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- 13. Februar 2011 2 Min.

Die britische Homo-Ehe bietet kaum noch Unterschiede zur Hetero-Ehe. Fallen sie ganz weg?
Die britische Regierung will es Schwulen und Lesben ermöglichen, kirchlich zu heiraten. Zugleich könnte die Trennung zwischen Ehe und "Civil Partnership" wegfallen.
Damit folgt die Regierung zunächst einer Vorlage des House of Lords. Das hatte bereits im letzten März ohne Fraktionszwang mit 95 zu 21 Stimmen einen entsprechenden Zusatzartikel zur "Equality Bill" beschlossen (queer.de berichtete). Der Entwurf des offen schwulen Labour-Peers Waheed Alli erlaubt es Kirchen, Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare abzuhalten, zwingt sie aber nicht dazu.
Lynne Featherstone, die für Gleichstellungspolitik zuständige Staatssekretärin im Innenministerium und Abgeordnete der Liberaldemokraten, will in der nächsten Woche die Umsetzung des Plans auf Unterhausseite vorstellen, berichtet die "Sunday Times". Staatlich anerkannte Ehen können in Großbritannien sowohl von Standesbeamten als auch direkt von Geistlichen im Rahmen einer kirchlichen Trauung abgenommen werden. Der 2005 eingeführten Eingetragenen Lebenspartnerschaft war die kirchliche Trauung jedoch bislang verwehrt, eine der wenigen Unterschiede zwischen Hetero- und Homo-Ehe auf der Insel.
Fallen die letzten Unterschiede zur Ehe?
Unklarheit herrscht, ob mit der Vorlage der Regierung auch Civil Partnerships zugunsten der Ehe komplett aufgegeben werden. Einige Medien berichten von entsprechenden Plänen, wonach sich Lebenspartner demnächst offiziell Eheleute nennen könnten, die Definition von Ehe als Verbindung von Mann und Frau wegfalle. Bis Mai 2010 hatten sich nach einer Zählung des Office Of National Statistics rund 26.000 Pare für eine "Civil Partnership" entschieden.
Zukünftige Partnerschaften werden aber nicht unbedingt in der Kirche geschlossen: Die Anglikanerführung will - vorerst und gegen den erklärten Wunsch einiger Gemeinden - keine Ehezeremonien für Homo-Paare abhalten, die römisch-katholische Kirche ohnehin nicht. Quäker, Unitarier und einige liberale jüdische Gemeinden haben aber angekündigt, für Homo-Paare offenstehen zu wollen.
Die neue Koalitionsregierung aus Liberaldemokraten und den bisher homophoben Konservativen hatte bereits am Freitag Pläne vorgestellt, wonach Personen beantragen können, dass ihre Verurteilungen wegen homosexueller Handlungen aus früheren Zeiten gelöscht werden können. (nb)














