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- 17. Februar 2011 2 Min.
Hoffentlich färbt es nicht auf uns ab, dass wir schon zum zweiten Mal in dieser Woche über Teenie-Sternchen und Frisurenträger Justin Bieber berichten. Anlass ist ein Interview des 16-Jährigen mit dem US-Magazin "Rolling Stone", dessen Wortlaut ihm von einigen Blogs und Homo-Medien den Homophobie-Vorwurf einbrachte.
Auf eine Frage zur Homosexualität antwortete der weltbekannte Kanadier: "Es ist jedermanns eigene Entscheidung, das zu machen. Es betrifft mich nicht und es sollte auch andere Leute nicht betreffen." Wollte er sagen, Homosexualität sei eine freie Wahl, ein Argument, das von Homohassern gern verwendet wird? Das denken und verärgert einige.
Das amerikanische Blog "Queerty" hingegen rät, die Kirche im Dorf zu lassen. Der 16-Jährige habe sich unüberlegt ausgedrückt und habe doch wohl sagen wollen, dass jeder schwul sein dürfe und andere dies zu akzeptieren hätten. Die Medien reagierten auf eine Vorabveröffentlichung des "Rolling Stone", so wurde der genaue Wortlaut der an Bieber gerichteten Frage zunächst nicht bekannt. Letztlich ist sogar die Frage möglich, ob sich Prominente outen sollten - dann wäre die Antwort angemessen.
Allerdings äußerte Bieber in dem Interview auch Unbedachtes zum Thema Abtreibung: "Ich glaube nicht an Abtreibung. Es ist, als würde man ein Baby töten." Auf die Nachfrage, was mit einer Frau sei, die durch Vergewaltigung schwanger wird, antwortete er: "Ich denke, das ist richtig traurig, aber alles passiert aus einem Grund." Nach erster Empörung legte der "Rolling Stone" die folgen Sätze Biebers nach: "Ich weiss aber nicht, was dafür ein Grund sein könnte und ich war noch nie in einer solchen Situation. Deshalb kann ich das nicht beurteilen."
Queerty empfiehlt ihm eine bessere PR-Betreuung, vielleicht sollte man auch Journalisten empfehlen, einen 16-Jährigen nicht zu überfordern und ggf. umstrittene Meinungen näher zu erkunden und bei Bedarf nachzuredigieren - wie man es selbst oft bei Politikern tut.
Ohne das Wort Homosexualität zu erwähnen, hatte sich Bieber schon für Schwule und Lesben eingesetzt - mit einem Video zur "It get's better"-Kampagne (queer.de berichtete). Das ist für einen 16-Jährigen schon viel. (nb)














