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- 23. Februar 2011 2 Min.

Lukaschenko hetzt in die Kamera. Das Video kann auf der weißrussischen Homoseite gay.by angesehen werden.
Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat seinen homophoben Ausfall gegenüber Außenminister Guido Westerwelle verteidigt. Am Rande eines Sport-Events in Sotschi sagte er am Wochenende gegenüber Reportern und einer Fernsehkamera: "Wichtige Leute, mit einer richtigen oder falschen sexuellen Orientierung, kamen auf mich zu und beschuldigten mich, weil ich diesen 'Käfig voller Narren' verdamme. Aber ich mag keine Schwuchteln".
In dem kurzen Video-Ausschnitt, den Queer.de nur aus französischen Übersetzungen ins Deutsche übertragen kann, sagte der Präsident weiter, er habe Westerwelle geraten, ein "normales Leben" zu führen. "Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft. Und ich bin der Präsident und habe ein Recht, meine Ansichten zu äußern. Ich habe ihm das ehrlich gesagt und ihm dabei in die Augen geschaut." Dafür werde er nun kritisiert.
"Wir müssen ein normales Leben führen. Wir akzeptieren Homosexualität nicht und wir lassen uns das nicht vorschreiben", sagte der Präsident. "In Deutschland ist das möglich, in Polen, wenn sie es wollen, aber hier brauchen wir das nicht." Weißrussische und russische Medien verbreiteten die neuerliche Tirade des Präsidenten; eine russische, orthodoxe Nachrichtenagentur sprach in diesem Zusammenhang von Westerwelle als "offen lebenden Perversen", der mit dem "Sodomisten" Michael Mronz zusammenlebe.
Gefährliches Schweigen
Auch Medien aus Frankreich griffen die neuerliche Kritik Lukaschenkos an Westerwelle und Homosexualität auf. Den ursprünglichen Vorfall hatte die polnische Zeitung "Wprost" in der letzten Woche ans Licht gebracht. Bei einem Treffen des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski mit Lukaschenko und Westerwelle in Minsk im Dezember 2010 hatte der Präsident demnach gesagt, dass er es nicht verstehe, wie ein Mann mit einem Mann leben könne. Auch soll er angeregt haben, alle Schwule in Bauernhöfe zu stecken. Gegen Lesben habe er aber nichts (queer.de berichtete).
Queer.de ist bislang das einzige deutsche Medium, das von dem Vorfall berichtet hat. Von Seiten Westerwelles, des Auswärtigen Amts, der Regierung aber auch des LSVD oder schwuler Politiker wie Volker Beck hat sich niemand dazu geäußert. Der russische Aktivist Nikolai Aleksejew hatte daraufhin das möglicherweise diplomatisch intendierte Schweigen kritisiert, da es einen "gefährlichen Präzedenzfall" schaffe: "Wenn Lukaschenko sieht, dass er ohne Widerspruch den deutschen Außenminister anpöbeln kann, sind Schwule und Lesben in seinem Land noch mehr gefährdet."
Als der Standpunkt von Aleksejew auf Queer.de erschien, hatte das weißrussische Homo-Portal gay.by bereits über den neuesten Ausfall seines Präsidenten berichten müssen (queer.de berichtete). (nb)















Und ich mag weder Diktatoren, noch Dummheit, noch Arroganz!!
Zu den Medien:
dass nur französische Medien darüber berichten, ist tatsächlich ein Skandal. Ich wäre nie zu dem verlogenen Westerwelle solidarisch, da er selbst uns auch genug schadet und diskriminiert. Aber dennoch sollten auch deutsche Medien darüber berichten.
Immer diese Diplomatie... Vielleicht will Westerwelle das sogar so, dem traue ich alles zu.