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- 09. Februar 2011 2 Min.

Jesus beim CSD in Genua (2009) (Bild: daameriva / flickr / by 2.0)
Mehr als 200 Theologie-Professoren haben inzwischen das Memorandum "Kirche 2011" unterschrieben, das unter anderem das Ende der katholischen Diskriminierung von Homo-Paaren fordert.
Das Memorandum setzt sich unter dem Titel "Ein notwendiger Aufbruch" für eine Neuorientierung der Kirche ein, die durch die Missbrauchsskandale in Verruf geraten sei. Der Text fordert unter dem Punkt "Gewissensfreiheit", die "Bevormundung" individueller Lebensformen zu beenden: "Die kirchliche Hochschätzung der Ehe und der ehelosen Lebensform ... gebietet nicht, Menschen auszuschließen, die Liebe, Treue und gegenseitige Sorge in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft ... verantwortlich leben", heißt es.
Die Theologen wollen Diskussionen über eine grundsätzliche "Erneuerung kirchlicher Strukturen" anregen. Diese Erneuerung werde "nicht in ängstlicher Abschottung von der Gesellschaft gelingen, sondern nur mit dem Mut zur Selbstkritik und zur Annahme kritischer Impulse - auch von außen." Die Theologen kritisieren insbesondere die zentralistische Steuerung der Kirche und zeigen sich besorgt über den Priestermangel in der ältesten christlichen Konfession. Daher fordern sie auch "verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt" zu akzeptieren.
Bereits 222 Unterschriften
Zunächst hatten den Text bei seiner Veröffentlichung vor einer Woche 144 Theologen unterschrieben - bis Mittwochmittag waren es bereits 222 Professoren, hauptsächlich aus Deutschland und Österreich.
Die Deutsche Bischofskonferenz hat das Memorandum in einer Pressemitteilung verhalten positiv als "gutes Signal" für ein Gespräch bezeichnet. "Die entsprechenden Themen verlangen dringend eine weitere Klärung", erklärte die Kirchenführung am Freitag.
Bischöfe: Memorandum ist "Christentum light" und zeugt von Glaubensschwäche
Einzelne Bischöfe haben aber bereits ihre Ablehnung signalisiert. So erklärte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, mit ihm sei kein "angepasstes Christentum light" zu machen. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sagte gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur KNA, das Memorandum greife lediglich in "allzu plakativer Form immer wieder erhobene Reformforderungen in der katholischen Kirche auf". Der Kölner Kardinal Joachim Meisner sieht das Memorandum als Beispiel für eine Glaubensschwäche des Westens, wie er bei einer Veranstaltung am Samstag erklärte. (dk)
Links zum Thema:
» Memorandum "Kirche 2011 - Ein notwendiger Aufbruch"















Sollte sich die katholische Kirche endl.ihrer verknöcherter Strukturen und Auffassungen entledigen und endl.ihrer Rolle als Seelendienstleister und Hoffnungsspender gerecht werden, könnte ich mir sogar vorstellen wieder Mitglied zu werden. Die Kirche besteht nicht um ihrer selbst Willen, sondern hat einen Auftrag!