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- 11. Februar 2011 2 Min.

Die Täter überfielen schwule Cruiser, weil sie von ihnen keine Gegenwehr erwarteten. (Bild: Wiki Commons / Jochen Jansen / CC-BY-SA-3.0GFDL)
Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Bochum hat am Donnerstag vier der sechs Angeklagten wegen Überfällen auf Cruiser an Autobahnraststätten zu Haftstrafen bis zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt - zwei weitere Täter erhielten Bewährungsstrafen.
Die 16- bis 19-jährigen Täter aus Herne haben zugegeben, schwule Männer an den Autobahnparkplätzen "Bladenhorst" in Castrop-Rauxel überfallen zu haben (queer.de berichtete). Insgesamt waren sie in fünf Fällen angeklagt worden. Die Polizei schätzt jedoch, dass sie weit über 100 Mal Cruiser ausgeraubt und teilweise geschlagen haben.
Richter Johannes Kirfel erklärte nach Angaben der WAZ, die Jugendlichen seien äußerst brutal vorgegangen, deshalb könnten die Anführer nicht mit Bewährungsstrafen davonkommen: "Da war eben ein Totschläger im Einsatz, der lässt sich nicht weg reden", begründete er sein Urteil. Zwar kämen die Täter aus zerbrochenen Familien, teilweise sogar "aus dramatisch schlechten" Verhältnissen. Allerdings hätten die Jugendlichen bereits zuvor Straftaten begangen und es sei Zeit, für ihre Taten geradezustehen: "Irgendwann ist jeder selbst für sich verantwortlich und kann die Schuld nicht mehr den Eltern zuschieben."
Die Jugendlichen waren seit Mai 2010 auf Cruiser zugegangen und hatten sich als Callboys ausgegeben. Sobald ein Mann mit ihnen ins Geschäft kommen wollte, grapschten sie nach Geld, Handy oder anderen Wertgegenständen und entfernten sich schnell vom Tatort. Nachdem ihre Masche nach Medienberichten bekannter wurde, änderten sie ihre Taktik und verübten Blitzüberfälle. Dabei gingen sie im Laufe der Zeit immer gewalttätiger vor und schlugen mindestens einem Opfer ohne Hemmungen mit einem Metallgegenstand auf den Kopf. Als Grund nannten die Täter, dass sie Geld für Drogen und Partys gebraucht hätten. Eines der Opfer sagte im Prozess aus, dass schwule Cruiser für die Jugendlichen die ideale Opfergruppe gewesen seien: "Die wussten genau, dass kaum einer Anzeige erstattet, weil er sich nicht als homosexuell outen will". (dk)














"Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt."
Dass diese Aussage 30 Jahre nach Erscheinen des gleichnamigen Films immer noch brandaktuell ist, kann man nur als unglaublich traurig bezeichnen.
Der Film löste damals einen Skandal aus. Würde er es wohl heute noch?