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Einzelkommentar zu:
Schwul-lesbische Poster-Flut in Berlin


#8 jojoAnonym
  • 08.03.2011, 16:22h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • mit einem minimum an differenzierungsbereitschaft würdest du bemerken, dass burkas, ehrenmorde, frauenunterdrückung, zwangsehen und homophobie auch bei politisch links stehenden menschen kritisiert werden. der entscheidende unterschied in der argumentation besteht darin, dass du all dies undifferenzierst und pauschal mit "dem" islam und "den" muslimen (und beides noch miteinander) gleichsetzt, was eine sehr gefährliche vereinfachung der wirklichkeit darstellt und deshalb auch kein sinvoller lösungsansatz ist.

    da du so viel wert darauf legst, dass innerhalb des christentums verschiedene strömungen unterschieden werden, solltest du einmal prüfen, ob du mit deiner eigenen logik noch klarkommst, wenn du denselben anspruch beim islam zu nullkommanull prozent einhältst.

    das absurde an der behauptung, alles böse komme von "außen", nämlich aus "dem" islam, ist ja, dass so gar nicht mehr über die eigentlichen probleme diskutiert wird (die nämlich in der eigenen kultur ebenso vorkommen), sondern dass damit schlicht und einfach "das fremde an sich" zum problem erklärt und das "eigene" reingewaschen wird.

    nicht falsch verstehen: ich bin absolut dafür, die speziellen probleme spezieller gruppen zu diskutieren, auch die homophobie und gewaltbereitschaft einiger islamischer gruppen! und ich bin überzeugt, dass die gewaltbereitschaft gerade gegen schwule und frauen bei einigen (!) islamischen gruppen höher ist als bei den meisten anderen gruppen.

    aber bitte: es kann nicht angehen, deshalb alle muslime zum "problem" zu erklären. das ist eine form von sündenbockpolitik, die eigentlich indiskutabel sein sollte.

    und erst recht kann es nicht angehen, so zu tun, als hätten wir es hier mit dem konflikt zwischen einer "guten" und einer "bösen" religion zu tun, nämlich dem christentum und dem islam. unsere relativ liberale haltung zu schwulenrechten, frauenrechten, individualismus usw. haben wir nicht dem christentum zu verdanken, sondern der aufkärung. diese werte wurden dem christentum mühsam abgetrotzt, nicht vom christentum erfunden.

    die entscheidende front verläuft nicht zwischen christlicher* und islamischer kultur, sondern zwischen einer aufgeklärten, rechtstaatlichen demokratie und ALLEN ihren irrationalen widersachern.

    -

    * besonders ekelhaft finde ich es, wenn neuerdings von konservativer seite auch noch das judentum für diese widerliche dämonisierungspolitik in geiselhaft genommen wird: was bitte soll denn eine "christlich-jüdische kultur" sein?
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