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  • 09. Februar 2011 37 2 Min.

Manuel Neuer hütet seit 2005 das Tor von Schalke 04 - inzwischen ist auch der FC Bayern München am gebürtigen Gelsenkirchener interessiert. (Bild: Wiki Commons / Toksave / PD)

Der deutsche Nationaltorwart Manuel Neuer hat sich für mehr Offenheit von Schwulen in Profifußball ausgesprochen.

Gegenüber der Illustrierten "Bunte" sagte der Schlussmann des Bundesligisten Schalke 04: "Ja, wer schwul ist, sollte sich outen. Da fällt doch eine Last ab", ist der 24-Jährige überzeugt. Er erwartet dabei kaum negative Reaktionen im Stadion: "Auch die Fans werden sich schnell daran gewöhnen. Wichtig ist die Leistung". Neuer ist seit 2010 die Nummer eins im deutschen Tor und wurde im selben Jahr mit der Nationalmannschaft WM-Dritter.

Der Schalker beurteilt die Lage für Schwule im Profisport besser als sein Torhüter-Kollege Tim Wiese von Werder Bremen. Der 29-Jährige erklärte im vergangenen Jahr, dass ein offen schwuler Spieler von den Fans niedergemacht werden würde, weil Fußball nach wie vor ein "Macho-Sport" sei. Es sei schade, dass "Fans da so erbarmungslos sind", so Wiese damals im Interview mit der Zeitschrift "Bunte" (queer.de berichtete).

Diese Skepsis wird auch von Erwin Staudt, dem Präsidenten des VfB Stuttgart, geteilt. Der Schirmherr des CSDs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt 2009 erklärte in einem Zeitungsinterview vor zwei Jahren, dass ein geouteter Bundesligist einer Medien-Hetzjagd ausgesetzt sein wird: "Natürlich würde sich der Boulevard unter dem Deckmantel des Verständnisses an so einem jungen Mann abarbeiten und sein Privatleben ans Licht zerren. Man muss aus hartem Holz geschnitzt sein, um das auszuhalten", so Staudt (queer.de berichtete).

Bislang hat sich in Deutschland noch kein einziger Profifußballer während seiner Karriere geoutet. In Europa wagte diesen Schritt vor über 20 Jahren als einziger der Engländer Justin Fashanu - mit bitteren Konsequenzen: Er wurde von Fans und Teams gemieden und verübte 1998 im Alter von 37 Jahren unter mysteriösen Umständen Selbstmord.(dk)

#1 alexander
  • 09.02.2011, 15:00h
  • der junge ist klasse ! hut ab, er hat mit 24 jahren mehr begriffen, als die meisten in diesem umfeld mit 70 jahren!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.02.2011, 15:38h
  • Manuel Neuer ist der einzige Weltklassespieler bei Schalke 04 und er hat mit seiner Meinung absolut Recht!
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#3 jojoAnonym
  • 09.02.2011, 15:45h
  • ich glaube nicht, dass das eigentliche problem wirklich die fans sind. es ist das geld.

    es geht beim image eines profifußballers schnell mal um einige millionen an sponsorengeldern. die sponsoren würden nämlich deutlich zusammenzucken, wenn ein spieler das image des vereins durch ein coming-out in eine bisher schwer abzuschätzende richtung verändert. das wissen auch die funktionäre, und sie werden einem spieler von derartigen experimenten abraten, solange sie finanzielle verluste befürchten.

    offen schwule fußballer wird es erst dann geben, wenn sie nicht mehr als finanzielles risiko gelten, sondern wenn ein sponsor glaubt, dass sich ein schwuler fußballer für ihn "rechnen" könnte.

    meine glaskugel zeigt mir folgendes szenario: irgendein sponsor kommt auf die idee, dass ein offen schwuler fußballer zu dem image von "frech und frei" und dem slogan "ich geh meinen weg" seines neuen produktes passt und er bietet einen werbevertrag in ausreichender höhe. dann wird es ein medial streng durchorganisiertes coming-out geben - und keine sekunde früher.

    wir werden an der entsprechenden rasierwasserwerbung sehen, ob ich recht behalte...
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