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- 23. Februar 2011 2 Min.

Nur eine Bundesalibitante für Minderheiten? Christine Lüders leitet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Bild: ADS)
Der Grünen-Politiker Volker Beck hält die neue Kampagne der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für vorgeschoben.
Von Carsten Weidemann
Bereits am Montag leistete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor der versammelten Presse seine Unterschrift. Als erster Chef eines deutschen Bundeslands unterzeichnete er eine Absichtserklärung für die neue "Koalition gegen Diskriminierung". Dahinter verbirgt sich eine Offensive der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft.
Mit der am 21. Februar offiziell gestarteten Kampagne will die ADS Aktivitäten von Organisationen, Personen, Bündnissen, der Wissenschaft, Initiativen von Bund, Ländern und Kommunen besser vernetzen. Ziel der Koalition ist es, zentrale Ansprechpartner in Ländern und Kommunen zu gewinnen, mit denen gemeinsame Strategien gegen Diskriminierung entwickelt werden sollen.
Für die Gründung solcher Netzwerke hat die Behörde insgesamt 1,2 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt. "Wir müssen langfristig erreichen, dass Deutschland flächendeckend Beratungsstellen schafft, um Menschen bei Diskriminierung zu helfen", sagte die ADS-Leiterin Christine Lüders. Nichtregierungsorganisationen könnten sich grundsätzlich beteiligen.
Volker Beck: Bundesregierung versteckt sich hinter der ADS

Volker Beck: "Kein einziger Vorschlag der ADS wurde aufgegriffen"
Berlin gehöre im Kampf gegen Diskriminierung zwar zu den Vorreitern, meinte Klaus Wowereit nach der Unterzeichnung: "Trotzdem bleibt auch für uns in Berlin noch vieles zu tun, sei es bei der Gleichstellung der Frauen auf allen Ebenen der Gesellschaft oder beim Kampf gegen Homophobie. Deshalb begrüße ich die 'Koalition gegen Diskriminierung' und setze darauf, dass uns diese Initiative weiter voranbringt."
Kritisch äußerte sich dagegen der Erste Parlamentarische Geschäftsführer und menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck: "Die Bundesregierung versteckt sich hinter der politisch unabhängigen Antidiskriminierungsstelle und bewegt politisch im Bereich der Antidiskriminierungspolitik nichts", so der offen schwule Politiker: "Kein einziger Vorschlag der Antidiskriminierungsstelle zur Verbesserung der Lage von Opfern durch Diskriminierung wurde in den letzten anderthalb Jahren aufgegriffen."
Volker Beck kritisierte insbesondere, dass kirchliche Träger wie die Caritas oder die Diakonie noch immer Menschen auf Grund ihrer Religion oder ihrer Familiensituation entlassen dürfen. Auf europäischer Ebene verhindere die Bundesregierung die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes im Zivilrecht. "Eine Nachbesserung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, etwa im Bereich Mehrfachdiskriminierung, wird von schwarz-gelb nicht mal angedacht - obwohl Frau Lüders als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle dies angeregt hat", sagte der Grünen-Politiker. Sein Fazit: "Schwarz-gelbe Antidiskriminierungspolitik beschränkt sich auf Appelle und leere Worte." Eine Koalition gegen Diskriminierung müssten andere schmieden, so Beck.
Links zum Thema:
» Mehr Infos zur "Koalition gegen Diskriminierung"














nur was hat ihre unterschrift für einen wert ?????
oder belegt sie gar die "leistungsfähigkeit" dieser antidiskriminierungsstelle ?????
ein mensch und "mann" der nicht in der lage ist seine persönlichen interessen "korrekt" wahrzunehmen, ich beziehe mich auf den papstbesuch, ist für mich absolut unglaubwürdig !!!!!
ihr glauben ist privatsache, aber dann können sie in ihrem job nicht völlig entgegengesetzte interessen würdig vertreten !
man muss nicht "katholisch" sein, um zu glauben !