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- 18. März 2011 2 Min.

Der mutmaßliche Schwindel-Casanova wird in Malaysia über Facebook und YouTube gesucht
In Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur wird ein schwuler Casanova gesucht, der 193 junge Männer bestohlen und mit mindestens der Hälfte auch Sex gehabt haben soll.
Der Fall wurde öffentlich, nachdem eines der Opfer auf Facebook von der Tat schrieb und ein Foto des Mannes veröffentlichte. Innerhalb kurzester Zeit meldeten sich zahlreiche weitere Betroffene. Die jungen Männer gehören zur chinesischstämmigen Minderheit im mehrheitlich muslimischen Malaysia, die mit Homosexualität offener umgeht.
Der mutmaßliche Betrüger, der unter verschiedenen Namen wie "Alvin" oder "Kelvin" auftrat, erschlich sich das Vertrauen der jungen Schwulen, in dem er u.a. behauptete, in die Opfer verliebt zu sein. Die "Beziehungen" dauerten jedoch in der Regel nur wenige Tage. In einem unbeobachten Moment sei der "Verliebte" mit Bargeld, Kreditkarten, Laptops und anderen Wertgegenständen verschwunden. Nur wenige Opfer zeigten den Diebstahl bei der Polizei an.
Keine Anzeige aus Angst vor Kriminalisierung
Da in Malaysia Homosexualität offiziell mit bis zu zwanzig Jahren Haft und Peitschenhieben bestraft werden kann, nahm sich bislang nur die Malaysian Chinese Association (MCA) dem Fall an. Auf einer Pressekonferenz zeigte sich Datuk Michael Chong, der Chef der MCA-Beschwerdeabteilung, über die hohe Zahl der Opfer schockiert: "Wir gehen jedoch davon aus, dass es noch viele weitere gibt, die sich aus Scham nicht melden." Chong riet Betroffenen, sich anonym auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten testen zu lassen, da der mutmaßliche Betrüger angeblich HIV-positiv sei.
Gesucht wird der Schwindel-Casanova u.a. über Facebook und YouTube. Sein jüngstes Opfer, einen 17-Jährigen, habe er über eine Anzeige in einem Magazin für Brieffreundschaften kennengelernt. Ein anderes Opfer gab an, gegen seinen Willen sogar sexuell missbraucht worden zu sein. (cw)













