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- 09. Februar 2011 3 Min.

Der exzentrisch-tuckige Verräter im neuen Disney-Film "Tron Legacy": Zuse
Homophobe Science-fiction aus Hollywood: Der Disney-Film "Tron Legacy" zeichnet das Bild des effeminierten, verräterischen Schwulen als Unterstützer des Urbösen.
Von Harald Baumgarten
In den Achtzigern war der Science-fiction-Film "Tron" visuell und thematisch ein Meilenstein, da er als erster Film überhaupt die virtuelle Welt ins Zentrum der Handlung rückte und diese auf ungewohnte Art und Weise anschaulich machte.
Nun ist "Tron Legacy" in den Kinos angelaufen. Optisch ist der Disney-Film im neuen Jahrtausend angekommen - von der Handlung kann man dies leider nicht behaupten. Der amerikanische Film setzt auf urkonservative Stereotype und hat zudem deutlich homophobe Untertöne. Seine Moral kann man so zusammenfassen: Hüte dich vor Schwulen, bösen Deutschen und Atheisten!
Holocaust an unschuldigen Programmen
Doch von vorn: Flynn, der schon aus dem ersten Teil bekannte Protagonist, hat seine eigene virtuelle Welt erschaffen und dort ein Programm namens Clu mit der Verwirklichung einer perfekten Welt beauftragt. Es kommt wie es kommen muss, Clu rebelliert gegen seinen Schöpfer und Flynn bleibt in der virtuellen Welt gefangen. Clu offenbart sich als das Urböse durch die Verübung eines Holocausts an unschuldigen Programmen. Schließlich lockt es sogar Flynns Sohn Sam in die virtuelle Welt, um durch ihn die Möglichkeit zu erlangen, auch die Welt seines Schöpfers erobern zu können.
Sam wiederum ist der Prototyp des Walt-Disney-Teeniehelden, ein zweihundertprozentiger Hetero, der alle guten Eigenschaften dieser und jener Welt verkörpert. Nachdem Sam erfahren hat, dass sein Vater es aufgegeben hat, gegen Clu alias Lucifer/Hitler zu kämpfen, um die reale Welt nicht zu gefährden, macht er sich auf den Weg zurück. Ein angeblich vertrauenswürdiges Programm namens Zuse soll ihm dabei helfen.
Sich verändert, um in der neuen Welt zu bestehen

Tunte Zuse wurde nach dem deutschen Ingenieur Konrad Zuse benannt, der nicht Computer baute, sondern auch Bomben und Torpedos für die Nazis
Kommt einem der Name Zuse nicht irgendwie bekannt vor? Ja, klar: Konrad Zuse war der deutsche Erfinder des ersten Computers der Welt - und nebenbei Erbauer von Bomben und Torpedos für die Nazis. Kein Wunder, dass Zuse sich im Laufe des Films als böser Verräter entpuppt und als Karikatur einer Tunte daherkommt. Dem verwunderten Sam erklärte das Programm, es habe sich "verändert, um in dieser neuen Welt bestehen zu können".
Zuse verrät nicht nur Sam, er stellt sich auch offen gegen seinen Schöpfergott Flynn und stiehlt ihm die Geheimnisse, die es Clu ermöglichen, in die reale Welt zu gelangen. Zum Dank für den Hochverrat wird Zuse von Clu getöet.
Der Rest ist schnell erzählt: Die Geheimnisse werden zurückgeholt, Flynn vergibt Clu und holt ihn zurück in seine Arme, Sam verliebt sich unsterblich in die hübsche, virtuelle Quorra und bringt sie in die reale Welt, wo sie glücklich und heterosexuell bis an ihr Lebensende lebten...
Was bleibt? Gottesfürchtige, heterosexuelle, amerikanische Helden haben schwule deutsche Atheisten-Faschischten besiegt. "Tron Legacy" zeichnet das Bild des effeminierten, verräterischen Schwulen als Unterstützer des Urbösen. Dies erinnert leider an die schlimmsten Zeiten des Hollywood-Films, in denen Schwule ausschließlich als lispelnde, heimtückische Mörder dargestellt worden sind.
Links zum Thema:
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Also, persönlich ficht mich das nicht an - wir reden hier von einem Film, der ganz offensichtlich Fiktion ist, und da darf m.E. auch gerne 'mal eine zickige Tunte die Handlangerin des Bösen sein. Eine globale Signalwirkung in Sachen Homophobie ist da nicht zu erwarten - da finde ich das reale Leben bedeutend aussagekräftiger, siehe die monotheistsichen Glaubensrichtungen, die uns das Leben zur Hölle machen wollen.