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Einzelkommentar zu:
Führen Tauschbörsen-Abmahnungen zum Zwangsouting von schwulen Teenagern?


#2 FloAnonym
  • 13.02.2011, 13:24h
  • "Während ein solches Vorgehen generell umstritten ist"

    Daran ist gar nichts unmstritten. Es gibt Urhberrechtsgesetze und entsprechende Strafen bei Verstößen.

    Nur weil Güter immateriell sind, heißt das nicht, dass man die stehlen darf. Das ist genauso Diebstahl wie bei materiellen Gütern.

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    "Führt ein solches Vorgehen zum Zwangs-Outing von schwulen Teenagern?"

    Mal eine Gegenfrage:
    wenn ein schwuler Teenager jemandem in einer Gay Bar Geld klaut, lässt der Beklaute das dann auch auf sich sitzen, nur damit der schwule Teenager nicht vor anderen zwangsgeoutet wird?

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    "Gerade Teenager, die nie genug Geld hätten (und erst Recht keine Kreditkarte, um "legalen" Porno zu bezahlen), wären von dem Vorgehen betroffen"

    1. Ich hatte auch als Teenager keine Schwulenpornos und habe das überlebt. Ganz im Gegenteil: statt nur auf Pornos abzuwichsen, sollten die lieber mal versuchen gleichgesinnte zu finden und da auch mal einen Partner zu finden.

    2. Nur weil man kein Geld hat, ist das keine Erlaubnis zu stehlen. Auch wenn z.B. der Diebstahl von Lebensmitteln durch jemand wirklich Armen moralisch (und auch von Gerichten) anders gewertet wird, als wenn die Millionärsfrau einen Pelz stehlt.

    3. Es gibt auch genug Möglichkeiten im Internet gratis an Pornos ranzukommen, wo man keine Urheberrechtsprobleme fürchten muss. Nämlich jenseits von Tauschbörsen & Co auf einschlägigen Gratiswebsites, wo Amateure ihre Filmchen hochladen.

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    "Und verträgt sich das mit den Zielen schwuler Firmen?"

    Das sind Pornoanbieter, keine Homoorganisationen. Oft sind die Geschäftsführer sogar Heteros, die neben Heteropornos eben auch schwule Pornos im Programm haben. Ich fürchte, Community-Belange sind denen zienlich egal.

    Bei Heteroteens werden die sich auch nicht beeindrucken lassen, dass die Eltern dann erfahren, dass der Sohnemann schon Pornos guckt.

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    "Auch manche Ehefrau könnte so vom Doppelleben ihres Mannes erfahren."

    Dito. Ich kann doch nicht jemanden, der mich beklaut verschonen, damit andere nichts erfahren. Was ist das denn für ein Rechtsverständnis?!

    Der Ehemann mit Doppelleben sollte lieber mal überlegen, ob das seiner Frau gegenüber fair ist. Und ob es nicht für alle Beteiligten besser ist, klaren Tisch zu machen und zu sehen, wie man dann damit umgeht (notfalls halt Scheidung).

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    "Der Download von Copyright-geschützten Dateien ist zwar in Deutschland nicht strafbar, der gleichzeitige Upload aber sehr woh"

    Das ist so NICHT RICHTIG!!

    Der Download von urheberrechtlichem Material ist genauso strafbar, wenn es sich dabei erkennbar um solches Material handelt.

    Ein Beispiel:
    wenn jemand seine "eigene Musik" anbietet, ich lade mir die runter und weiß nicht, dass das in Wirklich urhberrechtlich geschütztes Material ist, habe ich kein Problem, weil ich das nicht wissen konnte.

    Wenn aber irgendeine dubiose Quelle die neueste Musik von Interpret XY anbietet oder auch Filme, die gerade erst im Kino sind, muss jedem klar sein, dass das ein illegales Angebot ist. Bei solchen offensichtlich illegalen Angeboten ist dann auch schon der Download strafbar!

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    Da es beim Thema Urheberrecht immer viele falsche Infos gibt, will ich nochmal über was ganz wichtiges aufklären:

    manche meinen, wenn kein (c)-Vermerk dabei steht, wäre es nicht geschützt. Grundsätzlich gilt: jedes geistige Erzeugnis (egal ob Text, Foto, Gemälde, Video, Musik, Skulptur, etc.), das eine gewisse geistige Schöpfungshöhe erkennen lässt, ist automatisch urheberrechtlich geschützt. Der Urhaber hat das Verwendungs- und Verwertungsrecht daran lebenslänglich und das besteht auch noch über den Tod hinaus (in Deutschland bis 70 Jahre nach dem Tod!) !! Die geistige Schöpfungshöhe ist sehr schnell gegeben. Ein Einkaufszettel ist z.B. nicht urheberrechtlich geschützt. Aber wenn ich den Beuys-mäßig als Kunst oder Konsumkritik ansehe, kann das sehr wohl der Fall sein.

    Und all dieses urheberrechtlich geschützte Material darf nicht ohne Erlaubnis des Rechteinhabers vervielfältigt, verkauft, veröffentlicht, etc. werden. Für die Wahrung seiner Interessen kann der Urheber auch Dritte beauftragen, z.B. eine Verwertungsgesellschaft wie die Gema. Eine Erlaubnis kann individuell geschehen oder ein Urheber kann Dinge auch generell als gemeinfrei freigeben.

    Neben dem Urheberrecht gibt es dann auch noch Leistungsschutzrecht, Markenrecht, Geschmackmusterrecht, etc. zum Schutz geistigen Eigentums.

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    Ich weiß, dass manche nicht ganz verstehen, dass immaterielle Güter genauso Schutz verdienen wie materielle.

    Aber jeder möge sich mal vorstellen, wie es ist, wenn man einen ganzen Monat arbeitet und am Ende sagt der Arbeitgeber: "Nein, Du bekommst kein Geld."

    Und jeder möge auch bedenken:
    wenn all die Musiker, Filmemacher, etc. nichts mehr mit ihrer Kunst verdienen können, können die es irgendwann nicht mehr machen, sondern müssen sich einen anderen Job suchen. Man dreht sich also selbst den Hahn guter Musik zu. Z.B. können Plattenfirmen heute kaum noch neue Musiker aufbauen, weil ihnen durch die Raubkopien das Geld fehlt. Deswegen werden diese Firmen heute eher von Geschäftsleuten geführt und nicht mehr wie früher von Kreativen.

    Es wird auch immer gerne behauptet, die heutige Musik sei eh alles schrott:
    1. Das ist eine direkte Folge von Raubkopien. Der Branche fehlt das Geld für Qualität.

    2. Natürlich hat es auch immer schon Schrott gegeben, aber jeder kann selbst entscheiden, wofür er bezahlt und wofür nicht. Ich muss mir ja keine Musik kaufen, die Schrott ist. Nur darf ich sie auch nicht stehlen. Ich darf ja auch nicht Gerät A im Elektronikmarkt klauen, nur weil es schlechter als andere Geräte ist.
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