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- 06. Februar 2011 2 Min.

Bahrains Hauptstadt Manama (Bild: Wiki Commons / Jayson De Leon / CC-BY-2.0)
Bei der Razzia einer Privatparty in Bahrain sind 127 mutmaßliche Schwule festgenommen worden.
Wie die Zeitung "Al Ayam" berichtet, hatten Schwule aus mehreren arabischen Golfstaaten am Mittwochabend die Sporthalle in der Kleinstadt Hidd angemietet. Nachdem sich Nachbarn über Lärm beschwerten, habe ein verdeckter Ermittler gegen 2:30 Uhr morgens die Party für 20 Bahrain-Dinar Eintritt (rund 40 Euro) besucht. Er habege in der in der Halle eine "lasterhafte und dekadente" Veranstaltung vorgefunden, bei der auch Männer in Frauenkleidern angetroffen worden seien. Daraufhin rief er Verstärkung. Die Polizei nahm schließlich 127 Besucher fest, weil sie gegen die guten Sitten verstoßen hätten.
Die Mehrzahl der Verhafteten stammt aus Golf-Nachbarstaaten, die entweder für die Party nach Bahrain gekommen seien oder im Land arbeiteten. Die Heimatstaaten der verhafteten Männer seien bereits über die Umstände der Festnahme informiert worden, erklärten die Behörden des Königreiches.
In Bahrain ist Homosexualität seit der Einführung des britischen Kolonialrechts im Jahre 1956 illegal. Auch nach der Unabhängigkeit 1971 können Homosexuelle mit einem Gummiparagrafen gegen Sittenlosigkeit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Dennoch gilt das wohlhabende Königreich mit einer Million Einwohnern als eines der tolerantesten Länder in Bezug auf Homosexualität. Insbesondere für Schwule aus Ländern, in denen die Todesstrafe droht, gilt Bahrain als ein nahe gelegener Zufluchtsort.
In den letzten Jahren geht die Regierung jedoch immer mehr gegen Homosexuelle vor. So blockiert sie seit 2009 schwul-lesbische Webseiten (queer.de berichtete). Außerdem gingen Abgeordnete wiederholt verbal gegen Schwule und Lesben vor. So erklärten mehrere Abgeordnete des Inselstaates im Jahr 2006, dass schwule Ausländer ein großes Problem seien. Ein Ausschussvorsitzender warf Homosexuellen sogar vor, die Behörden bei der Einreise linken zu wollen: "Viele sehen männlich aus, wenn sie am Flughafen ankommen. Aber wenn sie erst mal im Land sind, kehren sie zu ihrem homosexuellen Verhalten zurück", so Jalal Fairooz (queer.de berichtete). (dk)












