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- 08. Februar 2011 2 Min.

New Scotland Yard ist das Hauptquartier des Metropolitan Police Service (Bild: Man vyi / PD)
Ein 26-jähriger schwuler Polizist hat seine lesbische Chefin wegen Mobbings angezeigt - sie soll ihn angewiesen haben, etwas männlicher zu agieren.
Die Hauptkommissarin hat dem Londoner Polizisten zufolge erklärt, er verhalte sich zu affektiert, wenn er durch die Polizeiwache laufe. Das berichtet die Boulevardzeitung "The Sun". Außerdem sei seine Kleidung zu individuell. Der junge Polizist solle sich in Zukunft professioneller verhalten, forderte die Vorgesetzte.
Der Fall wird derzeit intern in der Metropolitan Police bearbeitet. In Gesprächen mit beiden Beamten soll zunächst auf eine gütliche Lösung hingearbeitet werden. Zum aktuellen Stand der Ermittlungen will sich die Polizei derzeit jedoch nicht äußern.
"Das ist lächerlich"

Schwule Polizisten geben sich in London sehr offen und sind seit Jahren beim Hauptstadt-CSD dabei (Bild: Steve Punter / flickr / by-sa 2.0)
John O'Connor, der frühere Chef der Londoner Polizei, ist jedoch außer sich über die Mobbing-Klage des schwulen Beamten: "Das ist lächerlich und schadet dem Ansehen der Polizei", erklärte O'Connor. "Die Hauptkommissarin, die versteht was es heißt, homosexuell zu sein, ist im Recht. Sie muss mit jedem Polizisten reden, dessen Verhalten schädlich ist. Es geht nicht darum, ob er schwul ist." Die Hauptkommissarin müsse schließlich auch eingreifen, wenn ein Beamter eine "schmutzige Uniform" oder "lange Haare" trägt. Der vorliegende Fall sei nicht anders.
In Großbritannien hat es in den letzten Monaten viele Diskussionen um den Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben gegeben. Für Aufsehen sorgte ein Fall im vergangenen Jahr, in dem ein schwuler Angestellter einer Londoner Bar ein Schmerzensgeld zuerkannt bekam, weil er aus dem Betrieb gemobbt worden war. Hintergrund: Die Kneipe sollte nach einem Besitzerwechsel heterosexueller werden (queer.de berichtete).
In einem anderen Fall wurde einem schwulen Paar eine Entschädigung zugesprochen, weil christliche Hotelbesitzer ihnen ein Doppelzimmer verweigerten (queer.de berichtete). Das Boulevardblatt "Daily Mail" setzte in einer Karrikatur über den Fall die abgewiesenen Schwulen mit Neonazis gleich (queer.de berichtete). (dk)














