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  • 01. März 2011 16 2 Min.

Die Polizei von New Orleans veröffentlichte dieses Foto des verhafteten Grant Storms (Bild: NOPD)

Ein evangelikaler Pfarrer aus New Orleans ist festgenommen worden, weil er in der Nähe eines Kinderspielplatzes onaniert hatte - der Geistliche war bekannt geworden, weil er die Ermordung von Schwulen propagiert hatte.

Zwei Frauen haben sich am Freitag darüber beschwert, dass ein Mann nahe eines öffentlichen Parks onaniert und dabei Kindern beim Spielen zugesehen habe. Sie wollten mit ihren Kindern den Spielplatz besuchen, den der mutmaßliche Täter beobachtete. Bei dem Verhafteten handelt es sich um den 53-jährigen Pfarrer Grant Storms, einem bekannten Gegner des einwöchigen Southern Decadence Festivals, wie der CSD in New Orleans genannt wird.

Grant bestreitet die Tat. Er sagte aus, dass er lediglich keine öffentliche Toilette betreten wollte und deshalb in eine Flasche urinierte. Er habe sich aber nicht sexuell befriedigt.

Grant kämpfte gegen "Homo-Faschismus"

Über Jahre beleidigte Grant Besucher der Veranstaltung mit einem Megafon, bis die Stadtverwaltung den Gebrauch dieser Geräte untersagte. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass der christliche Fundamentalist 2003 bei einer Konferenz gegen "Homo-Faschismus" in Milwaukee sogar darüber gesprochen hatte, Schwule mit einer Handfeuerwaffe zu erschießen. In einer Rede soll er gesagt haben: "Gott hat uns [die Homosexuellen] ausgeliefert. Bumm, bumm, bumm - das waren 20. Gelobt sei Gott!". Die Homo-Gruppe Action Wisconsin beschuldigte den Pfarrer daraufhin, die Ermordung von Schwulen zu propagieren. 2005 verklagte Storms die Aktivisten wegen Verleumdung, unterlag aber vor Gericht. Er blieb dabei auf Prozesskosten in Höhe von 87.000 Dollar sitzen.

CSD-Organisator Chuck Robinson reagierte auf die Verhaftung mit Erstaunen: "Der Mann hat alles getan, unser Festival in den Schmutz zu ziehen", erklärte Robinson gegenüber der Zeitung "The Times-Picayune". "Wenn Pfarrer Storms eine solche Straftat in unserer Stadt begeht, ist es besonders verabscheuungswüdrig, dass er sich über die Sexualität anderer beschwert."

Grant wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, ohne die festgesetzte Kaution in Höhe von 5.000 Euro zu zahlen. Offizielle Begründung: Wegen der Wirtschaftskrise gibt es in der Region keinen freien Gefängnisplatz mehr. (dk)

#1 GeertAnonym
  • 01.03.2011, 13:49h
  • Die Evangelikalen sind noch weitaus gefährlicher als die Katholiken! Es ist nur gut, dass es in Deutschland von dieser Sorte nur einige Hunderttausend gibt, die sich vor allem in den evangelischen Freikirchen (Baptisten, Freie Evangelische Gemeinde, Adventisten usw) sammeln, aber auch in den sogenannten Landeskirchlichen Gemeinschaften innerhalb der ev. Landeskirchen. Zwar sind sie hier nicht so extrem wie in Teilen der USA, aber offen lebende Schwule sind bei ihnen nicht willkommen und können dort nicht Mitglied werden. Allerdings gab es vor Jahren im Ruhrgebiet eine liberalere Baptistengemeinde: Dort gab es ein schwules Freundespaar. Die Gemeinde war so liberal, dass dieses Freundespaar in der Gemeinde bleiben durfte, allerdings mussten die beiden immer als letzte zum Abendmahl gehen....
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 01.03.2011, 14:14h
  • @Geert
    Deine Darstellung ist schlichtweg falsch in Bezug auf die Bedeutung der Evangelikalen. In den Landeskirchen der EKD gibt es so gut wie keine Evangelikalen in Deutschland; das ist nur Propaganda der Evangelischen Allianz. Die gibt es allenfalls in einigen Freikirchen, aber das war es auch schon.

    Übrigens geht der Einfluss der Evangelikalen auch in den USA weiter zurück. Vielmehr geben mittlerweile gemäßigte mainline Theologen derzeit den Ton in den USA an, da die Demokraten an der Macht sind.

    Zudem wächst der Einfluss der Katholiken in den USA aufgrund der lateinamerikanischen Einwanderung in Kalifornien, Florida und Texas.

    Daher der Einfluss der Evangelikalen hat bereits seinen Höhepunkt sowohl in den USA überschritten und hier in Europa haben sie nichts zu melden.
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#3 GeertAnonym
  • 01.03.2011, 14:30h
  • Antwort auf #2 von Timm Johannes
  • Die meisten Evangelikalen gibt es in Deutschland innerhalb der ev. Landeskirchen. So schreibt Wikipedia:

    "Es wird gemeinhin davon ausgegangen, dass innerhalb der evangelikalen Bewegung die landeskirchlich organisierten Christen gegenüber den freikirchlichen in der Mehrheit sind. Beispielsweise geht Wolfgang Huber, der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD davon aus, dass sich evangelikale Christen zum großen Teil in den Landeskirchen engagieren.[21] Die Evangelikalen in den evangelischen Landeskirchen zählen nach Klöcker/Tworuschka zu den treuesten Gottesdienstbesuchern. Viele evangelikale Christen innerhalb der Landeskirche sind in Form von sogenannten „landeskirchlichen Gemeinschaften“ organisiert, manchmal auch in eigenständigen Parallelstrukturen zur örtlichen Kirchengemeinde, da sie in den meisten landeskirchlichen Strukturen für ihre Haltungen keine Mehrheit finden.[22] Diese eigenständigen Gemeinden innerhalb der EKD gehören oft den regional unterschiedlichen Verbänden der Gemeinschaftsbewegung an, die großteils unter dem Dachverband Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband zusammengeschlossen sind.

    In der Württembergischen Landeskirche, wo die Synodalen von der Basis gewählt werden, gehören 40 von 90 gewählten Synodalen dem Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ an, der das konservativ-evangelikale und pietistische Spektrum vertritt (Stand Herbst 2007)."
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