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  • 21. März 2011 10 2 Min.

Seit 2010 gibt es Umfragen zufolge eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung in den USA

In den USA stabilisiert sich laut Umfragen eine Mehrheit für die Öffnung der Ehe für homo­sexuelle Paare, doch konservative Aktivisten werfen den Umfrageinstituten Manipulation vor.

Bei einer am Freitag veröffentlichten Umfrage gaben 53 Prozent der Amerikaner an, sie seien für eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht. 2006 hatten nur 36 Prozent bei der gleichen Frage mit "ja" geantwortet. Die Umfrage wurde von der Tageszeitung "Washington Post" und der TV-Nachrichtensendung "ABC News" beauftragt.

Das Ergebnis ist keine Überraschung. Schon mehrere Umfragen haben einen Stimmungsumschwung in den USA beim Thema Homo-Rechte festgestellt, der sich in den letzten Jahren beschleunigt hat. Bereits im Oktober 2010 gab es bei einer CNN-Umfrage erstmals eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung (queer.de berichtete).

Homo-Gegner: Umfrageergebnis Teil einer Medienkampagne für Homo-Rechte


NOM-Chef Brian Brown will das Umfrage-Ergebnis nicht akzeptieren

Homo-Gegner sehen die neuerliche Mehrheit für die schwul-lesbische Ehe jedoch als Teil einer Medienkampagne. Sie bemängelten insbesondere die Fragestellung der ABC/Post-Umfrage, die lautete: "Soll es Ihrer Meinung nach legal oder illegal für schwule und lesbische Paare sein zu heiraten?". Brian Brown, Chef der homofeindlichen National Organization for Marriage (NOM), erklärte das Ergebnis für "albern" und nicht aussagenkräftig: "Jeder Meinungsforscher wird Ihnen bestätigen, dass das eine vorurteilsbeladene Frage ist", so Brown. Er kritisierte insbesondere den Gebrauch des Wortes "illegal", weil dieses auf eine generelle Verfolgung von Schwulen und Lesben hindeute - und damit die Befragten unter Druck setze, mit "Ja" zu antworten. Auch das Family Research Council erklärte, dass es die Umfrage nicht akzeptieren könne und es in Amerika keine Mehrheit für die Ehe-Öffnung gebe.

Allerdings haben ABC und die Washington Post die Frage seit Jahren nicht verändert - trotzdem hatten vor fünf Jahren noch rund zwei Drittel die "Illegalität" von Homo-Ehen bejaht. NOM-Chef Brown weist dagegen auf Volksentscheide in 29 der 50 US-Bundesstaaten hin, in denen die Bürger mehrheitlich für ein Verbot der Homo-Ehe in der Regionalverfassung stimmten. Die Referenden trugen insbesondere während der Bush-Regierungszeit dazu bei, konservative Wähler zu mobilisieren.

Lediglich einmal lehnte die Bevölkerung ein Verbot ab: 2006 stimmten 52 Prozent der Wähler in Arizona gegen "Proposition 107". Die direkte Demokratie hat aber zwei Jahre später trotzdem zugeschlagen: 2008 votierten 56 Prozent für ein Ehe-Verbot in der Verfassung des Bundesstaates - seither ist auch in Arizona die Ehe für Schwule und Lesben ausdrücklich verboten. Dagegen gestatten lediglich fünf Bundesstaaten gleich­geschlechtlichen Paaren Eherechte. (dk)

-w-

#1 phoebe
  • 21.03.2011, 14:52hDD
  • Die ärgern sich doch nur, dass sie die öffentliche Meinung nicht mehr hinter sich haben. Pah!

    btw: 29 der 50 Staaten heißt noch nicht, dass man irgendeine Art von Mehrheit hat.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.03.2011, 15:11h
  • Diese bornierten Konservativen wollen ja partout nicht einsehen, daß sich in den USA die allgemeine Meinung zur Homoehe grundlegend gewandelt hat! Wenn es jetzt eine Mehrheit pro Homoehe gibt, so ist das nun einmal so. Medienkonzern ABC und die Washington Post gehören nicht umsonst zu den in den USA bekanntesten und seriösen Unternehmen und nicht um Feld-Wald-und-Wiesen-Konzerne!
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#3 Knueppel
  • 21.03.2011, 15:45h
  • Die Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare wird Land für Land kommen und ich will - auch wenn ich vielleicht niemals eine Ehe schließen werde - dafür eintreten und argumentieren, dass dies auch endlich in Deutschland umgesetzt wird.

    Meine grundsätzliche Haltung dazu habe ich in diesem Portal schon einmal erläutert:

    In Deutschland wurde, im Gegensatz zu anderen *Ländern, keine 'Homo-Ehe' eingeführt. Die sog. "Eingetragene Lebenspartnerschaft" heißt nicht nur bewusst anders, sie wertet auch (ab) und das ebenfalls bewusst.

    Dass inzwischen sukzessive "Angleichungen" an die "Hetero-Ehe" durchgesetzt werden konnten, ändert nichts am gewollt schwächeren Rechtsstatus der sog. "Eingetragenen Partnerschaft".

    Um es klar zu sagen:

    Ob ich nun tatsächlich meinen langjährigen Partner heiraten würde, wenn die Zivil-Ehe (wie in den unten genannten anderen Ländern) endlich für schwule und lesbische Paare geöffnet wird ..., das ist völlig unerheblich! Aber, ich will das selbst entscheiden können, will also die Möglichkeit haben, zu wählen. Die jetzige Regelung macht mich schon per Definition zu einem Bürger/Menschen 2. Klasse und der ... BIN ICH NICHT!

    In diesen Ländern wurden gleich „Nägel mit Köpfen“ gemacht und die Zivil-Ehe auch für schwule und lesbische Paare geöffnet:

    Zitat:
    „(…) Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist eine Ehe, in der beide Partner das gleiche Geschlecht haben. Im Gegensatz zur Eingetragenen Partnerschaft, welche ein eigenes Rechtsinstitut durch ein eigenes Gesetz schafft, wird unter gleichgeschlechtlicher Ehe dasselbe Ehegesetz sowohl für heterosexuelle, wie auch homosexuelle Paare verstanden (…)Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde in Deutschland nicht eingeführt (…)

    (…) In den folgenden Ländern und Teilgebieten von Ländern wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet:
    • Niederlande (2001)
    • Belgien (2003)
    • Spanien (2005)
    • Kanada (2005)
    • Südafrika (2006)
    • Norwegen (2009)
    • Schweden (2009)
    • Vereinigte Staaten
    o Massachusetts (2004)
    o Connecticut (2008)
    o Iowa (2009)
    o Vermont (2009)
    o New Hampshire (2010)
    o District of Columbia (2010)
    • Mexiko
    o Mexiko-Stadt (2010)
    • Portugal (2010)
    • Island (2010)
    • Argentinien (2010)
    Der Staat New York lässt zwar in seinem Hoheitsgebiet keine gleichgeschlechtliche Trauungen zu, aber erkennt Ehen zwischen Partnern des gleichen Geschlechts aus anderen Staaten und Bundesstaaten an.
    Die Öffnung der Ehe in diesen Ländern geschah einerseits durch Entscheidungen von Gerichten (z.B. Massachusetts, Connecticut, Kanada auf Provinzebene oder Südafrika) und andererseits durch Gesetzesinitiativen (z.B. Kanada auf Bundesebene sowie Spanien). In Israel werden durch eine Entscheidung des Obersten Gerichts ausländische Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren im Lande anerkannt (…)
    Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe
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