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- 21. März 2011 2 Min.

In ihrem App wirbt die Gruppe Exodus International dafür, Schwule und Lesben zu "heilen"
Rund 100.000 Menschen haben binnen weniger Tage eine Petition gegen homophobe Anwendungssoftware im Apple Store unterschrieben.
Grund ist die vor einem Monat gestartete kostenlose iPhone-App der US-Gruppe Exodus International, die sich dafür einsetzt, Homosexuelle zu "heilen". In dem Miniprogramm wirbt die 1976 gegründete Ex-Gay-Organisation dafür, "das Problem der Homosexualität mit Anstand" anzugehen und die "Wahrheit" über Schwule und Lesben zu verbreiten.
Die Aufnahme der App in den Apple-Verkaufskatalog wurde von Homo-Aktivisten scharf kritisiert. Eine Online-Petition gegen das Programm haben bis Montagnachmittag über 95.000 Menschen unterschrieben. Darin wird Apple aufgefordert, die Software aus ihrem firmeneigenen Internet-Laden zu entfernen. Bereits im November hat eine ähnliche Protestaktion zum Entfernen der App "Manhattan Declaration" geführt, in der ebenfalls die "Heilung" von Homosexuellen gefordert wurde (queer.de berichtete).
Apple: Homoheiler-App hat "keinerlei zu beanstandende Inhalte"
Die Aktivisten zeigen sich besonders erbost über die Einstufung der App durch Apple: Nach Angaben des Konzerns ist sie für Kinder ab vier Jahren zugänglich und enthalte "keinerlei zu beanstandende Inhalte". "Diese Einstufung ist falsch, weil Exodus Hass und Vorurteile verbreitet", heißt es in der Petition, die von der Anti-Ex-Gay-Gruppe "Truth Wins Out" initiiert wurde. Die App sei Teil einer "gefährlichen neuen Strategie" der Gruppe Exodus, die zunehmend Jugendliche ansprechen wolle. Damit würden junge Schwule und Lesben in den Selbstmord getrieben. Außerdem würden Familien angehalten, homosexuelle Kinder zu "ächten".
Bereits in der Vergangenheit hat es Kritik an der Politik von Apple gegenüber dem Thema Homosexualität gegeben. So hatte der Konzern vor wenigen Monaten erklärt, dass Apps, die den Begriff "gay" enthalten, gesperrt werden könnten (queer.de berichtete). Auch bei iPad-Büchern setzte der Konzern bei schwulen Themen den roten Stift an (queer.de berichtete). Dabei galt Apple stets als homofreundliches Unternehmen, das intern strikte Antidiskriminierungsregeln anwendet und sich bei Wahlen für die Öffnung der Ehe eingesetzt hat (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Petition














