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- 01. März 2011 2 Min.

Der Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist dafür bekannt, immer mit sich zufrieden zu sein
Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bei einer katholischen Veranstaltung erklärt, dass Homo-Beziehungen unter keinen Umständen mit Hetero-Familien gleichgestellt werden sollten.
Bei einer Konferenz der christlich-politischen Vereinigung "Cristiano Reformisti" in Mailand sagte der konservative Regierungschef: "Homosexuelle werden nie eine mit Heterosexuellen vergleichbare Ehe eingehen können, weil es nur eine Art der Familie gibt." Der 74-Jährige erklärte nach Angaben italienischer Medien weiter: "Solange wir dieses Land regieren, wird die Homo-Ehe nie auf einer Stufe mit traditionellen Familien stehen." Auch ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben sowie Singles werde es im Land nicht geben.
Konservative Äußerungen sollen Image aufpolieren
Die homofeindlichen Töne werden von Kommentatoren als Versuch gewertet, das angeschlagene Verhältnis zur katholischen Kirche wieder zu kitten. Berlusconi war zuletzt in die Kritik geraten, weil ein Mailänder Gericht Anklage gegen den Regierungschef wegen Geschlechtsverkehrs mit einer minderjährigen Prostituierten erhoben hatte. Der Prozess soll Anfang April beginnen. Gegen den Regierungschef gibt es außerdem Ermittlungen wegen Steuerbetrugs, Schmiergeldzahlungen, Veruntreuung und Verbindungen zur Mafia.
Italien ist das einzige EG-Gründungsmitglied, in denen gleichgeschlechtliche Partnerschaften keinerlei Anerkennung zuteil wird. Vor drei Jahren scheiterte ein Versuch der vom Sozialdemokraten Romano Prodi geführten Regierung, eingetragene Partnerschaften zu etablieren (queer.de berichtete). Die von Berlusconi angeführten Konservativen haben sich dagegen stets gegen Homo-Rechte ausgesprochen. So forderte etwa der 2008 ins Amt eingeführte römische Bürgermeister Gianni Alemanno ein CSD-Verbot (queer.de berichtete). Vor wenigen Monaten dann erklärte der Familenstaatssekretär, dass ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben den Menschenhandel begünstigen würde (queer.de berichtete). (dk)














