https://queer.de/?13909
- 22. März 2011 2 Min.

Jugendpfarrer Brent G. erzählte seinen Schützlingen, dass Homosexualität Sünde ist.
Ein Jugendpriester wollte Jugendliche von ihrer Homosexualität befreien, indem er sie zum Sex überredete - und das dutzende Male.
Der jetzt 31-jährige Brent G. aus Council Bluffs (US-Bundesstaat Iowa) arbeitet für die evangelische Victory Fellowship Church. Er wird insbesondere wegen eines Falles von Kindesmissbrauchs angeklagt: G. hatte dutzende Male einen Jungen ab seinem 14. Lebensjahr missbraucht, berichtet der Lokalsender KETV. In Iowa liegt das Schutzalter bei 16 Jahren, der Staat verbietet aber auch die Ausnutzung von Jugendlichen durch Autoritätspersonen.
Der Pfarrer ist derzeit gegen eine Kaution von 30.000 US-Dollar auf freiem Fuß, der Prozess soll am 21. April beginnen. Die Staatsanwaltschaft berichtet, sie habe inzwischen mit acht mutmaßlichen Opfern gesprochen.
Der Fall kam vor einem Monat ins Rollen, als vier junge Männer der Kirchenleitung sexuelle Übergriffe des Pfarrers meldeten. G. wurde daraufhin aufgefordert, sich der Polizei zu stellen. Er gab die Fälle zu, erklärte aber, dass er die Jugendlichen insbesondere mit Oralsex von ihrer Homosexualität heilen wollte. Der Anklage zufolge wollte er damit seinen Opfer helfen, "sexuelle Reinheit zu erreichen". Er erklärte: "Wenn sie ejakulieren, verschwinden auch die bösen Gedanken aus ihrem Kopf." Er gab ferner an, dass er während des Geschlechtsaktes ohne Unterlass gebetet habe.
Bis zu 100 Geschlechtsakte mit einem Opfer
Die "Heilung" klappte offenbar nicht beim ersten Mal. Sein erstes Opfer soll er eigenen Angaben zufolge 25 bis 50 Mal "behandelt" haben. Der inzwischen volljährige Mann berichtet selbst von 50 bis 100 Begegnungen. G. gab an, dass seine Opfer stets dem Geschlechtsakt zugestimmt hätten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat G. auch versucht, Erwachsene mit Sex zu "heilen". So erklärte ein Mann, dass er im Alter von 23 Jahren Probleme mit seiner Frau gehabt habe und G. um Hilfe bat. Der Pfarrer haben ihm daraufhin die Hose heruntergezogen und angefangen, seinen Penis zu stimulieren - im Namen der "sexuellen Reinheit".
In den USA sind in den letzten Jahren immer wieder Mitglieder der christlichen Ex-Gay-Bewegung über Homo-Affären gestolpert. So musste der Pfarrer und Lobbyist George Rekers im vergangenen Jahr zurücktreten, weil er einem Callboy auf seinen Europa-Urlaub mitnahm (queer.de berichtete). Am bekanntesten war der Fall von Ted Haggard aus dem Jahr 2006. Der Anführer einer evangelikalen Organisation mit über 30 Millionen Mitgliedern wurde von einem Callboy geoutet. Grund: Der Sexarbeiter war sauer, dass Haggard öffentlich Homosexualität als Sünde bezeichnete, privat aber seine Sexualität mit Männern auslebte (queer.de berichtete). (dk)














