das Kunsterbe Italiens. Die genaue Betrachtung einer hochauflösenden Kopie des Portraits habe gezeigt, dass in den Augen der Frau die Buchstaben L und S zu sehen seien, "L für Leonardo und S für Salai".

Das Louvre-Museum in Paris, das die Mona Lisa beherbergt, hat die Spekulationen sofort zurückgewiesen. "Jeder mögliche Labortest" habe 2004 und erneut 2009 gezeigt, dass das Gemälde keinerlei versteckte Hinweise enthalte. Vielmehr habe der Altersprozess zu Defekten geführt, die überinterpretiert würden. Vincenti erwiderte, er sei bereit, das Gemälde vor Ort zu inspizieren, worauf das Museum bislang nicht einging.

"Mon Salai"


Leonardo da Vinci: seit 500 Jahren Gerüchte über seine Vorlieben

Dass da Vinci schwul war, ist nicht umstritten. Vasari beschrieb, dass der Künstler zwei Jungen liebte. Neuere Biographien gehen davon aus, dass der Meister homo­sexuell war, dies aber nicht auslebte. Wohl auch aus Angst vor Verfolgung: 1476 musste sich da Vinci vor Gericht wegen des angeblichen Missbrauchs eines Lustknabens verantworten, wurde aber freigesprochen.

Für den Zusammenhang zwischen der Mona Lisa und Salai hatte der frühe Biograph Vasari übrigens eine andere Beweisführung gewählt als Vinceti heute: Französisch bedeute "mein Salai" "mon salai", ein Anagramm von "Mona Lisa". (nb)

#1 M. M. CaravaggioAnonym
#2 Timm JohannesAnonym
  • 03.02.2011, 14:41h
  • Interessanter Artikel: insbesondere jüngeren homosexuellen Menschen dürfte dies Thema zu Leonardo da Vinci nicht vertaut sein. Auch bezweifel ich sehr, ob dies den heutigen Abiturienten in Deutschland bekannt ist, wenn man sie auf das Bild "Mona Lisa" anspricht.

    Ich jedenfalls bin erst im Laufe des Studiums an der Universität auf dies Thema und diese Sichtweise zu Gian Giacomo Caprotti und Leonardo da Vinci gestossen. Im Kunstunterricht jedenfalls hat mir das am Gymnasium nie ein Lehrer mitgeteilt.

    Daher gut, das dies hier ein Queer-Autor entsprechend aufgreift.
  • Direktlink »
#3 RalfAnonym