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  • 15. Februar 2011 7 2 Min.



Das ZDF, die alte und manchmal gute Tante, hat sein Archiv durchstöbert, um sich über sich selbst lustig zu machen. Für die Webserie "Mashups" ließ es alte Klassiker neu vertonen - mit verändertem, lustigen Inhalt.

In der ersten Folge der schwulen Telenovela "Derrick - Wege zum Glück", die seit heute auf der Webseite online ist, geht es folglich um das Coming-out von Stefan Derrick und Harry Klein bei Harrys Eltern, schließlich wolle man heiraten (den Satz Derricks, "Wir lieben uns und wollen für immer zusammenbleiben", gibt es auch als elektronische Video-Postkarte). Es folgen Kalauer, das am launigsten betonteste "Und wie" der deutschen Synchronisationsgeschichte sowie, leider, das ein oder andere Billig-Klischee: Harry wollte als Kind immer Kleidchen anziehen, erzählt etwa die Mutter.

Insgesamt 15 Filmchen soll es geben. Neben weiteren Folgen vom schwulen Derrick müssen auch Peter Lustig und das Traumschiff mit Neuvertonungen leben, je eine Folge der "Schwarzgeldklinik" und der "Knoff Hoff Show", nun ein Teleshopping-Kanal, sind bereits online.

Die Clips sollen auch auf dem Jugendkanal Neo laufen und selbstironisch sein, erklärt das ZDF auf seiner Webseite (wo man den Anspruch, "scharfe - und hoffentlich immer witzige - Ecken und Kanten" zu zeigen, also mal jugendlich frech zu sein, mit einem Dank an die "Abteilung Rechteklärung und dem Produktionsmanagement" hübsch konterkariert).

"Derrick" mit Horst Tappert und Fritz Wepper in den Hauptrollen lief von 1974 bis 1988 mit ingesamt 281 Folgen im deutschen Fernsehen, im April 2004 folgte ein Kinofilm mit den Originalstimmen der beiden Schauspieler. Vier Jahre später starb Tappert. Die Serie, deren Folgen nach und nach als DVD erscheinen, wurde häufig parodiert, vor allem in der RTL-Sendung "RTL Samstag Nacht". (nb)


Trailer zum Projekt, die einzelnen Clips gibt es unter "mashups.zdf.de"

-w-

#1 I.Ramos GarciaAnonym
#2 eMANcipation*Anonym
  • 15.02.2011, 22:23h
  • Wie man sieht, wird Schwulsein dem jungen Publikum weiterhin gezielt nur als Lachnummer, wie immer unter Verwendung der üblichen billigen Klischees und Stereotypen, präsentiert. Kein Ende in Sicht (woher auch?).

    Die andere Variante, neulich schon vom "scharfen, witzigen" ZDF neo vorgeführt, ist die offene Verbreitung von Vorurteilen und unverblümte Stigmatisierung:

    www.ondamaris.de/?p=24923
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#3 Ilovelife
  • 16.02.2011, 01:31h
  • @emancipation

    Habe mich auch maßlos drüber geärgert und frage mich, warum man neo nicht gleich "Volontärs-TV" tauft und vor allem, nach welchen Kriterien Volontäre da eigentlich ausgewählt werden?

    By the way, bevor ich 2000 der Musik der "Kassierer" verfiel, habe ich zu meiner Abiturzeit gern "Derrick- Abende" organisiert. Bieder, leicht verdaulich und dadurch schon irgendwie komisch, aber gut um vom Lernstress abzulenken. Wurde gut angenommen
    Heutzutage möchte ich als schwuler Mann eigentlich nicht mehr mit dem grauen, nichtssagenden Herrn und dessen eloquenten Assistenten identifiziert werden.

    Trotzdem: Harry, mach schon mal den Gummi drüber wär mal ne echte Alternative zum "Wagen", und ne halbwegs kreative Präventionsidee obendrein...
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