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- 19. Februar 2011 2 Min.

Phantasievoller Protest gegen den Papstbesuch 2008 in Sydney (Bild: William Carr)
Kirchenkritische Organisationen gründeten in Berlin ein "Bündnis zum Papstbesuch" – der Verleger Bruno Gmünder spendiert die Koordinatorenstelle.
Von Carsten Weidemann
In Berlin wurde ein kirchenkritisches "Bündnis zum Papstbesuch" aus der Taufe gehoben. In den Räumlichkeiten des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) trafen sich am Donnerstagabend Vertreter von über 20 Organisationen, die zum Thema sexuelle Selbstbestimmung arbeiten. Hierzu gehören sowohl lesbisch-schwule als auch mehrheitlich heterosexuell geprägte Organisationen.
Der LSVD hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres die Einladung des Papstes als Redner im Bundestag scharf kritisiert. Sprecher Manfred Bruns erklärte damals, dass die deutschen Parlamentarier einen Kniefall vor einem Religionsführer machten, "der keinen Zweifel daran lässt, dass er wesentliche Grundlagen unserer Verfassungsordnung wie Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot ablehnt" (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband regte u.a. an, der Papst solle das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen besuchen.
Teilzeitstelle für Bündniskoordination ausgeschrieben

In London kamen letztes Jahr rund 20.000 Menschen zur Anti-Papst-Demo (Bild: Emily Bennett 1979 / flickr / by-nd 2.0)
Vor und während des Besuches von Papst Benedikt XVI. in der Hauptstadt plant das neue Bündnis mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen. Die Koordination der Aktivitäten übernimmt der LSVD. Der Buchverleger Bruno Gmünder erklärte sich bereit, eine Teilzeitstelle für die Koordinierung des Bündnisses zu finanzieren. Kampagnenerfahrene Aktivisten, die Kenntnisse zur Thematik "Katholische Kirche und Sexualität" haben, können sich per Email an bewerben. Dort können sich auch weitere Unterstützer melden – willkommen sind Organisationen wie Privatpersonen.
Der Protest soll eine Gratwanderung werden. LSVD-Sprecher Günter Dworek wandte sich bei dem Treffen laut einem Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur KNA "gegen Aktionen, die religiöse Gefühle verletzen". Das Kirchenvolk solle nicht vergrätzt" werden, sagte der Referent für Antidiskriminierungspolitik in der grünen Bundestagsfraktion.
Papst Benedikt XVI. wird vom 22. bis 25. September 2011 zum ersten Staatsbesuch in seiner Heimat erwartet. In Berlin ist neben dem Auftritt im Deutschen Bundestag u.a. ein Gottesdienst unter freiem Himmel geplant.















Und genau diese Idee kam von Klaus Wowereit. Daher wäre Wowereit, wäre ich Berliner nicht wählbar.