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- 11. Februar 2011 3 Min.

Braucht keine Wahlkampfkostenhilfe: Donald Trump hat ein geschätztes Vermögen von zwei Milliarden Dollar. (Bild: Wiki Commons / David Shankbone / CC-BY-SA-3.0GFDL)
Die republikanische Homo-Gruppe GOProud sorgt in ihrer Partei immer noch für Ablehnung - mit Donald Trump wollen sie 2013 einen homofreundlichen Republikaner im Weißen Haus sehen.
Von Dennis Klein
Konservative Aktivisten treffen sich zur Stunde in Washington zur dreitägigen "Conservative Political Action Conference" (CPAC). Hier beraten republikanische Aktivisten, Lobbyisten und Politiker über die Zukunft der Partei. In den vergangenen Jahrzehnten traten hier die Granden der Partei auf, von Ronald Reagan über Newt Gingrich zu George W. Bush. Homo-Rechte standen in diesem erlauchten Zirkel nie besonders hoch auf der Agenda. Deshalb sorgte dieses Jahr die Anmeldung der schwul-lesbischen Gruppe GOProud für Aufsehen. Ihre Zielsetzung - die Öffnung der Ehe und die Aufnahme des Merkmals "sexuelle Orientierung" in die Antidiskriminierungsgesetze - sorgt bei Parteifreunden jedoch für heftige Bauchschmerzen.
GOProud versucht nun, der Konferenz ihren Stempel aufzudrücken und macht sich für Donald Trump als republikanischen Präsidentschaftskandidat stark. Der Tycoon und Star der Reality-TV-Serie "The Apprentice" unterstützt wirtschaftspolitisch das republikanische Mantra des "small government" - also weniger Steuern und weniger Sozialstaat. Gesellschaftspolitisch scheint er jedoch lockerer zu sein. So hat der 64-jährige Milliardär mit Schwulen und Lesben keine Probleme. Bereits bei den letzten drei Präsidentschaftswahlen hatte er überlegt, für die Republikaner oder die Reformpartei als Kandidat anzutreten, sich aber am Ende nie getraut.
Trump ist unter Republikanern ein Außenseiter

GOP ist ein Spitzname für die republikanische Partei - die Abkürzung steht für "Grand Old Party"
Zwar hätte der beliebte Trump wohl in der amerikanischen Gesamtbevölkerung gute Chancen, sich gegen Barack Obama durchzusetzen. Bei republikanischen Vorwahlen stimmen jedoch hauptsächlich 110-prozentige Konservative ab, die mit dem lockeren Lebenswandel des New Yorker Unternehmers ein Problem haben könnten. Diese Aktivisten verlangen nicht nur ein einfaches und niedriges Steuersystem, sondern auch Härte bei "social issues", also gesellschaftlichen Fragen. Neben dem Dauerbrenner Abtreibung steht hier die Ablehnung der Homo-Ehe im Vordergrund.
Allzu homofreundlich dürfte sich also kein republikanischer Kandidat äußern, denn allein die Teilnahme von GOProud an der konservativen Konferenz hat zu viel Aufruhr geführt. So erklärten manche Republikaner, dass offen lebende Schwule und Lesben nie konservativ sein können: "Eine Gruppe kann nicht die Grundprinzipien einer Bewegung in Fragen stellen. Es ist unsere Überzeugung, dass die Institution der Ehe und der Familie zu diesen Prinzipien gehört", erklärte die Organisation "Conservatives for Unity".
Ultrakonservative boykottieren CPAC wegen Homo-Gruppe

GOProud-Chef Christopher Barron
Mehrere Politiker und Organisatoren boykottierten sogar wegen der Teilnahme von Schwulen und Lesben die Konferenz, darunter etwa der US-Senator John DeMint aus South Carolina. Ein Sprecher erklärte, dass DeMint wieder teilnehmen werde, wenn mehr "Einigkeit" herrsche.
Für GOProud-Chef Christopher Barron ist es aber keine Option, zu den Demokraten zu desertieren, wenn die eigene Partei keine Homosexuellen akzeptieren will. Im September letzten Jahres erklärte er warum: "Die schwul-lesbische Linke hat alles getan, um den Spaß aus der Politik zu verbannen mit ihren endlosen Boykotten und Protestaktionen", so Barron. Seine Organisation setze sich dagegen für möglichst wenig Einmischung der Regierung in die Angelegenheiten seiner Bürger ein, so dass erst gar kein Protest notwendig ist. Er ist wahrhaftig überzeugt, dass dann goldene Zeiten für Schwule und Lesben anbrechen.













