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  • 26. Februar 2011 114 2 Min.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (rechts) darf dieses Jahr den "Christina Street Day" eröffnen (Bild: Kornelija Rade/CSD München)

Um deutlich zu machen, dass der Christopher Street Day nicht nur ein Event schwuler Männer ist, haben die Veranstalter des CSD München für dieses Jahr eine Umbenennung beschlossen: 2011 heißt der CSD "Christina Street Day".

"Seit Jahren veranstalten wir gemeinsam den CSD, aber die Medien berichten immer noch über die ‚Schwulenparade', die durch das ‚Schwulenviertel' zieht", begründete Thomas Niederbühl, politischer CSD-Sprecher und Stadtrat der Rosa Liste, die ungewöhnliche Maßnahme. "Das ist symptomatisch für die gesellschaftliche Ignoranz gegenüber Lesben. Auch bei der Verpartnerung, die Lesben und Schwulen offen steht, wird immer noch von ‚Schwulenehe' geredet. Deshalb wollen wir mit der Umbenennung in Christina Street Day Irritation, Aufmerksamkeit und Diskussion schaffen."

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"Nur gemeinsam repräsentieren wir Vielfalt"


Münchens queere Community feiert traditionell am zweiten Juli-Wochenende (Bild: jerome_Munich / flickr / by 2.0)

Die Vielfalt der queeren Community soll auch im diesjährigen Münchner CSD-Motto "Gemeinsam für uns alle" zum Ausdruck kommen: "Längst beteiligten sich am CSD Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender und tragen den Communitygedanken in die eigene Szene. Denn nur gemeinsam repräsentieren wir Vielfalt", sagte CSD-Pressesprecherin Rita Braaz: "Wer meint, sich einzig für die eigene Gruppierung, die eigene Minderheit einsetzen zu wollen, hat den Communitygedanken nicht verstanden oder reproduziert sogar selbsterfahrene Diskriminierungsmechanismen."

Das CSD-Motto richte sich aber nicht nur an die Szene, ergänzte Thomas Niederbühl: "Schließlich bereichert eine vielfältige und solidarische Szene die ganze Stadt. Von unseren Freiheiten und Lebensstilen profitieren auch alle anderen."

Der Christopher Street Day erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von schwulen Männern und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar "Stonewall Inn" der so genannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in den Szenekneipen. In der Folge kam es zu tagelangen Straßenschlachten mit den Ordnungskräften.

München feiert seinen CSD traditionell am zweiten Juli-Wochenende. Die Highlights sind die Politparade (9. Juli), das zweitägige Straßenfest rund um das Münchner Rathaus (9./10. Juli) und das RathausClubbing (9. Juli). Bereits am Samstag davor (2. Juli) startet mit dem LeTRa-Angertorstraßenfest die einwöchige CSD-Pride-Week. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von der CSD-Umbenennung in "Christina Street Day"?
    Ergebnis der Umfrage vom 26.2.2011 bis 7.3.2011
-w-

#1 EnyyoAnonym
  • 26.02.2011, 16:00h
  • Sicher ist es gut und wichtig, in Hinblick auf gemeinsame Ziele an einem Strang zu ziehen - aber tritt man nicht die Leistung der Tunten, die den ersten CSD durch ihre Revolte initiierten mit Füssen, wenn man sogar hier eine Frauenquote einführt?

    Könnten die Lesben so was vielleicht selbst bewerkstelligen und sich nicht wieder vom Einsatz schwuler Männer abhängig machen und Trittbrett fahren?

    Ich denke da nur an die unsägliche Kampagne hinsichtlich des schwulen NS-Denkmals, nun sollen auch noch die CSDs verwässert werden?

    Nein!
  • Direktlink »
#2 palisades
  • 26.02.2011, 16:07hBerlin
  • Ich piss mir in die Hosen vor Lachen!!!

    Vielleicht sollte Mann! sich mehr um die Inhalte kümmern als um den Namen?
  • Direktlink »
#3 Jahrgang '89Anonym
  • 26.02.2011, 16:08h
  • Rückblick: Christopher Street

    "Angeblich spielte auch Rassismus eine Rolle, denn im Stonewall Inn verkehrten viele Schwarze und Latinos. Möglicherweise war die Entscheidung der Polizei, die Razzia auf diese Weise durchzuführen, wie sie letztlich durchgeführt wurde, von der Tatsache beeinflusst, dass die Kundschaft des Stonewall Inn nicht nur homosexuell, sondern dazu noch farbig und daher besonders „verachtenswert“ erschien. Ein großer Teil der Personen, die Widerstand leisteten, waren Afroamerikaner und Latinos."

    de.wikipedia.org/wiki/Stonewall
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