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Kommentare zu:
CSD München wird Christina Street Day


#1 EnyyoAnonym
  • 26.02.2011, 16:00h
  • Sicher ist es gut und wichtig, in Hinblick auf gemeinsame Ziele an einem Strang zu ziehen - aber tritt man nicht die Leistung der Tunten, die den ersten CSD durch ihre Revolte initiierten mit Füssen, wenn man sogar hier eine Frauenquote einführt?

    Könnten die Lesben so was vielleicht selbst bewerkstelligen und sich nicht wieder vom Einsatz schwuler Männer abhängig machen und Trittbrett fahren?

    Ich denke da nur an die unsägliche Kampagne hinsichtlich des schwulen NS-Denkmals, nun sollen auch noch die CSDs verwässert werden?

    Nein!
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#2 palisadesProfil
  • 26.02.2011, 16:07hBerlin
  • Ich piss mir in die Hosen vor Lachen!!!

    Vielleicht sollte Mann! sich mehr um die Inhalte kümmern als um den Namen?
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#3 Jahrgang '89Anonym
  • 26.02.2011, 16:08h
  • Rückblick: Christopher Street

    "Angeblich spielte auch Rassismus eine Rolle, denn im Stonewall Inn verkehrten viele Schwarze und Latinos. Möglicherweise war die Entscheidung der Polizei, die Razzia auf diese Weise durchzuführen, wie sie letztlich durchgeführt wurde, von der Tatsache beeinflusst, dass die Kundschaft des Stonewall Inn nicht nur homosexuell, sondern dazu noch farbig und daher besonders „verachtenswert“ erschien. Ein großer Teil der Personen, die Widerstand leisteten, waren Afroamerikaner und Latinos."

    de.wikipedia.org/wiki/Stonewall
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#4 FloAnonym
  • 26.02.2011, 16:27h
  • Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle sollten alle gemeinsam Seite an Seite stehen und für ihre Interessen kämpfen!

    ABER:
    Diese Maßnahme ist nicht nur albern, sondern auch schädlich:

    1. Es ist marketingtechnisch dumm, eine etablierte Marke durch eine andere zu ersetzen, auch wenn sie phonetisch ähnlich klingt.

    2. Auf viele wird es jetzt so wirken, als wollen die "tuckigen" Schwulen jetzt als Frau angesprochen werden. (Stichwort: Drag-Name)

    Das ist nicht nur wieder ein Füttern von Klischees (z.B. das Bild des efeminierten Schwulen), sondern bietet gerade an Schulen zahlreiche Mobbingmöglichkeiten:
    Dann wird demnächst der schwule Schüler Stefan Steffi genannt, aus Michael wird Michaela, aus Alex Alexa, etc. etc.

    Da kämpft man jahrelang gegen Mobbing an Schulen und dann wird das von CSD-Veranstaltern, die nicht nachdenken, zunichte gemacht.

    3. Der Name, der hierzulande verwendet wird (überall sonst heißt es ja Pride Parade, etc.) leitet sich nicht von einem schwulen Märtyrer namens "Christopher Street" oder so ab. Sondern von den Krawallen in der "Christopher Street" in New York.

    Das ist also auch eine Art von Geschichtsklitterung!

    4. Wenn man jetzt eine Bezeichung speziell für Lesben wählt, ist das auch wieder diskriminierend für Bi- und Transsexuelle. Kommt dann nächstes Jahr eine Bezeichnung für eine dieser Gruppen? Heißt es dann "Bi Street Day" oder "Trans* Day" oder doch lieber allgemein "Queer Day"?

    Wenn man sich nach einer Straße benennt, hat keiner ein Problem damit (außer offensichtlich ein paar Lesben, die sich bestimmt wieder von Alice Schwarzer haben aufstacheln lassen, ähnlich wie beim Mahnmal).

    Aber wenn man einen Namen wählt um eine spezifische Gruppe zu meinen, dann sind alle anderen Gruppen automatisch diskriminiert.

    Ist das unser Verständnis von Vielfalt der Lebensformen? Dass jetzt speziell Lesben im Titel gemeint sind, aber Schwule, Bi- und Trans* nicht?

    Das erinnert mich an das Antidiskriminierungsgesetz, wo Kirchen explizit Diskriminierung erlaubt wird.

    Beides ist ein logischer Widerspruch, sowohl im AGG als auch die Benennung des CSD nach nur einer der intendierten Zielgruppen!

    5. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Schwule, Bi- und Transsexuelle sich jetzt ausgeschlossen fühlen und aus den oben genannten Gründen fern bleiben.

    Letztendlich wird (wie schon beim Mahnmal) wieder mal ein Keil zwischen Lesben auf der einen Seite und Schwule, Bi- und Transsexuelle auf der andere Seite geschlagen.

    Ich habe langsam das Gefühl, dass bestimmte Lesben-Lobbyisten diesen Bruch offen provozieren wollen, weil ihnen feministische Tendenzen wichtiger sind als queere Gleichstellung. Nur verkennen die, dass sie mit solchen Maßnahmen als erstes den Lesben selbst schaden!

    Die Homohasser werden sich ins Fäustchen lachen, dass die Lesben uns allen jetzt so schaden.

    Fazit:
    Das ist vielleicht gut gemeint. Aber "gut gemeint" ist nicht automatisch "gut gemacht"! Und in dem Fall hat man einfach nicht zu Ende gedacht.

    Wenn wirklich einige Lesben so ein Problem mit der Bezeichnung Christopher Street Day haben und nicht kapieren, dass damit eine (geschlechtslose) Straße gemeint ist und keine Person, dann habe ich auch kein Problem damit, wenn wir in Zukunft in Deutschland die internationale Bezeichnungen Pride Day, Pride Parade, Pride Party, etc. verwenden. Aber da wird dann natürlich auch eine etablierte Marke geopfert.

    Aber solche alberne Geschichtsklitterei wie "Christina Street Day" lehne ich ab!
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#5 BertramAnonym
  • 26.02.2011, 16:31h
  • Die Bezeichnung "Christopher Street Day" ist entstanden im Gedenken an die Aufstände an der Christopher Street 1969 und ist somit auch ein wichtiges Ereignis für die Schwulen- und Lesben-Bewegung. Daraus jetzt eine Christina zu machen, finde ich geradezu abscheulich und ich frage mich allen ernstes, wer auf so eine unglaubliche Idee kommt ... Wer da noch an der Demonstration teilnimmt, macht sich in meinen Augen nur noch lächerlich. Mit dem Schritt wird die Parade für mich letztendlich zum reinen Faschingsumzug degradiert.
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#6 MicAnonym
  • 26.02.2011, 16:48h
  • "Christopher Street Day" - Christina, was für ein Schwachsinn. Haben Sie kein Geschichtsbewusstsein Thomas Niederbühl?
    Treten Sie ab.
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#7 Gaylord FockerAnonym
  • 26.02.2011, 17:22h
  • Das soll ein Schritt zur Entdiskriminierung sein? Erst mit der Umbenennung in Christina wird der Christopher als Person wahrgenommen, der wohl dieses Jahr in München offentsichtlich von der Gästeliste der Veranstaltung unehrenhaft gestrichen wurde. Liebe Frau Braatz, ich lege ihnen dringenst einen Besuch an der Ostküste der USA nahme, speziell zu den Prides. Dort versteht man, wie man lesbische Frauen mobilisiert, mit fetzigen Sprüchen die Zuschauer zum Schmuntzeln und Nachdenken animiniert und sich so äußerst positiv thematisiert. Mit diesem Namensdisaster haben sie und die Mitver(un)stalter des CSD München nicht nur deutlichst die schwule Community ausgeschlossen, sondern neben Ihnen selbst auch die von Ihnen inszenierte Lesbenbewegung in die Lächerlichkeit gezogen.
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#8 chris(tina?) boyAnonym
#9 Frankyboy
#10 RalfAnonym
  • 26.02.2011, 18:16h
  • Es gibt schon immer Leute, die den Namen auf dem zweiten Bestandteil betonen, so dass es sich anhört, als sei der Tag nach einem Mister Street mit Vornamen Christopher benannt. In München feiert diese geschichtslose Dummheit jetzt den Triumph, dass Mister Street wohl eine Geschlechtsumwandlung hinter sich gebracht hat. Der von mir ansonsten geschätzte Thomas Niederbühl ist offenbar dem Aliceschwarzerismus verfallen. Einfach nur peinlich.
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#11 stromboliProfil
  • 26.02.2011, 19:48hberlin
  • mein vorschlag: wir schreiben an die New Yorker stadtverwaltung und bitten um umbenennung der strasse in christina street, weil so dem lesbischen andenkensanforderungen gebührend entsprochen wird!
    Aus stonewall wird dann stonewally und alle frauen können mit stolz auf ihr werk der umbenennungen blicken...

    Ich hingegen werd mir in berlin beim csd einen männlichen schnuller um den hals hängen und mich von einer lesbe im kinderwagen durch die strassen fahren lassen...
    so wird sichtlich, wir sind in den händen gelandet, die wir uns immer erwünschten..
    siegmund, ick hör dir tapsen

    mal im ernst: warum eigentlich machen die frauen , wenns ihnen so wichtig erscheint, nicht einen eigenen umzug? Das würde doch zum nachdenken anregen, wie ja auch die tatsache anregt, dass es einen alternativen umzug in berlin und köln zum "offiziellen " gibt..
    Das macht sinn, gerade um die unterschiede heraus zu streichen. Hier könnte zudem mal sichtbar werden was männer und frauen unterscheidet.. ernsthaft!

    Sicher, die vereinnahmung seitens männlicher schwuler der weiblichen homosexualität gegenüber ist ein problem, dass intern ausdiskutiert werden müsste .. schon seit jahren!
    Hier wird aber über die schiene lesbischer "unsichbarkeit" (?), eine vereinnahmung von schwuler ,für schwule erarbeitete symbolik anvisiert.. ;dass zieht sich als roter faden durch die letzten 3-4 jahre , in der , wie beim homodenkmal (!.. sorry , ich bestehe drauf) , lesbisches nachgeschoben werden soll mit der begründung , man wäre zuvor übergangen worden.
    Aber frauen; dann machts auch euer ding, hängt euch nicht als quotenanhängsel irgendwo hinten dran! Als frau würd ich mich schwarz ärgern!
    Schwule solidarität für eigenständiges, sollte euch sicher sein! Aber nicht, indem ihr einer anderen struktur(!..) ( wir müssen lernen, dass es auch zwischen uns , obwohl gleichgeschlechtlich liebend , unterschiede gibt !) ), euren überzieher drüberstülpt und dabei noch unser wohlwollen einfordert..
    sorry; dass nenn ich - feindliche übernahme- !
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#12 jojoAnonym
  • 26.02.2011, 19:57h
  • "Deshalb wollen wir mit der Umbenennung in Christina Street Day Irritation, Aufmerksamkeit und Diskussion schaffen."

    das forum hier scheint ja schon zu bestätigen, dass das offenbar gelingt. wenn auch die diskussion für mein empfinden ein wenig entspannter laufen könnte...

    inhaltlich haben die nämlich recht: lesben, wenn sie überhaupt mal ins blickfeld geraten, gelten in den medien seit jahrzehnten höchstens als "diese andere art von schwulen". da kann man ihnen wohl mal gönnen, in einem jahr in einer stadt im mittelpunkt der aufmerksamkeit zu stehen. die nehmen uns deshalb nicht den ganzen csd für immer weg.

    mir ist generell so ein etwas sperriges und vielleicht für viele ärgerliches motto immer noch lieber als das übliche wischiwaschi regenbogentrallala, mit dem immer versucht wird, auf teufel komm raus den kleinsten gemeinsamen nenner aller teilnehmerInnen zu finden und bloß niemanden zu vergrätzen - und womit man dann folgerichtig auch nie irgendeine ernsthafte diskussion auslöst.
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#13 MarekAnonym
  • 26.02.2011, 20:39h
  • Zuerst haben die Emanzen uns das Mahnmal gestohlen und damit das Andenken an die NS-Opfer entehrt. (Fakt ist nun mal, dass Lesben nicht die Verfolgung von Schwulen erleiden mussten.)

    Und jetzt wollen sie auch noch das Gedenken an die Vorkämpfer der Christopher Street entehren.

    Beide male werden irgendwelche Emanzen-Interessen über die Einheit aller Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen gestellt!

    Und beide male beweisen die Verantwortlichen NULL AHNUNG von Geschichte und entehren die historischen Fakten!!

    (Mal ganz abgesehen davon, dass wir uns mit dem Namen der Lächerlichkeit preisgeben.)

    Wenn manche männerhassenden Lesben lieber für sich alleine kämpfen wollen - bitte sehr! Sollen sie halt ihre eigene Parade machen. Sie werden schon sehen, wo sie landen, wenn sie meinen, es alleine besser zu können.

    Diese Maßnahme muss auf der Stelle gestoppt werden, eh noch mehr Schaden entsteht!!
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#14 der almwirtAnonym
#15 jojoAnonym
#16 FranziAnonym
  • 26.02.2011, 21:25h
  • So ein Schwachsinn mit dem "Christina Day" kann auch bloss einer Lesbe einfallen !! :-(

    Nicht nur das der "Christopher Street Day" auf eine (traurige) History zurückgeht, nämlich die Razzia im Stonewall Inn in New York am 28.06.1969, bei dem überwiegend Schwule und Transsexuelle ( die nunmal auch Männer sind !! ) Männer im Aufstand tagelanger Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village demonstrierten !!

    Und genau aus diesem Grund wird alljährlich an diesen Aufstand, damals in der Christopher Street, gedacht !!

    Buam & Madls - das geht in meinen Augen überhaupt nicht !! Wenn ihr in München mit der Umbenennung in Christina Street Day Irritation, Aufmerksamkeit und Diskussion schaffen wollt, wie #12 Jojo: hier schreibt, dann sucht euch bitte einen anderen "Kindergeburtstag" dazu aus !!

    Ich bin sehr oft in München, und muss immer wieder feststellen, das es mit der so hogepriesenen "Community" in der bayrischen Landeshauptstadt auch nicht besser bestellt ist, wie in anderen bundesdeutschen Großstädten !! Schwule & Lesben ziehen in den allermeisten Fällen ihr "eigenes" Ding durch !!
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#17 Leonardo D.Anonym
  • 26.02.2011, 21:35h
  • Ja ja - und als nächstes wird das Hans-Sachs Straßenfest in München dann in "Hanna-Sachs" Straßenfest umbenannt ?!

    Junxx - solche Aktionen wie der "Christina Street Day" gehen gar nicht !!!!!! Ich bin echt wütend darüber, das das, was wir uns in Jahrzehnten mit dem Christopher Street Day erreicht haben, nämlich für "Akzeptanz" zu kämpfen, nun von irgendwelchen bayrischen Brazn durch gewollten Irritation zunichte gemacht werden soll !!!!!

    Das gilt es unbedingt (noch) zu verhindern !!!!
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#18 TommAnonym
#19 jojoAnonym
  • 26.02.2011, 21:40h
  • Antwort auf #4 von Flo
  • zu flo: ich stimme deinen oft sehr klugen beiträgen in den meisten fällen zu, aber hier möchte ich mal einiges anmerken und teilweise widersprechen.

    "1. Es ist marketingtechnisch dumm, eine etablierte Marke durch eine andere zu ersetzen (...)."

    die marke wird ja nicht ersetzt, sondern es wird für eine einzige veranstaltung mit dem markennamen gespielt. so etwas kann den namen sogar profilieren.

    "2. Auf viele wird es jetzt so wirken, als wollen die "tuckigen" Schwulen jetzt als Frau angesprochen werden."

    das stimmt, aber das denken die leute sowieso. und das spielen mit diesem klischee finde ich auch unter schwulen selbst durchaus erlaubt und spaßig. es kommt immer darauf an, von wem es in welcher absicht gemacht wird.

    vielleicht hast du teilweise recht, was das mobbing angeht, aber ich glaube eigentlich nicht, dass mobber sich groß darum scheren, was das csd-motto ist. die mobben ohnehin. leider.

    "3. Der Name, der hierzulande verwendet wird (...) leitet sich nicht von einem schwulen Märtyrer namens "Christopher Street" oder so ab. Sondern von den Krawallen in der "Christopher Street" in New York. Das ist also auch eine Art von Geschichtsklitterung!"

    das ist es nur, wenn man versäumt, die hintergründe gleichzeitig auch zu erläutern. ob das die veranstalter leisten, muss sich erst noch zeigen. wenn sie es tun, kann ja gerade dies ein anlass für manche sein, sich mit der namensgebung mal auseinanderzusetzen.

    "4. Wenn man jetzt eine Bezeichung speziell für Lesben wählt, ist das auch wieder diskriminierend für Bi- und Transsexuelle. Kommt dann nächstes Jahr eine Bezeichnung für eine dieser Gruppen?"

    damit hätte ich kein problem. eigentlich eine gute idee.

    "Aber wenn man einen Namen wählt um eine spezifische Gruppe zu meinen, dann sind alle anderen Gruppen automatisch diskriminiert."

    ich sehe in dem motto keineswegs den versuch, den csd nun zu einer reinen lesbenveranstaltung zu machen, bei der über die anderen nicht mehr nachgedacht werden soll.

    schon oft hatten regionale csds bestimmte themen in ihren motti. da ging es z.b. explizit um sport oder religion. na und? war das eine diskriminierung von nichtsportlern oder atheisten? nein, es waren einfach versuche, bestimmte themen einmal in den mittelpunkt zu stellen. hier ist es der versuch, das häufige übersehen der lesben bei debatten über homosexualität zur diskussion zu stellen. das ist ein wichtiges thema! wieso soll das nicht mal für ein (!) jahr zum thema eines (!) csds gemacht werden?

    "5. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Schwule, Bi- und Transsexuelle sich jetzt ausgeschlossen fühlen und aus den oben genannten Gründen fern bleiben."

    das kann in einzelfällen sein, und das wäre sehr schade. es kann aber auch sein, dass sich viele schwule gedanken darüber machen, wie es sich anfühlt, wenn plötzlich eine andere gruppe im mittelpunkt des interesses steht als die, der man selber angehört, und dass sie anfangen, darüber zu reden und konsequenzen daraus zu ziehen.

    so würde ich das ziel des mottos verstehen. ich halte dieses ziel für durchaus richtig und wichtig. ob vielleicht eine elegantere lösung hierzu gegeben hätte? mag sein. vielleicht ist aber gerade die "holprige" form der anlass zur diskussion.
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#20 MichaelTh
  • 26.02.2011, 22:39h
  • 1993 war ich mal am CSD in Berlin (bin sonst eher regional unterwegs) und anschließend auf der großen Party in einer großen Halle. Da gabs doch tatsächlich einen "Frauenbereich", in den kein Mann reindurfte!!! Das fand ich ausgesprochen affig! Und ärgerlich! Wenn die Lesben sich schon auf gemeinsamen Veranstaltungen von uns Schwulen (als Männern) absetzen, dann sollen sie doch eine eigene Veranstaltung machen und vom CSD wegbleiben! Ich will jetzt nicht verallgemeinern, kenne einige sehr nette Lesben, aber DAS fand ich echt völlig daneben damals in Berlin. Die Umbenennung in "Christina"-Street-Day ist nur noch peinlich. DA geh ich bestimmt nicht hin.
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#21 alexander
  • 26.02.2011, 22:49h
  • mir geht diese lesbenproblematik tierisch auf die eier, im wahrsten sinne des wortes ! zumal sie in keiner weise etwas mit schwuler homosexualität zu tun haben und hatten !!!
    sie sollten sich erst mal bemerkbar machen, mit hand und fuss und dann (ihnen fremde pfründe) "übernehmen"!
    wenn ich jugendliche , jeden tag auf´s neue, sogenannte kampflesben erlebe, an denen sich kein "bürger stört" trotz rempelei ect., werde ich langsam richtig sauer, denn diese verhalten stört alle schwulen feste ect. ! wenn die mädels einen auf "panzerknacker" machen müssen, dann aber bitte in ihrem eigenen rahmen ! ich hatte noch nie etwas gegen lesben, wieso auch, aber das schwule männer nun auch noch gleichgestellt werden sollen, in der geschichtlichen bewertung, stinkt mir, aber es passt ja zu den bayrischen hetero vorgaben, lesben sind GEIL !!!
    natürlich sind nicht alle lesben so bescheuert, aber diese verfälschung der zustände geht gar nicht. auch wenn die "bildzeitungsjournalistin alictsche", diese cdu-emanze, wieder krähen wird !
    wieder sollen wir und unsere, seit jahrzehnten gravierenden probleme herabgesetzt werden, jetzt mit einem "freundlichen" lesbischen wink an geile heten ?!
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#22 alexander
  • 26.02.2011, 23:02h
  • für die mädels war es "immer" sehr bequem, mit allem für und wider, aber, dass jetzt auch noch der CSD "übernommen" wird und die eigentliche aussage, über die man mit sicherheit streiten kann,
    geht gar nicht ! wir machen uns als schwule männer unglaubwürdig !!!
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#23 AnalystAnonym
  • 26.02.2011, 23:08h
  • Warum machen die Lesben nicht zusätzlich eine Parade? Erstens würde dann - wie bereits mehrfach hier angemerkt - die Bedeutung des CSD nicht verwässert und zweitens sollte es sowieso mehr homosexuelle Events geben.
    Durch die neue Namensgebung verlieren letztlich alle. Der CSD seinen Namen, die Schwulen und Lesben jeweils einen eigenen Event und die Stadt eine weitere (homosexuelle) Veranstaltung/Attraktion.
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#24 OllieAnonym
  • 26.02.2011, 23:16h
  • ...und damit ist auch dieses Jahr schon im Vorfeld jegliche Chance dahin, als politische Veranstaltung ernstgenommen zu werden. Die Veranstalter machen sich mit diesem Motto schlichtweg lächerlich.

    Wer entscheidet eigentlich in den vier Trägervereinen über dieses Motto? Vielleicht sollten die Vereine ihre jeweiligen Vertreter in den CSD-Entscheidungsgremien zukünftig von ihren Mitgliedern wählen lassen, dann würde uns allen so eine Blamage vermutlich erspart bleiben!
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#25 LorenProfil
#26 MedAnonym
  • 26.02.2011, 23:28h
  • Ich bin ehrlich gesagt stinksauer, seit dem ich das erste mal vom "Christina" SD gehört habe. Ob Lesben "gesehen" werden oder nicht mag ggf. problematisch sein. Tatsache bleibt aber: Lesben wurden in Ihrer Geschichte weit weniger verfolgt als Schwule, versuchen sich aber das ihnen bestimmt zugefügte "Leid" als gleich schlimm zu verkaufen (siehe NS Denkmalstreit in Berlin). Tatsache bleibt auch, dass es in der Christopher Street zu Übergriffen auf homosexuelle Männer kam - und man sich mit all den CSD's weltweit daran erinnert, dass diese zum ersten mal nicht klein beigegeben haben. Es war nicht die Christina Street sondern die Christopher Street. Wäre das ganze in der Marple Street passiert, würden wir den MSD feiern. Tatsache bleibt: Lesben lassen mittlerweile keine Gelegenheit mehr aus, sich in den Vordergrund zu spielen - halten sich aber, wenns um das Kämpfen für "Homosexuelle Interessen" und nicht "Lesbeninteressen" geht auffallend zurück.
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#27 der typistAnonym
#28 EnyyoAnonym
  • 27.02.2011, 01:57h
  • Hat zwar nichts direkt mit dem CSD zu tun, sondern zeigt nur die Perfidie eines einzelnen Lesbenpaars, aber lässt auch tief blicken:
    im neuesten "Spiegel", der erst am Montag an den Kiosken ist, findet sich ein Bericht über einen Samenspender, der einem Lesbenpaar den Gefallen tat, ihnen zu einem Kind zu verhelfen.

    Alles Friede, Freude, Eierkuchen, der Vater durfte auch Kontakt zu dem Kleinen haben.
    Bis er überraschend von der Mutter (Lehrerin, da wird noch ein Vorurteil bedient!) des Kindes zum Unterhalt verpflichtet wurde, was vorher ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

    Dummerweise gibt's eine Gesetzeslücke, weshalb der arme Kerl wohl nun -zig tausende Euros löhnen darf, keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn hat, und den Lesben so ihr "Spielzeug" finanzieren darf!

    So viel zu Frauen, und Lesben im Besonderen.
    Ausnahmen bestätigen die Regel!
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#29 herve64Ehemaliges Profil
  • 27.02.2011, 09:35h
  • Das ist mal wieder ein klassisches Beispiel für Geschichtsklitterung und Einverleibung der Schwulen durch feministisch-lesbisches Gedankengut: "Christopher Street" ist ein Straßenname und hat nichts mit männlichen Teilnehmern oder weiblichen Teilnehmerinnen zu tun (sofern man bei Lesben überhaupt davon reden kann ).

    Sollte das so durchgehen, dann bin ich für eine strikte Trennung zwischen Schwulen und Lesben und die Ausrufung eines REIN schwulen Demonstrationszuges, evtl. unter einem Motto im Sinne von "Schwulenstolz" oder so etwas in der Richtung, um jegliches Missverständnis zu vermeiden.

    Und was Thomas Niederbühl von der "Rosa Liste" (hüstel!) angeht: es ist schon sehr bezeichnend, wie man wegen der eigenen Karriere vom Vertreter zum Verräter der Schwulen wird.
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#30 stromboliProfil
  • 27.02.2011, 10:07hberlin
  • Antwort auf #15 von jojo
  • stonewall ist historisch gesehen erst mal ein aufbegehren von farbigen, transexuellen, dragqueens, strichern und schwulen männern gewesen. Wobei der wasp-schwule erst relativ spät und vorsichtig in die ereignisse mit beteiligt wird.. es war zuallererst ein aufbegehren von minderheiten in der minderheit!
    Man muss das in den damaligen zusammenhängen sehen, wo sich eine eigenständige , von der frauenbewegung abgekoppelte lesbenbewegung noch gar nicht gebildet hatte, und frauen,lesben in den stonwall-tagen und den ereignissen um das viertel herum nur marginal in erscheinung treten!
    Ich würde mich freuen, eine andere seite der geschichtsschreibung lesen zu können die meine sicht erweitert.. !

    Ich leite nun daraus keine besonderen vorrechte für männer ab.. da müssten wir sogar aufteilen in jene, die akteure der ersten stunde und jene, die sich wie üblich auf fahrende züge anhängen.. unsere männlichen klemmschwestern nämlich...

    Es sind in deutschland ebenfalls vornehmlich schwule männer , die die ersten schritte hin zu öffentlichkeit und gruppenbildung machen.
    Für die lesbischen frauen ist zu jener zeit die allgemeine frauenemanzipation wichtiger als die der eigenen identitätsfindung.
    Das ändert sich erst auf grund innerfraktioneller auseinadersetzungen in den frauengruppen, die z.t. auf der ablehnung des übergreifenden konzeptes von frauen leben/lieben besser ohne männer.. ( heiße emma diskussionen...) und führt zur abspaltung,bildung eigener lesbischer gruppen.

    Aus eigener sicht habe ich immer die schwule & lesben trennenden inhalte als verbindend im anspruch von getrennt gehen, gemeinsam schlagen verstanden.
    Insofern ist der csd für mich auch erst mal symbol des aufbruches meiner generation schwuler männer gewesen.
    Was nicht bedeutet, das ich die verändernden zeichen der zeit nicht wahrgenommen hätte.
    Wir sehnen uns nach dem familiären und dem wunsch nach geborgenheit, stellen wir ein eine analyse unseres "zustandes" hintenan... hauptsache der wagen rollt noch.

    Die schleichende entpolitisierung zugunsten formal technisch/rechtlicher einforderungen mit dem ziel der assimilation in die gesamtheit gesellschaft ist die folge.
    Aber wenn unter dem strich zusammengezählt wird, ist die anwesenheit weiblicher homosexualität in der öffnetlichkeit gleich oder sogar stärker vorhanden als die der männlichen homosexualität! Man beachte nuur die ausblendung gleichgeschlechtlicher beziehung im alltäglichen sprachgebrauch.. alles heteronormativ.
    Du weißt, ich und andere schreiben nervtötend ständig dagegen an.
    Aber , wir scheinen uns bei solch öffnetlichen grossveranstaltungen nicht darauf einigen zu können hier forderungen zu stellen.. nein, wir neiden dem anderen seinen vermeindlichen vorsprung..
    flugs mal was weggenommen, damit wir wenigstens als kellerkinder pari sind.

    Über unsere jeweiligen rollen , entweder zugewiesen oder eigenständig erkämpft, wird so nichts neues sichtbar.
    Wohl wissend, dass endweder wir uns auf eine völlig neue geschlechterdefinition einlassen , oder zur unsichtbarkeit hin vereinnahmt werden !
    Das wiederum sehe ich in den zugriffen seitens einer frauen-lesben community, die nun am punkt angelangt ist, sich ihre eigene geschichte neu zu schreiben.

    Sicher muss eine solche überprüfung geschehen, wird doch geschichte meist aus der sicht der "gewinner" geschrieben.
    Auf uns übertragen: werden wir den geschichtlich geleistetem anteil der frauen-lesben gerecht, oder schreiben wir uns unsere geschichte selbst regenbogenfarbig zurecht.
    Da sehe ich allerdings seitens der lesben keinen grossen ansatz an aufarbeitung, sondern nur ein einklagen quotengerechter privilegien! Aufarbeitung müsste dann auch sein, die gerade in der anfangsphase der männlichen schwulenbewegung verweigerte mittarbeit zu erklären und die damals herrschende vorstellung vom mann als böses insgesamt auch auf den schwulen mann übertragen zu haben.
    Das macht stutzig.

    Insgesamt halte ich fest: was da abläuft ist der spiegel nicht aufgelöster konflikte und trennender inhalte.
    Was mich ohnehin mittlerweile am teilnehmen von den heutig propagierten/konzipierten umzügen abhält.
    Ein großteil der spätgeborenen generation feiert etwas , dass es sich selbst weder durch eigene arbeit verdient, noch sinn und ziel kapiert hat.
    Deshalb auch das geschrei um die umbenennung ein hilfloses aggieren: Wems nicht passt, entweder nicht hingehen , oder besser noch; endlich wieder selbst einen eigenen umzug, mit eigenen inhalten machen..
    Das würde die diskussion anregen!
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#31 TommAnonym
  • 27.02.2011, 10:12h
  • Antwort auf #19 von jojo
  • @Jojo: Du scheinst hier etwas grundlegendes zu verwechseln, indem du den Überbegriff der Veranstaltung, nämlich den CSD München mit einem meist alljährlich wechselnden "Motto", das ja durchaus legitim ist, verwechselst !!

    OK - mit CSD München - auch Christina ist lesbisch, oder CSD-München - meine beste Freundin heisst Christina etc. könnte ich ja noch leben !!

    Aber CHRISTINA STREET DAY München !? Neeee - sorry aber das geht gar nicht, und ist nur peinlich !! :-(

    Solch ein Bullshit kann doch bloss nach einem durchzechten Abend auf dem "Nockerberg" (Starkbierfest) in den Köpfen der Veranstalter enstanden sein !! :-(

    Ich würde mir sehr wünschen, das die schwule Münchner Community einen CHRISTINA STREET DAY nicht unterstützt, und in diesem Jahr nicht daran teilnimmt !! Ich kann mir eh nicht vorstellen, das z.B. der MLC an solch einer Veranstaltung teilnehmen wird !? Und was bleibt dann noch übrig ?! Eben !!

    Bloss gut, das der CSD in München sowieso kein wichtiger Termin im schwulen Terminkalender darstellt !!
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#32 herve64Ehemaliges Profil
  • 27.02.2011, 10:15h
  • Übrigens: sollte es bei dieser unsäglichen Namensgebung bleiben, dann bin ich dafür, dass die Münchner Schwulen sich an diesem Tag zusammen rotten und die dortigen Frauenhäuser stürmen und besetzen.

    Es reicht langsam mit diesen unverschämten Emanzen-Forderungen!!!
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#33 CarstenFfm
  • 27.02.2011, 10:33h
  • Das erinnert an diesen unsäglichen Streit um den Kuss im Homo-Mahmal in Berlin, wo die Emanzen sich auch überflüssigerweise profilieren wollen.

    "Christopher Street Day" ist eh ein blöder Name... in andern Ländern heißt das "Gay Pride"
    ... und nicht "Gay and Lesbian Pride"
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#34 DominikAnonym
  • 27.02.2011, 11:10h
  • In München gibts das lesbische Angertor-Fest (1 Woche vor dem CSD) und das schwule Hans Sachs Straßenfest im August. Also hat eigentlich jede "Gruppe" schon seine Extrawurst. Wieso also eine Zentrale Lesbenveranstaltung als "C"SD ? Ich werde, mit meinen Freunden, erstmalig dort nicht teilnehmen. Wir finden es hochgradig peinlich und eine Verunglimpfung der wahren Hintergründe des CSD.
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#35 derboneAnonym
  • 27.02.2011, 11:32h
  • Viele Leute wissen nicht bzw.haben sowieso schon vergessen, woher der Name des Christopher-Street-Days herrührt. Den Namen nun zu ändern, anstatt nochmals verstärkt daran zu erinnern, bedeutet eines der wichtigsten Daten der Geschichte der schwulen Emanzipationsbewegung zu löschen..Das ist nicht nur dumm, sondern beleidigt das Andenken derer, die sich damals gegen die Polizeiwillkür gewehrt und ihren Kopf hingehalten haben. Ohne die Ereignisse im Stonewall Inn hätte es nicht diesen weltweiten Impuls zur Gründung vieler Schwulenbewegungen gegeben! Schande auf Euch, Ihr doofen Münchner! Da bleibt einem echt die Sprache weg!
    (Wie wärs mit 4. Juliana? Man kann doch Frauen nicht von der amerikanischen Unabhängigkeit ausnehmen...Farce...)
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#36 EnyyoAnonym
  • 27.02.2011, 11:43h
  • Vielleicht hängt's auch damit zusammen, dass schwule Männer meinen "heteronormativ" Kavalier gegenüber den "schwachen" Frauen sein zu müssen und ihnen meist schon aus falsch verstandener Höflichkeit nachgeben?

    Nach meinen Erfahrungen sind Schwule für Lesben in erster Linie Männer, somit der Erzfeind.

    Lesben sind für Schwule hingegen Frauen, die für sie sexuell uninteressant sind (wie sowieso die allermeisten), so dass sie ihnen vergleichsweise entspannter und höflicher gegenüber treten...

    Oder warum werden Frauen seltenst von schwulen Veranstaltungen ausgeschlossen, während ein Mann in ein Frauenhaus, -café usw. nicht hinein kommt oder zumindest sehr offene Ablehnung zu spüren bekommt?
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#37 SoudiAnonym
  • 27.02.2011, 11:45h
  • und für die Transgender (Minderheit) heisst es dann 2012 "CHRISTOPHINA STREET DAY" ?!

    EINFACH BLOSS DANEBEN !! :-(
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#38 TommAnonym
#39 Uwe Sch.Anonym
  • 27.02.2011, 11:58h
  • Antwort auf #31 von Tomm
  • ich stell mir das gerade vor, wenn die harten Junx vom MLC (Münchner Leder Club) in rosa "Tütüs" am CHRISTINA STREET DAY an der Parade teilnehmen (müssen) :-)

    Weil - Leder wird ja sicherlich bei diesem "Lesbenevent" verboten sein ?! :-)

    Das wird wohl ausschließlich den "Panzerknackern" vorbehalten sein :-)
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#40 Fred i.BKKAnonym
  • 27.02.2011, 12:01h
  • ...so ein Schwachsinn ,als es hier in Bangkok noch den Bangkok Pride Tag gab ...hat das mich schon sehr veraergert....dass man nicht den bekannten Begriff Christopfer Street Day benuetzte....
    haette man es wenigsten GAY Pride genannt...
    aber jetzt gibts ja gar keine Veranstaltung mehr in Bangkok....das ist natuerlich noch beschissener...
    dafuer tummel sich Gelbhemdem und Rothemden,durchweg nicht LBG freundlich und sehr nationalistisch eingestellt, auf der Strasse und streben die Macht im Lande an.....uebele Aussichte.....
    Wenigsten habt Ihr es in dieser Hinsicht in der BRD besser.......Lebenpartnerschaft und Eheoeffnung
    erwarten wir hier im Jahr 2500 ......oder spaeter ???

    Gruss aus Bangkok
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#41 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.02.2011, 12:23h
  • Ich halte von der Umbenennung gar nichts! Es gab eine schwedische Königin, die Christina hieß und die hatte mit dem CSD gar nichts am Hut (den gab es damals nämlich noch nicht)!
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#42 Siggi & UweAnonym
  • 27.02.2011, 12:35h
  • Durch diese völlig schwachsinnige Namensänderung unterscheidet sich der Münchner Christopher Street Day auch nicht wesentlich mehr von denen, wie sie heute (leider) in jedem Kuhkaff stattfinden ... der CSD München ist und bleibt provinziell!

    Wir werden den CSD München ( aus Protest) auf jeden Fall in diesem Jahr nicht besuchen!
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#43 TommAnonym
#45 herve64Ehemaliges Profil
  • 27.02.2011, 13:53h
  • Antwort auf #35 von derbone
  • Moment! Du brauchst dir nicht einbilden, dass alle Münchner Schwule diese Entwicklung widerspruchslos hinnehmen werden nur weil sie vom offen schwulen Stadtrat der "Rosa Liste" (Hüstel!!! Keuchhüstel!) mitgetragen wird. Also keine Verallgemeinerungen, bitte!
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#46 jojoAnonym
  • 27.02.2011, 14:41h
  • Antwort auf #31 von Tomm
  • zu tomm:
    du hast recht, wenn du darauf hinweist, dass es bei der umbenennung um mehr als nur ein motto geht. ich lasse mich ja eigentlich selten mal umstimmen, aber hier ist es passiert: den eingriff in den namen finde ich nach dem lesen der kommentare hier doch zumindest unglücklich.

    mich wundert allerdings der teils sehr agressive ton, der hier in einigen kommentaren herrscht. manche beiträge klingen ja fast, als seien der csd und im grunde die gesamte homosexuellenbewegung eine rein schwule geschichte, bei der man lesben gnädigerweise auch irgendwie am rande duldet, und als seien die lesben nun dabei, alle deutschen csds zu kapern, um nun ihrerseits schwule auszuschließen. das hat mit einer objektiven betrachtung - verzeihung - auch nichts zu tun.

    als hätten lesben (wenn auch in deutlich geringerer zahl) überhaupt nicht an den protesten um das stonewall teilgenommen! als seien lesben nicht in vielen organisationen (z.b. der gay liberation front) beteiligt gewesen! als hätten lesben nur von dem profitiert, was schwule leisten und nicht auch umgekehrt (ich denke z.b. an die frauenemanzipationsbewegung, ohne die für mich der heutige emanzipationsgrad der schwulen kaum denkbar wäre)!

    man kann natürlich nicht bestreiten, dass lesben-, schwulen- und homosexuellenbewegung drei verschiedene dinge sind, die sich je nur teilweise überschneiden. ich finde auch immer noch, dass es richtig ist, manche aktionen getrennt durchzuführen, denn es gibt nun mal auch unterschiedliche interessen und subkulturelle eigenarten. aber schwulen- und lesbenbewegung als zwei völlig getrennte dinge ansehen zu wollen, oder gar die lesben als parasiten einer an sich rein schwulen emanzipationsbewegung darzustellen - das wäre doch ein ziemlich schräges bild.

    mir missfallen hier einige sehr pauschalisierende aussagen über "die lesben" vs. "die schwulen". wenn es überhaupt sowas wie einen "geist des csd" gibt, dann besteht der bestimmt nicht darin, abziehbilder zu entwerfen.

    einige der probleme beim sprechen über den csd besteht darin, dass wir es hier mit einer seltsamen hybrid-veranstaltung zu tun haben: der csd ist eine gedenkveranstaltung an ein historisches ereignis, er ist eine politische demonstration und er ist eine öffentliche feier. und in jedem jahr wird aufs neue darüber gestritten, welcher dieser aspekte der wichtigste sein sollte. so finde ich es ja im grunde ganz erfreulich, dass hier im forum der historische aspekt mal wieder wichtiger genommen wird. er ist aber eben nicht der einzige. csds sollen ja nicht nur an vergangenes erinnern, sondern auch aktuelle probleme ansprechen. das unsichtbarmachen der lesben ist ein solches problem.

    ich lese ja viele news zu dem thema, und es fällt tatsächlich auf, dass in extrem vielen berichten die schwulen als stellvertreter aller homosexuellen genannt werden. selbst in der taz, der man einige aufmerksamkeit für solche fragen zutrauen sollte, ist immer wieder von der "schwulendiskriminierung" oder der "schwulendemo" die rede, wenn lesben "mitgemeint" sind. ich kann es gut nachvollziehen, dass man sich da als lesbe fragt: hallo, gibt es mich eigentlich in eurer welt? solche mechanismen sind keine kleinigkeiten, wenn sie zur regel werden. deshalb finde ich es richtig, das mal zum thema zu machen.

    vielleicht ist die form der umbenennung hierfür wirklich keine gute lösung. aber das thema musste dringend mal auf die agenda.
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#47 jojoAnonym
#48 Fiete_Jansen
  • 27.02.2011, 14:56h
  • Antwort auf #5 von Bertram
  • Wenn man sich die CSD´s heute anschaut hat man oft das Gefühl Karnevall im Sommer zu haben. Von der einst fortschrittlichen Politik die davon ausging ist nichts mehr zu merken oder zumindest nur noch ab und zu. Wir treten für eine Repolitisierung des "Christopher Street Days" ein. Und es war nunmal die Christopher Street in denen die gerechtfertigten Krawalle begonnen haben. Das Stonewall Inn steht in keiner Christina Street oder wie auch immer es in Muc jetzt heissen soll...Wir werden wieder an der Politparade des CSD München dabei sein und unsere Forderungen kund tun. Wie auch auf anderen CSD in diesem Staat...Denn die Ehe light kann nicht das einzige Politikfeld sein...Für viele Parteien und Organisationen scheint diese aber das non plus ultra zu sein.
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#49 herve64Ehemaliges Profil
  • 27.02.2011, 15:03h
  • Antwort auf #31 von Tomm
  • Nee, du! Erstens mal war der Starkbieranstich am Nockherberg dieses Jahr noch nicht, und zweitens ist das eher eine Idee zwischen Koma und Abkotzen nach einem Lesbenstammtisch.

    Die zentrale Frage aber bei dieser peinlichen Umbenennung ist die: warum soll ich mich als schwuler Mann ausgerechnet an dem Tag von der eigenen Klientel diskriminieren lassen, an dem der Stonewall-Unruhen gedacht wird, die in der New Yorker CHRISTOPHER STREET stattfanden, die eigentlich den Startschuss für die Emanzipation Homosexueller angesehen wird? DAS muss mir mal als Allererstes beantwortet werden.

    Zum Zweiten ist es nicht einzusehen, dass wildgewordene Emanzen, die offensichtlich ihren Penisneid immer noch nicht überwunden haben und unter Emanzipation inzwischen offenbar nur noch die Manifestation der Übervorteilung der Frauen zu Lasten der Männer verstehen, sich ständig anschicken, bequem in irgend ein gemachtes Bett zu legen und die eigentlichen Opfer aus den Strukturen hinaus zu drängen, die sie sich selbst geschaffen haben.

    Hier muss einmal ganz klar eine Grenze gezogen werden, bevor es zu spät ist. Es ist ja nicht so, dass ich per se etwas gegen eine Zusammenarbeit zwischen Schwulen und Lesben hätte, aber nicht unter diesen Konditionen, die die Schwulen unterdrücken und die Lesben grundlos übervorteilen. So entsteht kein Zusammenspiel, sondern das ist gezieltes Schwulenmobbing innerhalb der eigenen Community.

    Und unter diesen Umständen ist der eigentliche Geist des CSD hinüber.
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#50 seb1983
  • 27.02.2011, 15:38h
  • Letztendlich ist es doch eh egal, mit Demo und Politik hat CSD nur noch am Rande durch ein paar Alibiveranstaltungen zu tun.
    Wie soll es auch anders sein wenn er inzwischen zum Jetset-Tourismus dazugehört??
    Da plant man seinen Urlaub nach dem CSD Planer, Party in Berlin, Köln, London und Rio. Verbunden mit der großen shopping tour und ein paar emanzipierten Ficks im jeweiligen Stadtpark. Hotels werden plötzlich für ein Wochenende zu special gay friendly Hochburgen, Vollbelegung inklusive. Die lokalen Gucci und Apple Händer verdienen sich dumm und dusselig, von den Paradewagen winken blankrasierte und anabolikagestärkte Darsteller der sponsernden Barebacklabel und Kosmetikhersteller.
    Nach 2 oder 3 Tagen zieht der Tross dann weiter.

    Das ist eben der Internationalisierung und Gigantomanie geschuldet, ein wirklich harter politischer CSD würde sonst eben selbst in Berlin oder Köln nur +/- 1000 Menschen anziehen, dafür würde dann auch kaum jemand hunderte km fahren, Hotels und Kneipen würden so leer sein wie an anderen Wochenenden.

    Inzwischen aufkommende alternative CSD Veranstaltungen zeigen ja, es geht auch politisch, aber dann eben kleiner und ohne die große Geldmaschine.
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#51 BekanntmachungAnonym
  • 27.02.2011, 15:52h
  • Die Veranstalter des CSD München haben eben bekannt gegeben das nächstes Jahr zu Ehren unserer zoophilen Mitmenschen der CSD in Croco Street Day umbenannt wird und übernächstes Jahr für die pädophile Minderheit in LittleChris Street Day
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#53 jojoAnonym
  • 27.02.2011, 16:58h
  • ich kriege mittlerweile das gähnen, wenn ich die klagen höre, wie schrecklich unpolitisch der csd geworden sei. jedes jahr dieselbe leier. klar stimmt das, für die großen csds jedenfalls, die ohne kommerzialisierung in dieser form gar nicht mehr zu wuppen wären. bei den kleineren csds sieht es aber schon ganz anders aus. eine schöne ausnahme unter den größeren ist der stuttgarter csd: denen gelingt es immer wieder sehr erfolgreich, politische themen zu setzen.

    und: wer einen politischen csds will, der soll dazu doch einfach mal beitragen! csds sind (den versuchen in köln, das zu ändern, zum trotz) immer noch öffentliche veranstaltungen, auf denen es niemandem verboten ist, seine meinung in form von transparenten, flugblättern usw. zu äußern. letztes jahr in frankfurt z.b. gab es einige unübersehbare gruppen mit politischen parolen und viele einzelpersonen, die mit plakaten oder als teils sehr witzige gesamtkunstwerke ihre meinung kundtaten. und in den kleineren städten ist in der regel keine riesenorganisation am werke, die jeden neuen rausekeln, sondern teils kleine grüppchen, die ganz froh wären, wenn noch jemand mitorganisieren würde.

    das geschmolle kann ich zwar verstehen, aber es ändert eben auch nix, wenn man einfach wegbleibt. es ist natürlich bequemer, es den anderen vorzuwerfen, dass sie nicht die art von csd veranstalten, die man selber gerne hätte...

    mich haben auch schon hier und da csd-motti genervt. na und? dann denkt man sich eben eine gegenparole aus und marschiert damit los!
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#54 jojoAnonym
#55 TommAnonym
  • 27.02.2011, 17:30h
  • Antwort auf #46 von jojo
  • @JoJo: Eine späte Einsicht ist besser als gar keine Einsicht !! :-)

    Und dabei ist das hier bei queer.de nur quasi sowas wie ein "Vorgeschmack" dessen, was auf das Orga-Team des CSD München in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten zukommen bzw. hereinprasseln wird, wenn das erst einmal so richtig "publik" wird!!

    Mit verlaub - auf eine derartige, und beabsichtigte "Provokation" wie eine eventuelle Namensänderung in CHRISTINA STREET DAY muss Man(n) sich nicht wundern, wenn der Ton hier im Forum etwas "rauher" geworden ist !?

    OK - das hier auf Lesben im "Allgemeinen" so heftig eingedroschen wird, hat in bestimmten Zusammenhängen, die hier geschildert wurden, sicher auch irgendwie seine Berechtigung !?

    Das einzige was lesbische Frauen und schwule Männer gemeinsam haben ist, das wir alle "gleichgeschlechtlich" lieben !! Sorry - aber mehr "Gemeinsamkeiten" sehe ich da nicht, und brauchts auch nicht !! :-(
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#56 haarscharf Anonym
  • 27.02.2011, 17:31h
  • ich finde auch, dass lesben in dieser gesellschaft schon als jugendliche viel stärker diskriminiert werden als schwule. merkt man ja schon daran, dass "lesbisch" inzwischen häufigstes schimpfwort in dieser altersgruppe ist und es nichts schlimmeres gibt, als wenn ein mädchen hand in hand mit nem anderen mädchen geht oder zärtlichkeiten austauscht usw. man denke auch mal an lesbischsein im fußball, völlig undenkbar!

    oder man sieht es an solchen meldungen in der boulevardpresse:

    Obamas neue „Gesellschaftsdame“ ist schwul

    leserkommentar:

    Na. jedenfalls ist Gesellschaftsdame der richtige Begriff. Von einem Mann kann man ja wohl nicht sprechen. Die stehen auf Frauen.

    www.focus.de/politik/ausland/usa/protokollchef-obamas-neue-g
    esellschaftsdame-ist-schwul_aid_603680.html
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#57 FranziAnonym
  • 27.02.2011, 17:35h
  • Antwort auf #47 von jojo
  • OK - der Komentar hat gehinkt !! :-(

    Ich hab die Frau-zu-Mann und die Mann-zu-Frau Geschichte außer acht gelassen !! :-(

    Menschen, die physisch weiblich sind, aber ein männliches Identitätsgeschlecht haben, werden in der Regel als Frau-zu-Mann-Transsexuelle oder Transmänner bezeichnet; Menschen, die physisch männlich sind, aber ein weibliches Identitätsgeschlecht haben, bezeichnet man entsprechend als Mann-zu-Frau-Transsexuelle oder Transfrauen. Einige von Transsexualität betroffene Menschen lehnen die Begriffe Mann-zu-Frau und Frau-zu-Mann jedoch ab, da diese Wortschöpfungen ihrer Meinung nach die eigentliche, angeborene Geschlechtsidentität nicht als geschlechtsbestimmend respektierten.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #47 springen »
#58 FranziAnonym
  • 27.02.2011, 18:10h
  • Antwort auf #56 von haarscharf
  • @haarscharf: Hast du da nicht etwas entscheidendes "verwechselt" ?!

    ... ich finde auch, dass lesben in dieser gesellschaft schon als jugendliche viel stärker diskriminiert werden als schwule. merkt man ja schon daran, dass "lesbisch" inzwischen häufigstes schimpfwort in dieser altersgruppe ist ...

    Gehts noch !?

    Ich bin kein Demagoge, aber ich würde mal behaupten die Schimpfworte "Schwuchtel, schwule Sau" oder "Schwuli" öfters auf dem Schulhof und auf der Straße gehört zu haben als das Wort "lesbisch" oder "Lesbe" !!

    ... und es nichts schlimmeres gibt, als wenn ein mädchen hand in hand mit nem anderen mädchen geht oder zärtlichkeiten austauscht ...

    Da gebe ich dir recht !! Lesben-Pornos sind bei uns im Laden von Hetero Kunden gefragter als Gay-Pornos !! :-) Und die Hetero Kerle findens einfach nur geil !! Also - was ist da "schlimm" dran ?!

    Und offen lesbische Fußballerinnen gibt es genug !! Siehe auch den Artikel: "Schröder sieht lesbische Fußballerinnen als Vorbilder"

    www.derwesten.de/nachrichten/panorama/Schroeder-sieht-lesbis
    che-Fussballerinnen-als-Vorbilder-id4195179.html
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#59 Thorsten D.Anonym
  • 27.02.2011, 18:10h
  • So ein Schwachsinn! Sind die Münchner Schwulen denn nicht in der Lage, sich gegen Emanzen - Verzeihung: EmanzINNEN - zu wehren?
  • Antworten » | Direktlink »
#60 salzAnonym
  • 27.02.2011, 18:13h
  • Antwort auf #54 von jojo
  • jojo ich stimm dir zu 100% zu.
    schaust du dich hier allerdings mal in den entsprechenden artikeln um, in denen das thema pädophilie diskutiert wird, wirst du sehen, dass es dann immer poster gibt, die das thema butterweich relativieren wollen, indem sie z.b. von der freien entscheidung des kindes lamentieren.

    meiner meinung nach tummelt sich so einiges im schwulen umfeld per zugehörigkeitsgefühl, was da nicht hingehört. vermutlich um sich irgendwo beheimatet zu fühlen.
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#61 herve64Ehemaliges Profil
  • 27.02.2011, 18:14h
  • [zynismus] Ach ja, da baut man den Frauen so schöne Frauenhäuser, und dann muss man sie noch extra hinein prügeln! [/zynismus]
  • Antworten » | Direktlink »
#62 davideAnonym
#63 puckAnonym
#64 puckAnonym
#65 Kristian
  • 27.02.2011, 19:09h
  • Antwort auf #54 von jojo
  • "lesben - zoophile - pädophile? dir ist schon klar, in welche gesellschaft du dich mit dieser parallelsetzung begibst, oder? ich fasses ja nich... "

    Ich auch nicht. Mit Lesben und Zoophilen will ich bitte nicht in einem Satz genannt werden. Ist ja ekelhaft...
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#66 DominikAnonym
#67 haarschärferAnonym
  • 27.02.2011, 19:26h
  • Antwort auf #58 von Franzi
  • jetzt hast du mir aber echt einen schrecken eingejagt.

    ist dir wirklich noch nicht aufgefallen, dass es unter jugendlichen ständig nur "lesbisch" und "lesbischtel" als schimpfwörter tönt?

    und zärtliche berührungen zwischen mädchen und frauen den sofortigen sozialen tod und verlust ihrer "weiblichkeit" bedeuten?

    und lesben im fußball? die sind doch nur eine absolut marginalisierte randerscheinung!

    kindchen, du kriegst ja gar nix mit!!!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #58 springen »
#68 jojoAnonym
  • 27.02.2011, 19:40h
  • Antwort auf #64 von puck
  • och, wenn ich hier nicht mitreden würde, wären sich ja alle einig. wär ja öde. das ist es mir schon wert, mal mit ein paar roten klötzchen beworfen zu werden.

    mal eine generelle frage an alle:

    geht es euch nur um die namensänderung oder findet ihr die idee an sich scheiße, das ausblenden der lesben zum thema eines csd zu machen? dass das ein ungeschickter weg ist, um auf die lesben hinzuweisen, weil so die historische ebene mit einem aktuellen problem vermischt wird, habe ich ja mittlerweile eingesehen.

    wäre es also mit einem einfachen motto okay für euch? tomm hat es ja schon gesagt. wie ist es mit den anderen?
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#69 salzAnonym
  • 27.02.2011, 20:21h
  • Antwort auf #63 von puck
  • es gibt themen, bei denen ich keinen spass verstehe! worauf beziehst du dich?

    solltest du mein statement auf einen deiner kommentare bezogen haben: hab ihn nicht gelesen, is mir nicht im kopf.

    ich beziehe mich ganze allgemein auf dass, was ich auf dieser seite schon so alles gelesen habe.
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#70 salzAnonym
  • 27.02.2011, 20:25h
  • Antwort auf #65 von Kristian
  • schon klar kristian.

    hast dich hier auf queer.de ausführlich und eindeutig zum thema pädophilie geäussert...

    und wieder deine butterweiche und doch eindeutige schreiberei!

    du erwähnst aus dem zitat "lesben" und "zoophile" aber nicht "pädophile".

    nee, is schon klar.

    war dich damit schwul macht is dann die frage???
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#71 salzAnonym
  • 27.02.2011, 20:45h
  • wer hier -1 kommentare abgibt, ist eindeutig pädophil und hat in der schwulen community nichts zu suchen. schwule männer definieren sich durch die liebe zu männern.

    wer kindersex will ist pädophil und soll es auch so benennen!!!
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#72 Kristian
  • 27.02.2011, 21:01h
  • Antwort auf #70 von salz
  • Selbst wenn ich nicht schwul wäre, hätte mein Kommentar noch seine Berechtigung. Absurdes (Homo-)Pädobashing ist so 2010. Aber um dich zu beruhigen, ich bin hier durchaus richtig, denn ich lebe meine sekundäre schwule sexuelle Orientierung in einer monogamen Partnerschaft aus.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #70 springen »
#73 salzAnonym
  • 27.02.2011, 21:35h
  • distanziere dich eindeutig vom kindesmissbrauch, oder such dir eine therapie, damit du keine leben zerstörst!!!

    oder lege hier, entgegen deiner bisherigen postings dar, dass alles nur ein missverständnis ist!
  • Antworten » | Direktlink »
#74 MedAnonym
  • 27.02.2011, 22:03h
  • Antwort auf #56 von haarscharf
  • Also ich kenne eher "schwul" als Schimpfwort - und nicht nur unter Jugendlichen. Lesbisch hab ich da noch nie gehört. Ich denke, dass was Du schreibst soll wohl Satire sein, oder?

    Beispiel gefällig: schwule Hose, schwule Röntgenaufnahme, schwuler Arztbrief... und das an zwei verschiedenen Exzellensunis in Deutschland unter dem akademischen Personal.... Lesbisch hab ich da noch nie gehört, in welcher Welt lebst Du denn?
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#75 Kristian
#76 SmartiSaar
  • 28.02.2011, 00:20h
  • Diese Namensänderung kommt für mich einem Affront gegen die Geschichte und diese Gedenktag für alle LGBT gleich.

    Ich konnte auch nicht umhin dies Herrn Niederbühl mitzuteilen.

    Falls noch jemand interesse daran hat dem Herrn zu schreiben hier seine Mail-Adresse:

    thomas.niederbuehl@rosaliste.de
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#77 StevoBlnProfil
  • 28.02.2011, 07:58hBerlin
  • Selten so gelacht....
    Der "CSD" heißt ja nun so weil er an die Ereignisse in der "Christopher Street" erinnert, wie ihr ja auch in eurem Artikel schreibt. Von einer "Christina Street" fehlt in "Frisco" jede Spur.
    Wenn die Medien nicht darüber berichten, das es sich hierbei um eine Bewegung der "queeren Minderheit" handelt, dann ist ja wohl eher der/die Veranstalter/in schulde, da er es in seinen Presseerklärungen nicht richtig rüber bringt.
    Da hätte man /frau mal eher drüber nachdenken sollen als solch einen Firlefanz daraus zu machen, das macht den "CSD" zur Lachnummer und wir werden bei den "Heten" nur noch mehr zu Witzfiguren.
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#78 herve64Ehemaliges Profil
#79 FranziAnonym
#80 TommAnonym
  • 28.02.2011, 09:17h
  • Junx - ich weiss wirklich nicht, was die Diskussion über "zoophile - pädophile etc." hier im Tread "CSD München wird Christina Street Day" zu suchen hat !? :-(

    Note 6 - Thema verfehlt - setzen !! :-)
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#81 SchattentanzProfil
  • 28.02.2011, 09:43hBerlin
  • Die Umbenennung ist mir als lesbischer Frau fürchterlich peinlich. Wie kann man die Augen so vor der Geschichte dieser stolzen Bewegung verschließen? Ich bin wieder einmal sehr froh, dass ich Berlinerin bin.

    Zu den Argumenten der Befürworter der Namensänderung braucht man eigentlich gar nicht Stellung zu beziehen, so absurd sind die. Ja, die Sichtbarkeit von Lesben ist geringer als die von Schwulen, aber das hat einfach historische Gründe (Entwicklung der Rolle der Frau in der Gesellschaft - insofern werden Lesben gleich mehrfach diskriminiert). Meiner Meinung nach kann eine höhere Aufmerksamkeit für lesbische Frauen aber nicht mit einer geschichtszerstörende Umbenennung erfolgen, sondern nur durch eine langfristige Bewusstseinsentwicklung - mit Hilfe von Eigeninitiative, prominenten ComingOuts etc. Es wäre schon viel getan, wenn sich im Sprachgebrauch von Journalisten umfassendere Begrifflichkeiten etablieren ließen, die der Vielfalt unserer Szene (und damit meine ich explizit nicht nur Schwule und Lesben) gerecht werden würde. Kann der LSVD da nicht mal ein Coaching anbieten?

    Grundsätzlich halte ich die von vielen Lesben geforderten Abspaltungen von der LGBT- Community bei CSDs etc. für absolut schädlich - da es unsere Bewegung als solche schwächt und unseren leider erstarkenden Gegnern in die Hände spielt (divide et impera).

    Ich kann euch leider nicht sagen, wie mehrheitsfähig diese Umbenennung bei den Lesben wirklich ist - in meinem Freundeskreis erntete der Vorschlag nur Kopfschütteln. In anderen Kreisen ist er allerdings sicherlich mit Begeisterung aufgenommen worden. Die Lesbenszene ist da - entgegen der hier teils vertretenden Meinung - kein monolithischer Block. Ich selbst fühle mich oft von Lesben diskriminiert und feiere daher am liebsten mit meinem besten Freund (schwul).

    Ich möchte allerdings in einem Punkt der hier vertretenden Meinung widersprechen: wenn Hetero-Männer Lesbenpornos geil finden, dann ist das in Wirklichkeit :

    a) eine Akzeptanz von bisexuellen Frauen, weil sie nämlich gerne mitmachen wollen und das bei lesbischen Frauen nicht möglich ist. Darüber hinaus zeigen die gängigen Kuschel-Lesben-Pornos nun wirklich nicht die Realität.

    b) keine gesellschaftliche Akzeptanz. Der Sex als solcher wird im weiteren Sinne nicht akzeptiert und wenn man als Frau dann auch noch mit einer Frau eigenständig zusammen lebt, ist der Ofen endgültig aus.

    Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich solche Sprüche als sehr verletzend empfinde. Ich persönlich musste leider mehrfach die Erfahrung machen, dass ich sexuell belästigt und verfolgt wurde, weil die Hetero - Typen wie in ihren Pornos "mitmachen" wollten. Teilweise waren das sehr bedrohliche Situationen, die kurz vor der Eskalation standen (und ich weiß, dass ich als einzelne Frau bei einem Rudel Männer da ganz schlechte Karten habe). Bisher habe ich meine Erfahrungen in der Kategorie "Sinkende gesellschaftliche Akzeptanz" verbucht, denn sie passt zu den Gewalterfahrungen, die gerade auch schwule Männer derzeit erleben müssen.

    Ich empfinde es daher als Schlag ins Gesicht, wenn ich hier lesen muss "Ihr seid doch bei den Hetero-Männern akzeptiert, sie lieben eure Pornos".

    Alles in allem liegt aber genau in solchen Äußerungen und Streitereien zw. Schwulen und Lesben eine Schwäche unserer gesamten Bewegung begründet. Wenn wir uns auf einer Straße an die Gurgel gehen, kommen wir nie an unser Ziel - absolute rechtliche Gleichstellung. Eine Umbenennung des CSDs ist in meinen Augen dabei kein Beitrag zur Aussöhnung oder Gleichstellung, sondern ein unverantwortlicher, die stolze Geschichte des CSDs zerstörender Akt des Öl ins Feuer Gießens. Ich habe daher keinerlei Verständnis für solche Mätzchen.
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#82 smweberProfil
  • 28.02.2011, 10:01hBerlin
  • Ja, sind die denn völlig verrückt geworden??? Ein Schlag in's Gesicht der Leute, die damals gegen homophobe Polizeiwillkür vor der Stonewallbar in der Christopher Street in New York auf die Barrikaden gegangen sind! Die Begründungen dummes, arrogantes, geschichtsvergessenens Geschwätz. Es ist echt zum Kotzen!!!
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#83 stromboliProfil
  • 28.02.2011, 10:54hberlin
  • Antwort auf #12 von jojo
  • ich will noch mal auf dein erstes posting hier eingehen angesichtsd des unmögliche das sich mittlerweile hier entwickelt und wofüriich zutiefst (!) schäme!
    Soviel hass auf frauen in einem thread ist schon eine besondere leistung!
    Was nicht die gegenseitige schuld negieren soll aber in dem tonfall, dem vermischen von animositäten und selbstgerechtigkeiten.. wohl auch dank meiner mitschuld!

    Noch mal: ich schäme mich für die polemik die hier gegen frauen losgetreten wird ,ohne sich mal im gegenseitigen interesse inhaltlich(!) über die "trennenden " bedürfnisse auseinander setzen zu wollen.
    Wir behaken uns mit verbalen aggressionen wie dem nachdenken über einen sturm auf frauen häuser, was vieleicht im ersten moment ganz lustig erscheint, aber im zweiten ein trauriges akzeptieren von gewalt gegenüber frauen voraussetzt.. auch wenn es augenzwinkernd daher kommen soll!
    Schwule männer,die sich in ihrer ehre verletzt sehen ,weil frauen die selben meriten für sich einfordern.. nun darüber zu reden ist legitim, aber es sollte auf gegenseitigkeit beruhen .
    Das findet hier weder von unserer seite statt, noch wird sie von anderer ( sieh auch hier das phänomen der ausgrenzung...) seite mit gegenargumenten entkräftet oder legitimiert.
    Nur auf die quote schielen, dient weder den frauen noch den lesben, ergo also auch nicht uns!
    Also, dass unausgesprochen aber bauchfühlmäßig mit sich herumgetragene will auf den tisch!
    Was trennt schwule und lesben, warum sollten erst die trennenden probleme diskutiert werden , dann das verbindende, statt umgekehrt.
    Ist in einer solchen konsulitierungsphase ein gemeinsamer "umzug" angebracht, oder sollten sich da feinliche geschwister trenne um zeit zur reflektion zu haben.
    Ich persönlich bin für eine klaren schnitt:
    trennen was nicht zusammen passt, um wenigstens so dem gegenläufigen sinnsuchen eine chance auf eigenständigkeit zu erhalten.
    Ich will weder die lesben unter buttern, noch mich unter buttern lassen.

    Schlußendlich wird dies auch zurück zur anstehenden , immer noch offenen genderdiskussion führen der sich beider pole ( mann-Frau) weiterhin zu entziehen suchen.. so nur eine randständige szene übrig bleibt die übergreifendes denkt und mal mehr , mal weniger gut unzusetzen sucht..
    Den suchenden gilt hier meine symphatie!
    Nicht den "geschlechtidentitätsbewahrern" , die nicht mal ihr eigenes geschlecht, nämlich männliche homosexualität -weibliche homosexualität, von der der heterosexualität unterscheiden können!
    Ständ dies als thema über der namensänderung, hätt ich kein problem damit!
    Den PRIDE, wird sich weiterentwickel müßen wenn es nicht zu einer markenpflichtigen karikatur verschimmelt.. was hier geschehen!

    PRIDE- STOLZ vieleicht dann auch als vorgabe , nicht als historienspektakel , als völkerschlacht zu leibzig, die nachfolgenden generationen jeweils IHREN (!) "aufstand" feiern...
    Da fällt dann die masculinisierung oder notwendige feministische quote weg, weil dann wirklich nur noch dem gedaqnken gewidmet: STOLZ ,dass zu sein, was wir sind!
    mit allen fehlern und stärken...

    Zum forum hier noch ein wütender nachtrag:
    Statt dessen wird ein missglückter geck ( grenzwertig!) von lesbisch , zoophilie und pädophilie von einem offensichtlich durchgeknallten stephanie guttemberg-tv junkie als plattform einer pseudo inhaltsbestimmung von homosexualität und pädophilie missbraucht und nebenbei der bezug auf den unsäglichen vergleich lesben = tierliebhaber und kinderficker, unwiederrufen stehen gelassen...
    Mehr als grenzwertig; dreist und wiederlich!

    Was sich hier als anmaßendes bestimmen von distanzierungsgeboten geriert, zeigt nicht nur, dass der betroffene weder am thema ( csd - münchen) schreibt, noch überhaupt sein eigenes thema beherrscht/kapiert, nämlich dass homo und pädophilie soviel miteinander zu tun haben wie heterosexualität und pädophilie, ergo also diese eingeforderte pseudo distanzierung eher stammtischgegeifer mit verfehlter kenntnis von fakten und wissenschaftlicher aufarbeitung darstellt.
    Wir,Ich, schwule und lesben haben ebenso nicht die aufgabe sich vor einer heterowelt von pädophilie zu distanzieren, ich/wir leben eine eigenständige sexualität. Und ich werd mir von solchen versteckten "Zuweisungen " keine diskussion aufzwingen lassen, in der ich mich/wir uns zu "rechtfertigen haben"!

    Es wirft dann aber auch die frage auf: wer schreibt einen solchen scheiß , der sonst nur in reaktionären publikationen rechter -religiöser machart gegen uns verbreitet wird?!

    Mehr als scham über das, was unsere eigene community hervorbringt kann man da nicht mehr aufbringen, ausser einem verdient festen tritt in den ...
    mit verlaub salt, du bist eine extrem unappetitliche körperöffnung!

    Aber zurück zu uns beiden jojo:
    bei deinen beiträgen schaut das umsichtige nach allen seiten sich vortasten durch.. was ich wirklich schätze an dir!
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#84 stromboliProfil
  • 28.02.2011, 11:12hberlin
  • Antwort auf #81 von Schattentanz
  • deinen beitrag erst gelesen als meiner schgepostet..
    gute reflexion aus weiblicher sicht!
    Und hier sollte noch mal auch über die notwendiegen rückzugsgebiete der jeweiligen nachgedacht werden:
    Schwule männer, die erholung von legitimationsstress gegenüber heteros suchen, eine gefühlte sicherheit, die ihnen raum zu gefühle ausdrücken gibt, die nicht ständig der kritik oder schlimmer noch der häme ausgesetzt ist!
    Und wie du richtig fest stellst, frauen eine doppelte unterdrückung erfahren durch männer erfahren( auch wenns den neoliberalen zeitgeistern hier auf den wecker geht.. es ist so!) , bedingt einen "doppelten rückzug!
    Abwägend, wo nähe zu schwulen männern stattfinden kann, angesichts der ihnen entgegenschlagenden "empörung hier, ist es sicher , dass sie in ihren rückzugsraum verdient haben!
    Ich habe persönlich nie das bedürfniss gehabt lesbische bars auf zu suchen wo frauen unter sich bleiben wollen.. das war mir immer selbstverständlich, weil selbst solche rückzugsräume beanspruchend!
    Gemeinsamkeiten, gemeinsame räume wollen auch mit gemeinsamkeiten besetzt sein!
    Da geht man hin wo es passt. Und siehe: da gibts dann auch fun und entspanntes miteinander!
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#85 stromboliProfil
  • 28.02.2011, 11:37hberlin
  • vieleicht ein wenig ausser thema aber "PRIDE"..
    der diesjährige oscar gewinner -produzent von The King's Speech grüßte in der dankrede seinen lebenspartner.. mit beifall im publikum...
    na wen das nicht mal was nettes ist!
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#86 SchattentanzProfil
  • 28.02.2011, 12:29hBerlin
  • Antwort auf #84 von stromboli
  • Dankeschön, stromboli.

    Ich denke, dass die Trennung von schwulen und lesbischen Rückzugsräumen auf unseren Unterschieden basiert und nicht zwangsläufig schlecht ist, da sie sich an verschiedenen Bedürfnissen orientiert. Zurecht wurden in der Diskussion die Unterschiede zwischen uns genannt.

    Allerdings wäre mir eine Diskussion um die Gemeinsamkeiten lieb, die meines Erachtens größer sind, als es auf den ersten Blick scheint. Vielleicht habt ihr ja Lust auf eine Debatte in einem bald kommenden Forum (danke, queer.de). Dadurch würde auch die strikte Trennung von schwulen und lesbischen Plattformen im Internet einmal durchbrochen und es wird die Möglichkeit zum Austausch eröffnet - ich glaube, dass dort mehr Gemeinsamkeiten zutage gefördert werden, als vielen die ausschließlich in lesbischen oder schwulen Kreisen verkehren bewusst ist.

    Nun aber nach all den Diskussionen über das, was uns trennt, würde ich gern zu den Gemeinsamkeiten: ja, wir lieben das gleiche Geschlecht. Aber ist das wirklich alles? Jeder von uns ist in einer vorwiegend heterosexuellen Gesellschaft aufgewachsen. Jeder hat den Moment erlebt, in dem er wusste, dass er anders ist. Jeder muss mit seinem täglichen Coming Out kämpfen. Wir - ganz gleich, ob nun bisexueller Migrant, schwuler Abteilungsleiter, lesbische Nachwuchsdesignerin etc. müssen uns in einer Gesellschaft zurecht finden, in der wir eine Minderheit sind - die stark unter Beschuss steht: von den monotheistischen Glaubensgemeinschaft als Sünder oder Tiere herabgewürdigt, über den Büro-/Schulalltag mit Homowitzen und Auseinandersetzungen mit gewaltbereiten Heteros nach durchtanzten Clubnächten bis hin zu den eigenen Eltern, deren Enkelkindertraum erstmal zerstört wird.

    Wir müssen jeden Tag für unsere Freiheit, unser eigenes Leben, unser Glück kämpfen. In der Christopher Street nahm es seinen Anfang und wenn ich mir ansehe, dass wir zwar die gleichen Pflichten, aber bei weitem noch nicht die gleichen Rechte, geschweigedenn die gleiche Akzeptanz wie Heteros in dieser Gesellschaft erfahren, dann haben mutige Menschen damals eine Reise begonnen, die bis zum heutigen Tage ihr Ziel nicht erreicht hat. Wir teilen also nicht nur das Verlangen nach dem gleichen Geschlecht - wir machen die gleichen Erfahrungen in unserem täglichen Leben, haben vergleichbare Ziele (Das Streben nach einem selbst bestimmten Leben, Freiheit und unserem ganz persönlichen Glück - wie immer das nun aussehen mag) und stehen den gleichen Herausforderungen und Problemen gegenüber. Ich habe mich viel mit meinen lesbischen, schwulen und bisexuellen Freunden und - damit die Feministinnen nicht wieder anfangen zu schreien - Freundinnen geführt: unser Leben zu leben erfordert Kraft und Mut. Damit unsere Forderungen gehört werden und eine rechtliche Gleichstellung, dann ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel eintritt, brauchen wir eine laute Stimme - nicht viele vereinzelte, die im alltäglichen Kampf umd mediale und politische Aufmerksamkeit untergehen.

    So sehr ich die Unterschiede der LGBTQ - Community liebe und unterschiedliche Rückzugsräume befürworte, so sollten wir nach meinem Dafürhalten zumindest auf den Christopher Street Days zusammen stehen: zum einen, weil wir alle anscheinend gern Party machen und zum anderen, weil wir vor den gleichen Herausforderungen und Problemen stehen und letztlich die gleichen Rechte einfordern. Wir sollten stolz auf das bisher Erreichte und damit auch die Geschichte des Christopher Street Days sein. München tritt hier ein historisches Ereignis, aus dem etwas ganz Großes erwachsen ist, mit Füßen.

    Aber wenn wir uns zu sehr wegen unserer Unterschiede prügeln, verlieren wir den Blick für unsere Gemeinsamkeiten - unsere Erfahrungen, unsere Forderung nach gleichen Rechten, unsere Träume. Dann verliert eines unserer wichtigsten politischen Instrumente an Durchschlagskraft. Den Papst und den Rest der Homo - Hasser wird es freuen. Denn eines sollte hier jedem Bewusstsein: unsere Probleme der mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz werden sich nicht auf einmal in Luft auflösen, schon gar nicht, wenn wir uns noch nicht einmal untereinander akzeptieren und füreinander eintreten. Und unsere rechtliche Gleichstellung wird uns auch niemand einfach so schenken - denn ein Blick in die historische Entwicklung von Bürger- und Freiheitsrechten sowie Demokratie zeigt deutlich:

    A right is not given - it has to be claimed.
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#87 alexander
#88 LorenProfil
  • 28.02.2011, 13:12hGreifswald
  • Antwort auf #86 von Schattentanz
  • "Wir müssen jeden Tag für unsere Freiheit, unser eigenes Leben, unser Glück kämpfen."

    Und das funktioniert m.E. am effektivsten gemeinsam, bei allen Unterschieden, die übrigens immer dann zu beobachten sind, wenn nur zwei Menschen sich zusammentun - unabhängig von Gechlecht, sexueller Identität, Alter etc.

    Ansonsten sprechen deine klugen Beiträge hier für sich und ich kann mich ihnen aus vollstem Herzen (und mit eingeschaltetem Hirn) anschließen.
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#89 davideAnonym
#90 sorbet_lemonAnonym
  • 28.02.2011, 13:26h
  • Antwort auf #89 von davide
  • Ist das jetzt ein Wettbewerb "Wer wird am meisten diskriminiert"? Muss man sich an solchen Formulierungen aufhängen? Gibt es nicht sogar eine Diskriminierung innerhalb der jeweiligen Gruppen (Schwule bzw. Lesben untereinander)?

    So lange Leute die Prinzessin auf der Erbse spielen bzw. bei jeder Kleinigkeit wie ein Kinderkartenkind zornig mit dem Fuß aufstampfen, kommen wir alle keinen Schritt weiter.
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#91 DustinAnonym
#92 SchattentanzProfil
  • 28.02.2011, 14:12hBerlin
  • @ Alexander: vielen lieben Dank, und nein, nicht die Hoffnung aufgeben - wir haben noch einen weiten Weg vor uns, aber nichts ist bekanntlich so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Ich freue mich schon auf das Forum, dann können wir uns gern weiter austauschen :-).

    @ Loren: danke für die Blumen und deine Ergänzungen. So habe ich das bisher noch nicht gesehen, aber der Vergleich hat wirklich etwas :-).

    @ davide: Es ist sehr schade, dass Du nicht mehr weitergelesen hast, weil mir das Thema sehr wichtig ist, aber zwingen kann ich Dich Gott sei Dank nicht. Die von Dir angesprochene doppelte Diskriminierung hab ich eigentlich nur aus einer historischen und gesamt-gesellschaftlichen Dimension am Rande erwähnt, auch um unterschiedlich starkes Auftreten von Lesben und Schwulen zu erklären. Aber eben zu erklären - und nicht einen Vergleich hinsichtlich der Frage zu ziehen, wer denn nun "ärmer" dran ist und mehr diskriminiert wird. Ich empfinde einen Wettlauf a la DsdSO (Deutschland sucht das Super -Opfer) als selbstzerstörerisch und offengestanden in weiten Teilen ziemlich rückwärtsgewandt. Vergangenheit gehört dazu und ist lehrreich, aber sie darf den Blick für die gemeinsamen Herausforderungen der Zukunft nicht verschleiern.

    Ich würd mich aber freuen, wenn wir im Forum streiten und diskutieren würden. Eine Community sollte auch Meinungsverschiedenheiten und Streit aushalten - es würde unsere Interessensvertretung nach außen stärken.

    @ sorbet - lemon: ich kann mich deinen Ausführungen nur anschließen. Und ja, Lesben können auch zu Lesben verdammt gemein sein ;-). Vielleicht bringt das Forum ja wirklich ein bisschen mehr Verständnis und hilft das Kleinkindverhalten zu reduzieren. Es wäre allerdings ein ziemlich lautes Signal, wenn wir alle gleichzeitig am CSD mit dem Fuß aufstampfen würden ;-).
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#93 maaaaartinAnonym
  • 28.02.2011, 14:31h
  • na zumindest scheint die umbenennung jede menge diskussionspotential zu haben, sonst wäre das hier nicht so hochgegangen.

    drollig zu sehen, wie manche hier glauben alleine durch ihr schwul-sein damals irgendwie in der christopher street dabei gewesen zu sein und dass mit einer umbenennung praktisch ihr persönliches erbe äh besudelt oder entkräftigt wird.
    super, jungs. die frauen nach links, die männer nach rechts... und dann ab durch die neue mitte
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#94 Uwe Sch.Anonym
  • 28.02.2011, 14:43h
  • Die letzten 40 Jahre haben gezeigt, das es mit dem "Stay Together" Gedanken seit Stonewall 1968 zwischen Lesben und Schwulen nicht mehr so weit her ist, wie es sich @Schattentanz vorstellt, bzw. gerne wünscht!

    Ich glaube auch nicht an die/ eine Durchschlagskraft, wenn es hier irgend wann einmal ein Forum geben sollte, das Lesben und Schwule (wieder) zusammenbringen wird/ soll!

    Grundsätzlich bin ich schon auch der Meinung, das Lesben und Schwule "gemeinsam" an einem Strang ziehen sollten, und ihre Interessen und Forderungen auch "gemeinsam" durchsetzen sollten! Irgendwo sitzen wir ja auch alle zusammen im selben Boot! :-)

    Und gerade hierfür ist eine Veranstaltung wie der CSD in meinen Augen als Politparade auch allerbestens geeignet, und wohl auch in den Anfängen so angedacht worden! Protest u.a. gegen Willkür , Diskriminierung und Unterdrückung!

    Mir persönlich gibt der alljährliche CSD "Kraft" und macht mich stolz, schwul zu sein - über das ganze Jahr hinaus!
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#95 FranziAnonym
  • 28.02.2011, 14:53h
  • Antwort auf #93 von maaaaartin
  • @ Maaaartin: Ich denke einfach, das es eine "Generationsfrage" ist, wie Man(n) zu den Übergriffen 1968 in der Christopher Street in New York steht !?

    Ich habe die Anfänge der Schwulenbewegung miterlebt !! Damals war Man(n) noch so richtig "bewegt" und "Proud to be gay" !!

    Junge Schwule sehen heute im CSD doch meistens nur noch den "2. Karneval" im Sommer, und geile "Gay Partys", eben feiern bis der Arzt kommt ...
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#96 Chris/tinaAnonym
  • 28.02.2011, 15:06h
  • Bye Bye CSD. Das wars dann wohl...
    Was kommt als nächstes, ein Name mit Bindestrich für die Bisexuellen?
    Für mich ist der CSD Vergangenheit, die Veranstalter und radikale Lesbenbewegung haben nichts begriffen!
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#97 Weigende....Anonym
  • 28.02.2011, 15:10h
  • ...Schmerheit

    Akzeptanz leitet sich vom lat. Wort ‚accipere’ ab und bedeutet ursprünglich soviel wie annehmen, übernehmen, gutheißen. Einen Menschen zu akzeptieren bedeutet folglich die ‚Andersartigkeit’ oder das ‚Andershandeln’ eines Menschen anzuerkennen. Im Gegensatz zur Toleranz beinhaltet Akzeptanz nicht eine bloße passive Duldung, sondern die aktive Auseinandersetzung mit dem Anderen. Das Anerkennen des Anderen geschieht über das Verstehen. Verstehen setzt Kontakt, Austausch und vor allem reflexives Handeln voraus.

    In der Alltagssprache werden Toleranz und Akzeptanz oft synonym verwendet. Toleranz jedoch stellt lediglich eine Vorstufe der Akzeptanz dar. Toleranz bewirkt das Nebeneinanderleben der Menschen, Akzeptanz dagegen das Miteinanderleben.
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#98 eMANcipation*Anonym
  • 28.02.2011, 15:34h
  • Antwort auf #81 von Schattentanz
  • Ich kann deinen Ausführungen und denen von @stromboli nur zustimmen und möchte sie dennoch um einen wichtigen Aspekt ergänzen, den wir nicht aus den Augen verlieren sollten.

    Selbstverständlich wird eine selbstbewusste, emanzipierte lesbische Identität in dieser Gesellschaft nicht weniger diskriminiert als eine selbstbewusste, emanzipierte schwule.

    Und dennoch belegen zahlreiche Indikatoren, dass männliche Jugendliche es inzwischen noch viel schwerer haben, sexuelles und emotionales Interesse an anderen Jungs und Männer überhaupt zuzulassen. Ihnen wird noch viel brutaler und massiver von kleinauf ein vorgestriges "Männlichkeits"bild eingehämmert, immer penetrantere Bilder, wie sie ihre Sexualität zu definieren und zu leben haben, und jede minimale Abweichung wird umgehend negativ sanktioniert.

    Nicht umsonst sind "schwul" und "Schwuchtel" die inzwischen häufigsten Schimpfwörter schon bei Früh- oder teilweise Vorpubertierenden, und wir haben es hier mit einer ganz neuen, in dieser Form noch nie dagewesenen Qualität der verbalen (und psychischen) schwulenfeindlichen Gewalt zu tun. Diese steht im Zusammenhang mit einer noch nie dagewesenen Indoktrination heterosexistischer Bilder und Rollenzuweisungen via kommerzieller Massenmedien, unterstützt durch eine kontinuierliche Fremd- und Selbstbeobachtung über Facebook & Co.

    Was ich damit sagen möchte: Wir sollten uns als Schwule ganz besonders mit dieser zunehmend unerträglichen Situation für Jungs und männliche Jugendliche auseinandersetzen und uns überlegen, welche konkreten Beiträge für Veränderung wir leisten können. Der immer aggressivere, kommerziell produzierte und massenmedial beförderte Heterosexismus schadet uns allen. Aber junge Männer werden dadurch offensichtlich noch viel stärker in ihrer grundlegenden Freiheit, homosexuelles Interesse überhaupt zuzulassen, eingeschränkt, als dies bei jungen Frauen zu beobachten ist.

    Erstaunlicher- und erschreckenderweise nehmen die meisten von uns diese Entwicklung überwiegend nicht zur Kenntnis. Die Lösung besteht sicherlich nicht darin, jetzt unsere Anliegen gegen die Anliegen von Lesben oder allgemein von Frauen ausspielen zu lassen oder selbst auszuspielen.

    Aber wir müssen auch von der Vorstellung wegkommen, dass weiterhin nur oder in erster Linie Frauen durch die sexuellen Herrschaftsverhältnisse (die ja nur Bestandteil übergeordneter gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse sind) unterdrückt werden. Vor unseren Augen spielt sich jedenfalls bei jungen Männern eine dramatisch negative Entwicklung ab, denen wir uns als Schwule dringend zuwenden müssen!
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#99 MichaelTh
  • 28.02.2011, 16:05h
  • Hallo! Das war Ironie! Und dazu sehr gute! Lies nochmal nach, dann wirst Du's kapieren! :-)
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#100 stromboliProfil
  • 28.02.2011, 18:24hberlin
  • Antwort auf #91 von Dustin
  • blas dein gehirn durch, lüfte es und lass frische ideen rein und schon kannst du wie alle anderen am forum und dessen beträgen teilnehmen!
    So kompliziert ist kein beitrag, als dass nicht auch du, bei ein wenig nutzung des verbliebenen restes an gehirn, offensichtlichen inhalten folgen könntest..
    ich hab geduld..
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#101 FranziAnonym
  • 28.02.2011, 18:56h
  • Antwort auf #98 von eMANcipation*
  • Ich sehe, und erlebe das das jeden Tag ein bisschen anders !! :-)

    Meiner Meinung nach war es noch gar nie so leicht, auch gleichgeschlechtliche,sexuelle Kontakte zu knüpfen, wie heute !! Da wird ganz viel herumexperimentiert und ausgetestet unter Jugendlichen !!

    Eigentlich auch nicht viel anders, als wie wir das in unserer eigenen Jugend und Kindheit getan haben !!

    Schimpfworte wie "schwul", "Schwuchtel" oder "Arsc*cker" gab es schon zu Zeiten, als ich noch in der Grundschule war !! Damals wusste Man(n) anfänglich noch gar nicht, was das überhaupt bedeutet !! :-)

    Was ich ganz schlimm finde ist, das sich viele Jugendliche heute u.a. durch homophobe Rappmusic zu sehr beeinflussen lassen :-(

    Nach aussen hin geben heute viele Jugendliche den coolen, homophoben Checker, haben aber meistens selber schon homoeritische Erfahrungen gesammelt ...
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#102 stromboliProfil
  • 28.02.2011, 20:35hberlin
  • Antwort auf #86 von Schattentanz
  • wir sind uns eigentlich einig: der weg ist noch lang, bis wir uns den platz in der gesellschaft erkämpft haben, der uns zusteht!

    Wenn ich unterschiede betone, die frauen - männer und so auch schwule und lesben betrifft , so kommt das aus den von mir unterstellen geschlechteridentitäten, sprich den funktional-kulturell hergeleiteten normen , denen sie (unnötiger weise!) unterworfen sind.

    Ich plädire für eine überwindung , und zwar von beiden seiten aus.

    Also auch eine überwindung der homo-heterosexualität, wie bis zum heutigen zeitpunkt gelebt!

    Das beharren auf den vorgegebenen mustern von , -mann das starke schützende geschlecht, frau das zu beschützende-, ist überholt und nicht mehr zeitgemäß.
    Dazu bedarf es aber auch der schaffung eines eigenen selbstverständnisses zwischen schwulem mann und lesbischer frau ,wo nicht im wechselspiel die rollenzuweisung des/der "unterdrückten" als waffe benutzt wird.
    Gleiches gilt natürlich auch bezüglich schwuler versus heterofrau oder lesbe -heteromann..

    Sicher, wenn beide, schwule wie lesben erst einmal sich über ihre , den eigenen interessen entsprechenden strategien im klaren sind, kann auch über gemeinsamkeiten, die sich hieraus ergeben, geredet werden.
    Wenn wir selbst noch die funktion der doppel diskriminierung negieren, bei migranten eine dreifache, bei migrantinnen gar ein vierfache ( frau-lesbisch-migrantin und diskriminiert in der eigenen herkunftsphäre ) leugnen , wie soll ich da gemeinsamkeiten im mindesten- nämlich schwul - lesbischen entwickeln..
    hoffend auf vernunft, bessere einsicht??
    Wir haben nicht mal aus unserer eigenen verfolgung die richtigen schlüsse gezogen, wie sollen wir da einen blick entwickeln auf das, uns weiterhin fremde.. ein gegenseitiges unvermögen!

    Da muß weiterhin festgestellt werden: der gegner ist die heterosexualität als norm , die uns umgibt und die regeln vorgibt. Regeln, die weiterhin tief in die lebensstrukturen von schwulen und lesben, aber auch transsexuellen und im genderbegriff sich neu bildenden lebensformen, negativ identitätsstiftend eingreifen!

    Ob das dann begleitend von religiösen und ideologischen hardlinern betrieben wird ,oder im liberalen einvernehmen, der status quo festgeschrieben wird; es ist weiterhin eine besetzung durch heteronormatives denken, handeln und repression, der uns bestimmt!

    Insofern ist stonewall zwar ein fanal, aber nicht final, zu ende geführt!
    Gerade weil das aufbegehrende im denken und handeln der damaligen akteure verwässert, liberalisiert, den revolutionären inhalten entkleidet ist, so ist auch stonewall seinen inhalten entkleidet.
    Da war als auslöser, staatliche omnipotenz, gewalt seitens heterobevölkerung und ihrer vollstreckungsbeamten , eine ständige unterdrückung, die bis in die intimsten sphären individueller lebensgestaltung ging!
    Wäre es nun nur ein historischer rückblick der bei dem csd zu feiern wäre, könnten wir zum feiern über gehen , weil vieles sich verbessert hat: wir sind toleriert!
    Beachten wir den unterschied; nicht akzeptiert!

    Das tägliche klein klein, dass du beschreibst, dass sich ständige selbst erfinden müssen gegen die vorstellungswelt der "anderen " um uns herum, ist eine respektable leistung , die zwar kollektiv gefordert, aber weiterhin individuell geleistet wird!
    Kollektiv stehen wir auf tönernen füßen; Wir, teile von uns, suchen den schulterschluß zur heterosexualität, indem sie diese zu kopieren sucht und entsprechend dass, was sich community nennt, in zugzwang bringt: solidarisch bleiben mit einem "ziel", das man eigentlich überwinden wollte?

    Wenn man mal die aussagen, die zeitzeugen befragt, was ihre motivitation hin zur schwulenbewegung war, wird dir klar: wir wollten etwas ganz anderes, etwas radikaleres!
    Da eher noch mit dem radikalismus der frauenbewegung der ersten stunde liebäugelnd, die nicht die männer als feindziel aber die männliche dominaz sich zum ziel setzten.
    Auch wir schwule hatten damals die einsicht: wir können uns nur unserer unterdrücker entledigen , wenn wir das unterdrückende beseitigen... ( hoffe die berliner bulette kommt mir nun nicht wieder mit dem steinewerfen dazwischen)!
    Den mann , das patriarchat , welches sich im zwangsheteronormativen sein aussehen gegeben hat, galt, gilt es immer noch zu überwinden.

    Beide ziele sind perdue, weil reformistisch die zielsetzungen unterlaufen wurden. Der homo von heute sieht sich al reinkarnation des masculinen mannes , voll der libido und viril bis zum anabolica- umfallen...

    Hier das trennende nun, dass frauen und männer auch im gleichgeschlechtlichen lebenswunsch, konfrontativ miteinander umgehen lässt. Das mißtrauen steckt tief, und die "gemeinsamkeiten" sind uns im öffentlichen auftreten ebenso aufgezwungen, weil so dem heteronormativen bild der zwei geschlechter entsprechend.
    Was aber will eine lesbe? Wie stellt sie sich ihren platz in der gesellschaft vor.., als eigenständiges oder als appendix des frau seins im heteronormativen denkmuster?
    Oder: Erkläre mal einer hete schwule bedürfnisse , sexuelle vorlieben...; einem hetero die bedürfnisse, sexuellen vorlieben lesbischer frauen...
    Gibt es etwas gemeinsames , das uns von der hetenwelt unterscheidet?
    Wir kürzen den weg der antworten ab, indem wie als heterogenes ganzes auftreten und allgemein gültige rechte formulieren, einfordern, die aber ebenso heteronormierter herkunft sind.
    Partnerschaft, schwulen-lesbenehe, steuerrechte und vertragssicherheiten... schließen den kreis.

    Was also wissen wir voneinander?
    Was die schwulen von den lesben und umgekehrt?!
    Recht wenig , wenn ich mir manche beiträge hier ansehe.. mich mit eingeschlossen!
    Hier noch mal mein ansatz: solange nichts ausser gleichgeschlechtlicher phobie seitens der heten, gemeinsamkeiten andenken lässt, solange ist ein eigenständiges weiter (!) entwickeln zukunftsweisender strategien nützlicher, als ein "gemeinsames" dahin wursteln, zweier, sich nicht grüner "partner!

    Auch getrennt marschieren , gemeinsam schlagen, hat so seine berechtigung...
    was nicht die suche nach gemeinsamkeiten ausschließt!
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#103 MaikiAnonym
  • 01.03.2011, 03:10h
  • Man hätte das Thema bestimmt auch auf eine andere Art aufgreifen können, aber jetzt ist es eben mit einer provozieren wollenden Umbenennung geschehen.
    Bei einigen - nein, den meisten! - Kommentaren hier werde ich echt wütend.
    Da redet man von rempelnden Kampflesben und offenbart damit seine tiefverwurzelten Vorurteile über "DIE Lesben", so wie es ja auch die einheitliche Masse DER Schwulen gibt. Sehr schön, dass da die Verbreitung von Klischees über homosexueller Frauen gefruchtet hat!
    Auf der anderen Seite werden uralte Ressentiments wieder rausgekramt. Klar, Lesben sollen gefälligst etwas eigenes veranstalten, wenn sie im Mittelpunkt stehen wollen. Jahrelanges Zusammenwachsen lesbischwuler Arbeit besonders in den jüngeren Generationen? Scheiß drauf!
    Ach stimmt: Lesben waren nicht an den Aufständen in der CS beteiligt, darum haben sie kein Recht heutzutage sogar das CSD-Motto zu okkupieren. Ja gut, dann unterlässt es bitte auch jeder von euch, der nicht in Leder oder tuntig rumläuft oder gar transsexuell ist, sondern im stylischem Anzug, mit hipper Arbeitsstelle und schön in die Gesellschaft integriert, dort aufzutauchen. Denn mit euch hatte das damals genauso wenig zu tun.
    Natürlich, das Verharren in der alten lesbisch-schwul-Apartheid ist bequem. Man kann dann schön die Augen davor verschließen, dass Lesben nun mal Frauen sind und damit damals in einer gesellschaftlichen Position waren, die sich vermutlich kein Mensch hier heute noch vorstellen mag. Als es an der absoluten Basis (gleiche Rechte für Frauen) gefehlt hat, musste man dort auch ansetzen! Das jetzt den Lesben zur Last zu legen und ihnen damit 40 Jahre später (!) zu kommen, also einer fast gänzlich ANDEREN Generation, zeugt schon von besonders ausgeprägter Renitenz, da gratuliere ich herzlich.
    Schwule sollten nicht für Lesben einstehen, weil es Lesben auch nicht für Schwule tun? Ahja. Seltsam. Schon als ich noch keine Schwulen kannte, nämlich zu meiner Schulzeit vor etwa 10 Jahren, habe ich - eine Lesbe - offensichtlich gegen diese ungeschriebene Regel verstoßen. Ich habe Schwulsein verteidigt und wenn etwas "schwul" war, habe ich darauf bestanden, dass es doch ziemlich "hetero" sei. Und zwar nicht für mich - ich war mit den lesbischen Anfeindungen schon auch gut dabei, aber ich habe das aus Solidarität getan, in meiner jugendlichen Naivität habe ich es nämlich für selbstverständlich gehalten, dass Lesben und Schwule an einem Strang ziehen sollten!
    Und auch wenn ich heutzutage weiß, dass aus es aus beiden Lagern großen Widerstand gegen diese Zusammenarbeit gibt, so vertraue ich darauf, dass dieser Widerstand mit der damit verbundenen Generation kleiner wird. (Nein, das meine ich nicht so menschenfeindlich, wie es sich vielleicht anhört, die Freude über das Schrumpfen bezieht sich hier ausschließlich auf den Widerstand und nicht auf die Menschen dahinter!) Auch kenne ich viele Schwule, die dem Gedanken hinter der Umbenennung sehr wohlwollend gegenüberstehen, weil sie sehen, welchen Beitrag Lesben leisten.
    Zur lesbischen Trittbrettfahrerin, die sich auf den starken schwulen Schultern ausruht, weiß ich auch nicht mehr, was ich sagen soll. Da ignoriert man mal eben sämtliches lesbisches Engagement und vergisst vor allem, dass es genauso Lesben gibt, die sich solidarisch für Schwule einsetzen! Übrigens gibt es jedes Jahr beim CSD ne Menge Lesben, die organisieren, die mithelfen, die informieren, mitlaufen. Wer wird wahrgenommen? Die Schwulen. Das soll im übrigen keine Anklage sein, das Bild haben die Heteros, aber indem man etwas so belässt, wie es ist, trägt man auch in gewisser Weise dazu bei.
    Kurz gesagt: Sollte nicht die Wichtigkeit des GEMEINSAMEN Kampfes die Ungleichheiten, die unterschiedlichen Geschichten, und auch Bedürfnisse ausgleichen? Und können die Schwulen, die hier heftig dagegen wettern, nicht mal über ihren Schatten springen und es zulassen, dass EINMAL die Lesben im Vordergrund stehen?
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#104 Leonardo D.Anonym
  • 01.03.2011, 10:01h
  • Bei diesen nicht enden wollenden Kommentaren hier, schaltet spätestens beim 3. Absatz, den ich jeden einzelnen mindestens dreimal lesen muss, um ihn überhaupt zu verstehen, mein Gehirn aus! :-(

    Jungs - geht das nicht auch in ein paar kurzen Sätzen?

    Muss doch nicht immer gleich eine Doktorarbeit sein!

    Die Pressefrau vom CSD München scheint schon gut die Werbetrommel für den CHRISTINA-STREET DAY gerührt zu haben! Zumindest findet man einen Teaser auch schon im RTL Videotext! :-(

    Ich finde die Idee nur "peinlich"!
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#105 stromboliProfil
#106 Leonardo D.Anonym
#108 jojoAnonym
  • 01.03.2011, 12:50h
  • Antwort auf #83 von stromboli
  • danke für die salbe. ein bisschen weh tun die roten bauklötzchen ja doch. *zwinker*

    mindestens ebenso schön ist es, die beiträge von euch, schattentanz und maiki, zu lesen. ich stimme vielleicht nicht jedem detail zu, aber es ist immer fein, solche differenzierungsbereitschaft zu sehen.

    und jetzt setze ich mich nochmal dem bauklötzehagel aus: bitte bitte, schluss mit dem gejammer darüber, dass "die jugend von heute" kein politisches bewusstsein mehr habe und die csds einfach nur noch als eine spaßveranstaltung wahrnehme. das ist auch wieder so eine pauschalisierung.

    erstens: es gibt unter den politisch aktiven auch viele junge. (hier in der provinz erlebe ich gerade, wie einige junge lesben die szene kräftig aufmischen, auf eine sehr erfrischende und sehr politische weise.)
    zweitens: auch früher war immer nur eine minderheit politisch aktiv.
    und drittens: dass heute das partyvolk auf den straßen herumspringt, ist für mich kein zeichen des verfalls, sondern eines des erfolges: heute können nämlich auch diejenigen ganz unbefangen auf der straße tanzen, die sich das vor 50 jahren nie im leben getraut hätten. wäre es etwa besser, wenn sich weiterhin nur der ganz harte, unerschrockene, im politischen kampf gestählte kern aus dem keller trauen würde? nein, wäre es nicht! wäre es besser, wenn die politische situation immer noch dermaßen beschissen aussähe, dass das gemeinsame leid uns alle zusammenschweißte? nein, wäre es nicht! die nachlassende politisierung ist die direkte folge des politischen erfolges und des nachlassenden leidensdruckes.

    also bitte schluss mit dem "dafür hat opa nicht gekämpft". hat er nämlich doch, ob er wollte oder nicht!
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#109 JulianBNAnonym
  • 01.03.2011, 15:56h
  • Antwort auf #101 von Franzi
  • Franzi, guck dir alleine bei gr an wieviele junge bisexuelle Männer es gibt und wie wenig im Verhältnis dazu offen als bisexuell geoutet sind.
    Bei Jugendlichen ist es noch extremer, sie sind im Laufe der letzten 15 Jahre extrem unfrei geworden wenn es um homosexuelles ausprobieren geht und das wird von der Gesellschaft gefördert in dem es kaum positive Vorbilder gibt und im Gegenteil das Wort schwul als Schimpfwort Nummer 1 auf den Schulhöfen geworden ist.
    In keinem Jugendfilm ist einer der Jungs schwul oder bisexuell, es sei denn es ist ein extra Coming Out Film.
    Entscheident wäre aber ein Jugendfilm in dem in einer Clique einer nebenbei schwul ist und so akzeptiert wird wie die anderen auch.
    Für erwachsene schwule Männer gibt es zumindest ab und zu Identifikationsmöglichkeiten. Für schwule Jugendliche absolut gar nicht und die heterosexuellen Jungs wissen in der Regel nicht mal das schwule Jungs auch Jungs sein wollen. Die meisten denken ernsthaft schwul sein bedeutet das man lieber ein Mädchen sein will und das alle schwulen Jungs gerne Mädchenkleider tragen wollen.

    "Meiner Meinung nach war es noch gar nie so leicht, auch gleichgeschlechtlich e,sexuelle Kontakte zu knüpfen, wie heute !! Da wird ganz viel herumexperimentiert und ausgetestet unter Jugendlichen !! Eigentlich auch nicht viel anders, als wie wir das in unserer eigenen Jugend und Kindheit getan haben !!"

    Du darfst die Fortschritte die schwule erwachsene Männer in den letzten Jahren/ Jahrzehnten erlebt haben nicht auf die jüngste Generation beziehen, dort gibt es einen gegenläufigen Trend der Jungs die in Statistiken und Untersuchungen angeben homosexuelle Erfahrungen gemacht zu haben.
    Selbst wenn sie doch heimlich die Erfahrung gemacht haben, alleine das sie sich jetzt nicht mehr trauen es bei den Umfragen anzugeben zeigt doch schon den rückläufigen Trend.
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#110 alexander
  • 01.03.2011, 17:40h
  • Antwort auf #109 von JulianBN
  • du hast vollkommen recht !
    "inhaltlich" habe ich auch das gefühl, dass die jungen menschen heute wieder da angekommen sind, wo ich vor 50 jahren angefangen habe mich zu befreien !
    abgesehen von äusserlichkeiten hat der rollback die jugend schon überholt. trotz pornosindustrie, medienfreiheit ect. ! schon allein die dämlichen altersangaben im tv waren schon mal überholt. die typischen mann versus frau "witzchen" und der "neue deutsche heimatfilm" belegen diesen politisch gewollten WERTEERHALT !
    das berühmte "schwule sau" kenne ich schon aus meiner schulzeit 1960, ich wusste damals nicht was das ist, dahinter steckte die damals so verwerfliche gassenaufklärung.
    ich persönlich hätte diese "neue" entwicklung nicht für möglich gehalten, schon weil es eigentlich auch keine ernstzunehmenden politiker mehr gab, nach brandt, schmidt, wehner und selbst ein f.j. strauss hatte noch mehr substanz !
    nur mit widerstand und einer enormen aufklärung ist das steuer herumzureissen !
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#111 herve64Ehemaliges Profil
#112 Steph BraunAnonym
  • 03.03.2011, 16:58h
  • Christina-Street-Day. Welch eine gute Idee! Endlich wird die jahrelange Frauenpower des CSD sichtbar gemacht. Und endlich wird sichtbar was Solidarität zwischen Lesben und Schwulen auf dem CSD wirklich bedeutet! Solange die Frauen ruhig und angepasst die Arbeit im Hintergrund machen, ist es wohl o.k., dass „die Schwulenparade“ auch gemeinsame mit Lesben bestritten wird. Sobald jedoch politische Sichtbarkeit AUCH für Lesben eingefordert wird, wird es gewissen Herren wohl zuviel an Solidarität. Solidarität bedeutet nämlich mehr als Küsschen, Küsschen auf der Showbühne und ein wenig Sektgeplänscher auf dem CSD-Wagen zwischen Lesben, Schwulen und Transgender. Wie schön wäre es, wenn ein Christopher-Street-Day von der Öffentlichkeit auch als das wahrgenommen wird, das er auch ist: Ein gemeinsamer Auftritt von Transgendern, Lesben und Schwulen um die Vielfalt in unserer Gesellschaft sichtbar zu machen. Und dazu gehört auch, bisher kaum wahrgenommene Gruppierungen hervorzuheben.
    Hier ist endlich mal angezeigt zusammen (!) deutlich zu machen, dass immer und immer wieder der CSD zur Schwulenparade reduziert wird, dass auf Titelblättern immer das schwule Tuntenbild gezeichnet wird und der einst so politische „Christopher Street Day“ immer mehr zur Spaß- und Gaudiparade verkommt. Warum regt sich denn kein schwuler Mann auf, wenn vom Christopher-Street-Day als Schwulenpararde gesprochen wird? Sehen sie denn nicht die Reduzierung auf eine Gruppe und die Ausgrenzung der anderen vielen, vielen Menschen insbesondere Frauen, die den CSD tatkräftig tragen? Ausgerechnet schwule Männer, die Diskriminierung tagtäglich selbst erfahren, sollten doch dafür sensibilisiert sein, um Diskriminierungen zu erkennen und unterstützend dagegen aufzutreten.
    Es scheint mir wirklich an der Zeit, dass durch Aktionen wie dem „Christina-Street-Day“ humorvoll und originell auf diesen Missstand hingewiesen werden kann. Gratulation zu dieser mutigen Entscheidung!
    Steph Braun von JuLeZ/IMMA e.V.
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#113 CarstenFfm
  • 04.03.2011, 11:59h
  • Ein wirklich gutes Zeichen wäre es, wenn nicht nur Teilnehmer, sondern auch Veranstalter ihre Teilnahme absagen würden und keinen Wagen oder Stand machen.

    Soll Herr Niederbühl doch mit ein paer Lesben alleine feiern.

    Und die Münchner sind und auf den andern CSDs der Republik herzlich willkommen.
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#114 simeunovicProfil
  • 09.03.2011, 12:46hMünchen
  • Hätte es eines Beweises für Störungen im Verhältnis von Schwulen zu Lesben bedurft, dieser Diskussionsstrang liefert ihn.

    Ein lesbischer Schwerpunkt auf einem Münchner CSD ist seit vielen Jahren überfällig. Der Kampf um Gleichstellung und Respekt ist unteilbar.

    Wenn ich an die vielen Lesben denke, die zu einem Zeitpunkt, als noch nichts über die Übertragungswege von Aids bekannt war, die erste Aids Station im San Francisco General Hospital als Krankenschwestern besetzt haben und sich liebevoll der Pflege der sterbenden schwulen Freunde gewidmet haben, dann schäme ich mich für viele Beiträge.

    Offenbar finden einige, das Andenken an den Stonewall Aufstand gehöre in Beton gegossen. Dass wird kaum im Sinn der Tunten und Transen gewesen sein, die sich mit der Polizei tagelang gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert haben. Ohne einen historischen Beleg vorlegen zu können, würde es mich nicht wundern, hätten einige seinerzeit die besagte Straße selbst effeminiert "Christina Street" genannt.

    Es gibt auch keinen Anlass für besonderen Stolz auf den Gutsbesitzer Charles Christopher Amos, welcher seiner Straße nach deren Erwerb seinen Namen gab. Auch war die Christopher Street eine Straße von vielen, in denen damals die Auseinandersetzungen tobten.

    "Come out" war das Motto des ersten CSD in München und war ein Appell an Lesben und Schwule. Es gibt also keinen Grund, den Namen für sakrosankt zu erklären und den weltweiten Pride Demonstrationen eine heilige Christopher-Street-Tradition anzudichten.

    Viel wichtiger finde ich, den Charakter solcher Gedenk- und Protesttage immer wieder zu hinterfragen, statt unkritisch Homo-Thanksgiving zu betreiben. So vermeiden wir, dass der CSD irgendwann im Museum verstaubt und seines Sinns entleert wird.

    Es waren berechtigte Fragen, die Judith Butler an den Berliner CSD 2010 gerichtet hat. Und München musste sich fragen, ob in unser aller Community lesbische Belange hinreichend berücksichtigt werden, ebenso wie wir es auch bei Transgender und anderen prüfen müssen. Nicht im Sinn einer abstrakten Quote, sondern weil ich mich als schwuler Mann mit Lesben, Transgendern in Freundschaft verbunden fühle und weiß, dass wir einen gemeinsamen Kampf gegen die heteronormative Paarbeziehung und ihre Gesetze führen.

    Die Travestie des Christopher-Street-Day 2011 in München, finde ich treffend und einen Beleg, dass wir unseren Humor nicht verloren haben, frech und respektlos sein können, auch mit uns selbst. Diese Idee halte ich für weit ansprechender und origineller als so manches Motto, welches in den Jahren im Untertitel aufgetaucht ist.

    Soviel Empörung wegen Christina. Wird dann am Muslima-Street-Day der Krieg erklärt? Kleingeistigkeit und Konservatismus sind doch ein schlechtes Identifikationsangebot für alle, die noch nicht out sind und eine Beleidigung für jene, für die das noch nie eine angemessene Haltung war.
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