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- 14. Februar 2011 2 Min.

Cemil İpekçi
Drei Polizisten in Zivil schützen den schwulen Modemacher Cemil İpekçi, nachdem Islamisten offenbar die Ermordung des 62-Jährigen planen.
İpekçi soll auf der Todesliste der türkischen Terrororganisation Hisbollah stehen, melden lokale Medien. Die "türkische Antwort auf Karl Lagerfeld" ("Spiegel") ist ein gern gesehener Gast im Fernsehen und gilt als bekanntester Homosexueller im Land.
Polizisten sind bei einer Razzia gegen Islamisten im osttürkischen Erzurum auf die Terrorpläne aufmerksam geworden. Am Freitag haben sie bei den mutmaßlichen Hisbollah-Mitgliedern Bilder des Modemachers gefunden sowie einen Grundriss seiner Wohnung in Istanbul. Es habe alles darauf hingedeutet, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstand, erklärten die Behörden. Die sunnitische Gruppe Hisbollah war insbesondere in den 1990er Jahren gefürchtet, als sie mehrere Morde an politisch gemäßigten Persönlichkeiten durchführte. Sie hat keine Verbindung mit der gleichnamigen schiitischen Terrorgruppe im Libanon.
Mehrere führende Hisbollah-Mitglieder sind erst im Januar aus der Haft entlassen worden. Das hat unter Sicherheitsexperten zur Befürchtung geführt, dass Terroranschläge wahrscheinlicher werden könnten.
İpekçi: Keine Angst vor Übergriffen
İpekçi befindet sich gerade im Urlaub im westtürkischen Ferienort Bodrum. In einem Interview mit der Zeitung "Radikal" erklärte er, er habe trotz der Drohungen keine Angst vor Übergriffen und wolle nicht über das Thema sprechen.
Trotz seiner Homosexualität hat sich İpekçi mit der islamisch-konservativen AKP-Regierung arrangiert und dadurch mehrere öffentliche Aufträge erhalten. Politisch verteidigte er einige im laizistischen Staat umstrittene Entscheidungen der AKP, wie etwa die geplante Aufhebung des Kopftuchverbotes an türkischen Universitäten. In den einheimischen Medien wird seine politische Haltung als "nationalkonservativ" bezeichnet. (dk)














