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- 25. März 2011 2 Min.

Macht sich Sorgen um seine "Familie Nationalelf" (Bild: Wiki Commons / Florian K / CC-BY-SA-3.0)
Der DFB-Manager sieht eine fiktive Aussage im Tatort über Schwule im Profifußball als "Angriff" auf die Nationalelf.
Von Carsten Weidemann
Um diesen Satz geht es: "Wissen Sie, die halbe Nationalmannschaft ist angeblich schwul, einschließlich Trainerstab. Das ist doch schon so eine Art Volkssport, das zu verbreiten." Gesprochen von einem Schauspieler in einem TV-Krimi mit einer fiktiven Handlung. Der Tatort "Mord in der ersten Liga" wagte sich in der vergangenen Woche an das Tabuthema. Zwar nicht sehr überzeugend, aber immerhin so aufwühlend, dass es bei den echten Profi-Fußballern noch immer Emotionen weckt. Und der BILD einen Nachdreher mit interessanten Zitaten wert ist.
DFB-Manager Oliver Bierhoff sagte gegenüber dem Boulevard-Blatt: "Ich finde es schade und ärgerlich, dass die Prominenz der Nationalelf missbraucht wird, um irgendein Thema zu entwickeln oder einen Scherz zu machen. Dieser Satz im Tatort hatte ja keine inhaltliche Relevanz. Das sehe ich immer auch als einen Angriff auf meine Familie - die Familie der Nationalelf. Und das ärgert mich."
Schwule im Profifußball - Haltlose Gerüchte?

Szene aus dem Tatort "Mord in der ersten Liaga"
Also: Ein Satz, der keine Relevanz hat, ist ein Angriff auf seine ausschließlich männlich besetzte Wahlfamilie. Jetzt könnte Bierhoff diesen vermeintlichen "Missbrauch" ja ignorieren, doch er geht in die Offensive: "Wir stehen in einem engen Schulterschluss mit unserem Präsidenten und dem Präsidium. Die Freude, an diesen Aufgaben mitzuwirken, wird uns aber genommen, wenn wir uns gegen haltlose Gerüchte wehren müssen. Wir werden jetzt grundsätzlich bei der Nationalelf überlegen, wie wir mit solchen Dingen umgehen. Dass wir nicht wehrlos sind gegen Gerüchte und falsche Unterstellungen aller Art."
Da bellt einer ziemlich laut über etwas, dass ihn offensichtlich sehr getroffen hat. Warum er ein überspitztes Filmzitat derart für bare Münze nimmt, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht ist ja doch mehr dran, als es die Drehbuchautoren für möglich gehalten haben? Und sollte es so sein, was ist das Bedrohliche an einer Nationalelf, die sich nicht nur auf dem Rasen mit Männern vergnügt?
Für diese homophobe Reaktion verleiht queer.de DFB-Manager Oliver Bierhoff die Homo-Gurke.
Links zum Thema:
» Der komplette Bericht bei BILD
Mehr zum Thema:
» s.a.: Kurzkritik: Der Tatort über schwule Fußballer














