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- 21. März 2011 2 Min.

Große Aufregung um eine harmlose Werbeanzeige (Bild: IKEA)
Ikea wirbt in Sizilien mit einem Homo-Paar – bei der Berlusconi-Presse ist man entsetzt und spricht von einem "schwedischen Imperialismus".
Zur Eröffnung eines neuen Möbelhauses in Catania hat Ikea seit Wochen auf Plakaten und in Anzeigen mit einem händchenhaltenden Männerpaar geworben. Das Motto der Kampagne lautet: "Wir sind für alle Familien geöffnet". In der konservativen Presse sorgte das für Empörung: "Il Giornale", eine Zeitung des Medienimperiums von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, verurteilt die Anzeige in einem Kommentar scharf.
Dabei traut sich die Zeitung nicht, in diesem Zusammenhang direkt gegen Homo-Rechte zu argumentieren, sondern wittert einen weit schlimmeren Plan: Mit ihrer Werbung versuche sich der Konzern schon länger in "schwedischem Imperialismus". Ikea betreibe eine "ideologische Mission, durch niedrige Preise soziale Gleichheit herzustellen", so "Il Giornale". Diese Gleichmacherei sei eine "Provokation".
Ikea hat bereits eine lange Werbetradition mit schwulen Pärchen, die wiederholt zu teils heftiger Kritik geführt hat. So platzierte der schwedische Konzern schon 1994 in den USA einen Spot im Fernsehen, in dem zwei Schwule als glückliche Ikea-Kunden gezeigt wurden. Das führte damals zu Boykott-Aufrufen von Konservativen und sogar zu einer Bombendrohung. Um die Jahrtausendwende startete der Konzern dann ähnliche Kampagnen in anderen Ländern, darunter auch Deutschland.
In Polen führte 2008 sogar ein essendes Männerpaar im Ikea-Katalog für Aufregung – mit solchen Bildern wolle der Konzern Homo-Paare mit Ehe-Leuten gleichsetzen, empörten sich Konservative und riefen zu einem Kaufboykott auf (queer.de berichtete).
Erst vor kurzem startete Ikea in Österreich einen Werbespot, in dem ein Mann seinen schwulen Lover vor seiner Freundin versteckt – natürlich in einem geräumigen Möbelstück (queer.de berichtete). (dk)














