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- 15. März 2011 3 Min.

Der Protest richtet sich gegen diese Plakate
Ein Protestmarsch gegen homophobe Plakate könnte Rechtsextremen auf dem Leim gegangen sein.
Von Norbert Blech
Der Organisator eines geplanten schwul-lesbischen Demonstrationszuges durch das Londoner Viertel Tower Hamlets hat am Dienstag seinen Rücktritt erklärt, berichtet das Portal "Pink News". Damit erreicht der schwelende Streit in der britischen Hauptstadt um den "East End Pride" einen vorläufigen Höhepunkt.
Die für den 2. April geplante Demonstration, mit der gegen homophobe Plakate in dem Viertel protestiert werden soll, war als Privatinitiative mehrerer Männer entstanden und hatte Unterstützung der Organisatoren des eigentlichen CSD in London und weiterer Schwulengruppen gesammelt, wurde von anderen aber kritisiert.
Der Hauptorganisator Raymond Berry musste schließlich hinwerfen, nachdem bekannt wurde, dass er die rechtslastige "English Defence League" mitgegründet hatte und sich auch in anderen Gruppen wie "Stop the Islamification of Europe" engagierte. Ein Vertreter des CSD in London sagte danach, Berry hätte sie in die Irre geführt, worauf man ihn zum Rücktritt aufgefordert habe.
Von seinen Verbindungen, von denen sich Barry teilweise wieder distanziere, habe er ihnen nicht berichtet. Imaan, eine Vereinigung schwuler Muslime, hat für die nächsten Tage ein Dossier angekündigt, das weitere Verbindungen der übrigen fünf Organisatoren zur rechten Szene aufzeigen soll.
"Gay Free Zone"

Ein Protest der English Defence League (Bild: Matthew Wilkinson / flickr / by-nd 2.0)
Derzeit rufen die Organisatoren des CSD in London weiterhin zur Teilnahme an der Demonstration auf, die sich "pro gay" zeigen und nicht gegen etwas richten solle, wie die CSD-Organisatoren am Dienstag mitteilten. Andere Gruppen, vor allem aus dem Osten Londons selbst, befürworten eine Absage, um Spannungen zwischen der Community und Migranten nicht weiter zu erhöhen.
Anlass für die Demonstration ist ein Plakat, das vor wenigen Wochen erstmals an vielen Stellen in Tower Hamlets auftauchte und eine durchgestrichene Regenbogenflagge mit dem Slogan "gay free zone" zeigt. Dazu wird der Koran zitiert. Die Poster tauchen seitdem immer wieder auf.
Das Muslim Council of Britain und die führende Moschee in East London hatten die Poster öffentlich kritisiert und sich mit Vertretern der Community getroffen. Es gab breite Spekulationen, die Poster seien in Wirklichkeit von Mitgliedern der "English Defence League" aufgehangen worden, um Stimmung gegen Muslime zu machen. Die Polizei berichtete zwischenzeitlich von einer Verhaftung eines jungen Mannes asiatischer Abstammung, der Medienberichten zufolge mehrere Plakate bei sich führte. Er wurde allerdings später ohne Anklage freigelassen.
Diskussion um den Islam
Der schwule Journalist Johann Hari, der im East End lebt und für den "Independent" schreibt, hatte zuvor gefordert, man müsse speziell über die Homophobie unter muslimischen Migranten reden, und damit ein Tabu gebrochen. Der Osten Londons hat den größten Anteil von Muslimen des Landes und eine hohe Anzahl homophober Vorfälle.
Hassverbrechen wurden in den letzten Jahren allerdings zunehmend aus allen Teilen des Landes berichtet, bei den ganz schweren Fällen wie Körperverletzungen und Mord, die es in die Medien schafften, handelte es sich aber auf Täterseite zumeist um weiße Teenager. Schwul-lesbische Gruppen aus East London äußerten mehrfach, in Homophobie ein Problem zu sehen, das mit sozialem Status und Bildung zusammenhänge, nicht mit einer Religion.
Nachtrag vom 16. März 2011: Der East End Pride wurde heute abgesagt.















das ganze trägt ja prima zur politischen bildung und wachsamkeit bei.
im innen- und aussenpolitischen weiß man ja um die großen und kleinen freundeskreise, die versuchen mit solchen provokationen kapital für eine politik von hetze und spannung zu ergaunern. also vom pissfleck bis zum diplomaten-pass.
ob das nun sprachgespreitzt mit bildungsattitüde und wertesorge daherkommt, oder mit einem türkisch bzw. arabisch klingenden nick, auch hier, und provokationsgeseier, bleibt sich gleich.
man kennt ihre handschrift und ihre methoden;
auch im akademischen milieu.