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  • 27. Februar 2011 38 2 Min.

Neuer Vorsitzender der SPD Niederbayern: Michael Adam (Bild: michael-adam.eu)

Der 26 Jahre alte offen schwule Bürgermeister von Bodenmais wurde einstimmig zum SPD-Bezirksvorsitzenden gewählt.

Von Carsten Weidemann

"Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf - jung, evangelisch und offen schwul." Mit diesem Satz sorgte Michael Adam vor drei Jahren im konservativen Niederbayern für Aufsehen. Denn der damals 23 Jahre junge Student und SPD-Politiker hatte in seinem Heimatort Bodenmais trotz dieser Eigenschaften bei der Kommunalwahl gegen den seit 18 Jahren amtierenden CSU-Bürgermeister gewonnen (queer.de berichtete).

Am Samstag hat Michael Adam einen weitere Sprosse auf einer womöglich steilen Karriereleiter erklommen: Der 26-jährige Nachwuchsstar wurde einstimmig zum neuen Bezirksvorsitzenden der SPD Niederbayern gewählt, zuvor war er bereits einer der vier stellvertretenden Bezirksvorsitzenden. Adam folgt auf die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johanna Werner-Muggendorfer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antrat.

"Als so junger Politiker einstimmig gewählt zu werden, ist einfach gigantisch", erklärte der neue SPD-Chef gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Das Ergebnis spiegele den breiten Konsens seiner Partei wieder. "Für eine Verjüngung der SPD wollen wir alle an einem Strang ziehen - Jung und Alt gemeinsam", sagte Michael Adam. Der Vorsitzende der bayerischen SPD, Florian Pronold, begrüßte die Wahl des schwulen Politkers. In einer Pressemitteilung nannte er den 26-Jährigen als "ebenso jungen wie klugen Kopf". Als Bürgermeister von Bodenmais habe dieser gezeigt, wie eine Gemeinde trotz klammer Kassen erfolgreich sein könne.

"Der Sanierer im rosa Rathaus"


Wichtige Amtshandlung eines bayrischen Bürgermeisters: Fassanstich (Bild: michael-adam.eu)

Michael Adam ist seit 1. Mai 2008 Bürgermeister des 3.400 Einwohner großen Urlaubsort Bodenmais. Die "Süddeutsche Zeitung" verpasste ihm bereits nach einhundert Tagen im Amt den Ehrentitel "Der Sanierer im rosa Rathaus". Trotz seines Parteibuches scheint Adam hervorragend in den bayerischen Politikbetrieb zu passen. Auf die Frage, was sein schönster Moment in der bisherigen Amtszeit gewesen sei, antwortete er einmal: "Der Klassiker - der Bieranstich beim Benno-Fest. So was macht man als bayerischen Bürgermeister einfach gern." Bei seinem Versuch, 2009 als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen, scheiterte er jedoch: Michael Adam erhielt nur 22,4 Prozent der Erststimmen, sein Gegenkandidat Ernst Hinsken von der CSU erreichte 55,4 Prozent.

Als Auslöser für sein politisches Engagement nennt Adams seine Erfahrungen als Schüler. Das bayerische Schulsystem habe er "als sehr unsozial und als ein Relikt aus einer vergangenen Ständegesellschaft" empfunden: "Als Kind aus einer Arbeiterfamilie habe ich selbst erlebt, dass es junge Menschen aus bildungsferneren Elternhäusern schwerer haben, das Abitur zu machen und zu studieren." Darüber hinaus betrachtet es das Schwuso-Mitglied als wichtige Aufgabe, Vorurteile gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern zu bekämpfen.

Als seine politischen Vorbilder führt Michael Adam Willy Brandt und Helmut Schmidt an.

-w-

#1 GeertAnonym
  • 27.02.2011, 13:28h
  • Ich erinnere mich noch an das Theaterstück "Jagdszenen in Niederbayern", in dem es darum ging, wie ein ganzes Dorf einen Schwulen jagt.

    Diese Zeiten scheinen also glücklicherweise endgültig vorbei zu sein!
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#2 Biermösl BlosnAnonym
  • 27.02.2011, 13:49h
  • Bieranstich beim Benno-Fest, der alte Fastnachter:

    "Trotzdem bin ich gegen einen sofortigen Abzug der Bundeswehr auf Afghanistan. Man muss beim besten Willen kein Befürworter dieses Krieges sein, um einzusehen, dass die westlichen Besatzungsmächte das Land nicht einfach von heute auf morgen verlassen und aus oben genannten Gründen sich selbst überlassen können..."

    www.youtube.com/watch?v=vqgFO52Yo5Y
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#3 Fiete_Jansen
  • 27.02.2011, 15:10h
  • Antwort auf #2 von Biermösl Blosn
  • "Als Kind aus einer Arbeiterfamilie habe ich selbst erlebt, dass es junge Menschen aus bildungsferneren Elternhäusern schwerer haben, das Abitur zu machen und zu studieren."

    wie man dann in die SPD gehen kann ist mir widersprüchlich...

    Und wer in SPD oder in Jäger90/die olivGrünen ist, muss einfach für diesen Krieg sein...
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