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  • 10. März 2011 13 2 Min.

In den Lokalnachrichten ist die Geschichte auf ein großes Echo gestoßen (Bild: KTXL)

Aufregung an einer US-Grundschule: Ein Elfjähriger ist über ein Jahr lang als "Schwuchtel" beschimpft worden - als er sich verbal gegen seine Angreifer wehrte, klickten die Handschellen.

In Kalifornien ist Brenton Peraita nach TV-Auftritten inzwischen ein bekanntes Gesicht. Der Schüler wurde vergangene Woche verhaftet, nachdem er anderen Kindern offenbar damit gedroht hatte, eine Waffe in den Unterricht mitzubringen. Kurze Zeit später wurde er von Polizeibeamten verhaftet und erkennungsdienstlich erfasst. Sein Vater beklagt nun, dass Brenton eineinhalb Jahren von seinen Mitschülern homophob gemobbt worden sei - und die Schule nichts dagegen unternommen habe, obwohl er sich rund 50 Mal über die Behandlung seines Sohnes beschwert hatte.

Im Lokalfernsehen erzählt Brenton von seiner Tortur: "Die haben mich 'Brentina', 'Homo' oder 'Schwuchtel' genannt", sagte der Elfjährige. Außerdem hätten die Schüler ihn körperlich bedrängt - so zerbrachen sie einmal Brentons Brille.

Sein Vater Jose Peraita ist empört über die Reaktion der Schule und Polizei: "Jetzt hat er sich einmal gewehrt und gesagt: 'Ich bin nicht weiter das Opfer' - und als Belohnung haben Polizisten ihn abgeführt." Brentons Drohung sei ohnehin nicht ernst gemeint gewesen, da die Familie überhaupt keine Schusswaffen besitzt.

 Direktlink | Bericht bei KTXL Fox 40 aus Sacramento

Schule weist Vorwürfe zurück

Die Schule ist sich keiner Schuld bewusst und zieht die Angaben von Brentons Vater in Zweifel: "Wir verstehen, dass es [Mobbing] gibt. Aber lassen Sie uns realistisch sein. Als ich hörte, dass das seit eineinhalb Jahren so gehen und es 50 Beschwerden gegeben haben soll, kann ich Ihnen sagen: Das ist vollkommen übertrieben", erklärte Schulsprecher Bruce Morton gegenüber örtlichen Medien.

Das Thema Schulmobbing gegen mutmaßliche Schwule wird in den USA nach einer Reihe von Selbstmorden schwuler Schüler und Studenten kontrovers diskutiert. Mehrere Staaten haben strenge Gesetze gegen das Mobbing erlassen, allerdings gibt es keinen Konsens im Land: So schlugen Parlamentarier aus Kentucky etwa vor, dass Schüler homosexuelle Klassenkameraden weiter schikanieren dürfen sollten, sofern die Herabsetzung religiös begründet wird. Homosexualität, so der Abgeordnete Mike Harmon, sei immerhin eine Sünde (queer.de berichtete). (dk)

#1 FloAnonym
  • 10.03.2011, 13:14h
  • Das zeigt wieder mal, wie degeneriert weite Teile der Welt sind (sowas ähnliches könnte auch in Deutschland passieren):

    da wird ein Kind dauerhaft gemobbt und keiner unternimmt was dagegen, obwohl es in letzter Zeit genug Selbstmorde in ähnlichen Fällen gab. Und wenn das Opfer sich dann endlich mal wehrt, ist er plötzlich der Böse...

    Wie müssen noch aktiver für unsere Gleichstellung und gegen Homophobie kämpfen - weltweit!
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#2 JulioAnonym
  • 10.03.2011, 14:58h
  • Irgendwann wird wieder eines der jahrelangen Mobbingopfer austicken und wirklich eine Waffe mit in die Schule nehmen. Danach fragen sich wieder alle wie das passieren konnte.
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#3 Peter FAnonym
  • 10.03.2011, 14:59h
  • Dass das Mobbing keinesfalls in Ordnung ist, wird, braucht nicht mal diskutiert werden und die Schule hätte darauf reagieren müssen.

    Allerdings muss die Schule genauso reagieren, wenn ein Schüler damit droht eine Waffe mitzunehmen um andere Schüler zu erschießen. Auch das ist schon passiert, es gibt es genug Negativbeispiele.

    Daher ist die Reaktion auf die Waffen-Drohung in Ordnung, die Nicht-Reaktion auf das Mobbing dagegen gar nicht.
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