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- 21. März 2011 2 Min.

(Bild: Daderot / PD)
In der chinesischen Provinz Henan sind 32 junge Frauen festgenommen worden, weil sie im Internet erotische Homo-Storys veröffentlicht haben.
Wie die Zeitung "Shanghai Daily" berichtet, haben die Frauen für eine schwule pornografische Website in Zhengzhou (Provinz Henan) gearbeitet. Die Seite, die inzwischen abgeschaltet worden sei, habe insgesamt rund 80.000 schwule Kurzgeschichten für seine 600.000 Abonnenten veröffentlicht. Unter den Verhafteten ist auch eine 17-Jährige. Auch der 28-jährige Betreiber der Seite ist dem Bericht zufolge festgenommen worden. Die Polizei gab an, dass insgesamt 1.500 Kurzgeschichten pornografische Beschreibungen beinhalte, die in China verboten seien.
Die meisten der schwulen Geschichten sollen von Frauen geschrieben worden sein, die dafür ein geringes Honorar von umgerechnet bis zu zehn Euro erhalten haben sollen. Eine der Verhafteten erklärte, sie sei aus "Neugier" zu einer Autorin von schwulen Geschichten geworden, da sich dieses Genre im Internet großer Beliebtheit erfreue.
Im kommunistischen China war gleichgeschlechtlicher Sex bis 1997 als "Rowdytum" verboten. Bis 2001 galt Homosexualität im bevölkerungsreichsten Land der Erde zudem als Geisteskrankheit. Die meisten Schwulen und Lesben bleiben auch heute unsichtbar, da das Thema nach wie vor tabuisiert wird. Trotz der Gesetzesliberalisierung gehen die Behörden zudem weiterhin mit harter Hand gegen Homosexuelle vor. So gab es vor wenigen Monaten Berichte über die Verhaftung von 80 Cruisern in Peking (queer.de berichtete). Homo-Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass CSDs und private schwul-lesbische Veranstaltungen generell durch die Regierung verboten werden. Sie untersagte Peking im vergangenen Jahr in letzter Minute den ersten "Mr. Gay"-Wettbewerb (queer.de berichtete). Eine "Miss Universe China" wird dagegen seit 2002 gewählt. (dk)














