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- 03. März 2011 2 Min.

Der Abgeordnete Mike Harmon will christlichen Jugendlichen erlauben, über ihre schwulen Mitschüler zu lästern.
Im Parlament von Kentucky wird derzeit über das neue Anti-Mobbing-Gesetz diskutiert - und ob es Christen weiterhin erlaubt sein soll, Homosexuelle aus religiöser Überzeugung mobben zu dürfen.
Das Gesetz, das die Ausschüsse bereits vor einer Woche passiert hat, sieht vor, dass Schüler und Studenten nicht wegen ihrer Religion, ihrer Rasse oder ihrer sexuellen Orientierung schikaniert werden dürfen. Es soll aber nach einem republikanische Vorschlag eine Ausnahmeregelung geben: Religiösen Menschen soll es weiter erlaubt sein, ihr Geringschätzung für Schwule und Lesben auszudrücken, solange dies religiös begründet wird. Der Abgeordnete Mike Harmon, ein Mitglied der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung, sieht nur so das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf Religionsfreiheit verwirklicht. Er hat selbst bereits wiederholt erklärt, dass er Homosexuelle für Sünder hält.
"Wenn ein Kind in einem Gespräch sagt: 'Ich denke, Homosexualität ist eine Sünde', sollte dieses Kind nicht dafür bestraft werden, dass es eine bestimmte moralische oder religiöse Überzeugung hat", erklärte Harmon gegenüber dem Fernsehsender WHAS11. Christen dürfte nicht Mobbing vorgeworfen werden, nur weil sie die Bibel zitierten. Die Ausnahmeregelung soll nur für das Merkmal sexuelle Orientierung gelten, nicht für das Merkmal Rasse.
"Ein zynischer Vorschlag"
Politische Gegner Harmons erklärten, dass die Ausnahmeregelung Mobbing gegen Schwule und Lesben geradezu herausfordern würde: "Das ist ein sehr zynischer Vorschlag", sagte die demokratische Abgeordnete Mary Lou Marzian. "Ich frage Mike Harmon: Was würde Jesus tun? Würde er Leute so schikanieren? Ich denke nicht."
Derzeit ist unklar, ob und wie das Gesetz vom Repräsentantenhaus in Frankfort verabschiedet wird.
In den USA gab es in den letzten Monaten immer wieder Berichte über junge Schwule und Lesben, die nach andauerndem Mobbing durch Mitschüler oder Mitstudenten Selbstmord begingen. Daraufhin haben führende Prominente, unter ihnen auch US-Präsident Barack Obama, in Videos jungen Homosexuellen Mut zugesprochen (queer.de berichtete). Christliche Aktivisten haben jedoch davor gewarnt, dass Homo-Aktivisten versuchten, mit Hinweis auf die Selbstmorde eine "Gay-Agenda" an Schulen durchzusetzen (queer.de berichtete). (dk)














